Verborgene Theken (76): Café Mozart

Stephan Elsemann

Mit allerfeinsten Kuchen und Torten wartet das Café Mozart auf. Markus Weger vollbringt hire kleine Kunststücke und wer einmal den Weg in die Habsburgerstraße gefunden hat, lässt sich von dem kühlen Drumherum wohl nicht mehr abschrecken.



Das Besondere

Der Clou im Café Mozart ist Markus Weger. Den 29-jährigen Konditor zog es nach Freiburg wegen des guten Wetters und auch, weil er vom Großstadtleben genug hatte nach einigen Jahren in München und Berlin. Ohne Job kam er hier an – ein Glücksfall, dass Sybille Rückert gerade einen Konditor suchte.

Dass sein Vater Österreicher ist, mag ein zusätzlicher Ansporn sein in einem Café, das Mozart heißt. Doch mehr noch ist es die wunderbare österreichische Kultur der süßen Sachen, die für ihn Verpflichtung ist.



Neben den Klassikern werden jede Woche neue Rezepte ausprobiert. Heute war's ein Tortenexperiment mit Pudding, Pflaumen und Marzipan, dass noch nicht so ganz fertig ist. Großartig sind die Petit Fours, die hier doppelt so groß sind wie eigentlich gedacht, "weil sie sonst die Kundschaft nicht als vollwertig akzeptiert".

Welchen Aufwand solides Konditorenhandwerk bedeutet, dürfen wir miterleben, als eine Sachertorte einen Schokoladenguss bekommt. Dafür wird zuerst eine "Canache" hergestellt aus Schokolade und Sahne. Die wird bei circa 25 Grad um den Kuchen gespachelt.



Danach wird der Kuchen glatt gestrichen. Der Spachtel wird dazu mit einem Bunsenbrenner erhitzt. Dann muss der Kuchen ein paar Minuten abkühlen. Danach wird eine zweite Schicht Canache aufgetragen und diesmal bei 45 Grad durch ein Sieb gegossen. Damit sie wirklich perfekt glatt den Kuchen umschließt, wird noch mit einem Heißfuftföhn nachgerarbeitet. Das Ganze dauert zehn Minuten – nur für den Guss.

Ambiente



Was hier an Leckerem produziert wird, lässt das Äußere des Cafés allerdings nicht ahnen. Seinem Namen zum Trotze liegt das Café Mozart an einem recht unwirtlichen Ort.

Die Habsburgerstraße, zur Zeit noch eine rumpelige Durchgangsstrasse, lädt genau so wenig zum Flanieren ein wie der Hof des Gebäudes zum Verweilen. Sollten einmal die schlimmsten Bausünden der Stadt prämiert werden, der Gebäudekomplex an der Habsburger Strasse hat sicher gute Chancen auf einen der vorderen Plätze.



Sybille Rückert, die zuvor viele Jahre im Kornhauscafé am Münsterplatz gearbeitet hat, übernahm vor vier Jahren das Café auf Empfehlung ihres ehemaligen Chefs Michael Hausin, der sie auch in den ersten zwei Jahren mit Rat und Tat unterstütze. Sie erhofft sich von der Sanierung der Habsburgerstraße, dass sie auch aus dem Bereich zur Straße etwas machen kann.

Publikum

Den Kunden, darunter vielen ehemaligen Stammkunden des Kornhauscafés ist es egal, sie kommen ohnehin. Anlaufstelle ist das Café aber auch für die Mitarbeiter des Sozialgerichts, für Schüler und Studenten der KfH, sowie Bewohnern der Altenheime in der Nachbarschaft.

Auf der Speisekarte



Obstkuchen kosten 2,50 Euro, Torten 2,80 Euro, Plunderstückchen 1,80 Euro. Außer Haus ist es 50 Cent billiger. zu Mittag man bekommt ein täglich wechselndes Tagesgericht um 6,50 Euro. Beliebt sind auch die heißen Croissants mit Schinkenfüllung für 5,80 Euro.

Kaffeepreis

Ein Tasse Westhoff-Kaffee oder Espresso kostet 2 Euro. Milchkaffee bekommt man für 3 Euro. Ein Fläschchen Mineralwasser kostet 2,10 Euro (0,25l). Frisch gepresster Orangensaft kostet 3,50 Euro (0,2l).

Wegbeschreibung



Vom Bertoldsbrunnen zum Siegesdenkmal laufen. Die Kreuzung überqueren und geradeaus in die Habsburgerstraße weitergehen. Das Café Mozart folgt nach etwa 100 Metern. Sechs Minuten.

Adresse

Café Mozart
Habsburger Straße 127
0761-23200

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr
Samstag 8 bis 17 Uhr
Sonntags und feiertags geschlossen

Foto-Galerie: Stephan Elsemann

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.