Verborgene Theken (90): Pizzeria da Salvatore Ochsebrugg

Stephan Elsemann

Die Ochsebrugg gilt vielen als beste Pizzeria Freiburgs. Das unscheinbare Restaurant der Fratelli Vintrici liegt direkt hinter dem Hauptbahnhof und hat eine große Fangemeinde. Warum das so ist und wie es dazu kam, hat Stephan herausgefunden.



Ambiente

Seit 2005 backen Giuseppe und Salvator Vintrici ihre Pizzen in der Wentzingerstraße. Doch schon 1993 eröffneten Giuseppe und Salvatore Vintrici die erste Ochsebrugg in der Stühlingerstraße, dicht bei der Namensgeberin Ochsenbrücke.

Der Name Ochsebrugg zog mit um, weil er in Freiburg inzwischen ein Markenname für leckere Pizza geworden war. Ein neuer Steinofen für 15000 Euro wurde angeschafft. Sonst ließen sie alles beim alten am neuen Ort.

Zum Glück, denn drinnen sorgt ein abenteuerliches wie unwiderstehliches Nebeneinnander aus kleinen Nischen mit angedeuteten Dächern für Gemütlichkeit. Und sollte das noch nicht anheimelnd genug wirken, so macht der permanent laufende Fernseher unmissverständlich klar, dass es sich um einen echten italienischen Familienbetrieb handeln muss.



Die Brüder Vintrici stammen aus Sizilien. Sie sind schon lange im Geschäft. Giuseppe kam 1983 als Erster nach Freiburg. 1986 kam Salvatore hinterher. Seither backen sie Pizza. In dieser Zeit schätzten die Freiburger eine Pizza vor allem, wenn sie billig war. Und viele Jahre ließ sich in Freiburg Pizza nur mit Preisdumping verkaufen.

Die beiden mischten gut mit, jobbten bei den Zwei-Mark-Pizzerien und bedienten den Massenmarkt der zähen und klebrigen, meistens trotzdem verbrannten Flundern mit dem Glibberbelag. Umso bemerkenswerter ist es, dass sie sich nach und nach davon frei machten und sich wieder an die Kunst der Pizzaiolos erinnerten.



Dazu gehört der Verzicht auf Formbleche und die Verwendung erstklssiger Zutaten. Sie wussten nämlich immer schon, wie es richtig geht. Salvatore lernte es als kochender Wehrpflichtiger beim Militär. In der Kantine seiner Offiziere stand ein Holzofen, der launenhafte und schwer zu bedienende König der Pizzaöfen.

Auf der Speisekarte

Auch wenn es wegen der vielen Auflagen nicht zur Aufstellung eines solchen Holzofens in der Ochsebrugg kam, die Pizza schmeckt bei "Salvatore" wirklich wunderbar. Der Teig ist knusprig, weich und elastisch, dabei aber sehr dünn – und so sollte es sein. Besonders lecker ist die Super speziale mit Mozzarella, Rucola, Parmaschinken und Parmigiano in Streifen für 9 Euro.

Die Pizzen kosten hier etwas mehr, aber man schmeckt es und sieht es auch, denn sie sind riesengroß. Die klassiche Margherita bekommt man für 4,50 Euro, eine Napoli kostet  6,50 Euro, eine Capricciosa 7,50 Euro. Die Karte ist nicht ellenlang, auch das ist ein Qualitätszeichen.



Und, weil die Ochsebrugg vor allem eine Pizzeria ist, tun die Vintricis gut daran, es nicht zu übertreiben mit dem Angebot anderer Gerichte. Spaghetti Napoli kosten 5 Euro, Bolognese bekommt man 5,50 Euro, ein gemischter Salat kostet 3,80 Euro.

In der Ochsebrugg gibt es auch einen wechselnden Mittagstisch für 6,80 Euro, zum Beipiel ein Jägerschnitzel mit Pasta und Salat. Oder eine Pasta des Tages mit Salat für 4,80 Euro.



Das Besondere

Hier bekommt man Pizze bianche, weiße Pizza. Das ist Pizza ohne Tomaten. In Italien ist sie verbreitet, in Freiburg bekommt man sie nur bei Giuseppe und  Salvatore. Der Verzicht auf Tomaten ist eine kleine Provokation, die die Kreativität in der Küche herausfordert. Oder besonders gute Zutaten erfordert.

Bei der Pizza Partenopea etwa kommt Büffelmozzarella zum Einsatz. Der würzige Geschmack der Mozzarella di Bufala kommt dort besser zur Geltung. Die Vintricis verwenden sogar frische Bufala, die nicht so einfach zu beschaffen ist und schnell verdirbt. Vier Euro kostet eine Kugel, und so erscheinen 9,80 Euro für eine Partenopea nicht mehr so teuer.

Kaffeepreis

Ein leckerer Ionio-Espresso kostet 1,50 Euro. Ein Bier passt zur Pizza manchmal besser als ein Wein. In der Ochsebrugg wird die badische Staatsbrauerei in Ehren gehalten. Ein kleines Rothaus kostet 2,30 Euro (0,3l), eine großes 2,80 Euro (0,5l). Vino della Casa in rot, weiß und rosé bekommt man für 3,60 das Viertel. Ein kleines Tafelwasser kostet 1,50 Euro, eine großé Flasche San Pellegrino 4,50 Euro (0,7l).



Publikum

Alle, die eine gute Pizza bei entspannter Atmosphäre schätzen, finden sich ein. Und ganz sicher alle, die einen besonders aufmerksamen Service mögen. Die Kellnerin Aida Taranin muss sich nicht extra bemühen, freundlich zu sein, sie ist es ganz von selbst.

Wegbeschreibung

Der kürzeste Fußweg aus der Innenstadt führt über den Hauptbahnhof. Vom Bertoldsbrunnen zum Rathausplatz laufen. Über die Rathausgasse und die Eisenbahnstraße geht es zum Hauptbahnhof. Vor dem Queren der Bismarckallee die Unterführung hinabsteigen und am anderen Ende wieder herauslaufen. Jetzt ist man im Stühlinger und steht direkt vor der Ochsebrugg.

Mit dem Fahrrad geht es stadtauswärts über die blaue Brücke, dann rechts herunter und weiter geradeaus, der Bahnlinie entlang. Die Ochsebrugg folgt nach 150 Metern links.



Adresse

Pizzeria Ochsebrugg – da Salvatore
Wentzingerstraße 32
79106 Freiburg
0761-280610

Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag 11.30 bis 14.30 und 17.30 bis 23.30 Uhr
Samstag und Sonntag 12 bis 14.30 und 17.30 bis 23.30 Uhr
Montag geschlossen



Pizzaempfehlungen in den Verborgenen Theken: fudder-Serie: Verborgene Theken

Foto-Galerie: Stephan Elsemann