Verborgene Theken: Das griechische Café Ilios im Zentrum Oberwiehre

Matej Snethlage

Was tun, wenn die Temperatur wieder einmal ins Astronomische steigt und man Lust auf einen Eiskaffe hat? Für die Lösung des Problems muss man nur mal kurz nach Griechenland schauen. Oder in die Oberwiehre.

Öffnungszeiten

40 Grad im Schatten, knallende Sonne und ein unerbittlicher Sommer. An manchen Tagen wird das Wetter in Freiburg so unerträglich, dass man sich eigentlich nur in den nächstgelegenen See fallen lassen möchte. Doch es gibt auch andere Wege der Hitze zu entkommen: Man kann sich etwa einen eisgekühlten Kaffee im griechischen Café Ilios gönnen.


Im Erdgeschoss des ZOs bilden ein paar Stühle, Tische und eine Mini-Küche die kleine griechische Oase. In der Glastheke präsentieren sich allerlei süße Leckereien, von griechischem Gebäck (täglich frisch zubereitet), über Kuchen bis hin zu Eis. Das Highlight bilden aber die Getränke: Neben klassischen Kaffeesorten und allseits bekannten Soft Drinks, gibt es auch griechischen Mokka und eisgekühlte Kaffees. Wer extravagant unterwegs ist, kann auch einen Chi-Kaffee oder eine selbstgemachte Suppe genießen.

"Wir hatten eigentlich schon immer den Traum gehabt, griechische Esskultur weiterzugeben" Inhaberin Sophia
Geführt wird das Café von zwei alten Freundinnen: Sophia Papadopoulou und Panajiota Makrykosta. Die beiden lernten sich bei Meditations-Kursen in Athen kennen und freundeten sich schnell an. "Wir hatten eigentlich schon immer den Traum gehabt, griechische Esskultur weiterzugeben.", sagt Sophia.

Eigentlich ist Sophia Ärztin, Panajiota Soziologin. Doch davon ließen sie sich nicht abhalten. Im Oktober 2019 erfüllten sie sich den Traum und eröffneten das Café. Im Nachhinein betrachtet der dafür wohl schlecht möglichste Zeitpunkt.
"Als wir das Café gegründet haben, dachten wir uns: Wenn nicht jetzt, wann dann? Mit Corona hat natürlich niemand gerechnet", sagt Sophia.

Die Eröffnung eines Cafés während Corona ist eine Herausforderung

Während der (bisherigen) Hochphase der Epidemie blieb das ZO zwar geöffnet, doch die Besucher*innen des Cafés waren rar gesät. "Man konnte deutlich sehen, wie immer weniger Menschen kamen und die, die gekommen sind nur panisch einkaufen waren und dann sofort wieder rausgingen", erzählt Sophia. Inzwischen kann man beobachten, dass sich die Tische des Cafés wieder einigermaßen füllen. Doch die Kapazität sei noch lange nicht bei der Prä-Corona Zeit angelangt. Auch im Café Ilios sieht man, dass die Normalität noch weit entfernt ist.

Trotz Corona-Hilfen vom Staat sei die Phase eine finanzielle Herausforderung. Gerade weil das Projekt noch auf jungen Beinen stehe, habe die Krise sie besonders hart getroffen: "Wir haben keine Rücklagen, wir müssen immer noch Kredite zurückzahlen", klagt Sophia. Die Nachfrage sei aktuell noch nicht einmal bei der Hälfte der Zeit vor Corona angelangt.

Das trifft die Besitzerinnen hart, denn eigentlich planten sie, das Café weiterzuentwickeln. Sie wollten den jetzt noch kleinen und schmucklosen Außenbereich verschönern und den Innenbereich vom geschäftigen ZO-Treiben abschirmen. Außerdem sollte das Sortiment erweitert werden, allen voran in Richtung Tees und Weine. Diese Pläne seien erstmal durchkreuzt. Jetzt gehe es nur noch ums finanzielle Überleben.

Adresse

Café Ílios
Schwarzwaldstraße 78b
79117 Freiburg im Breisgau
0157/30496143Montag bis Samstag, 9 bis 18 Uhr