Verborgene Theken (74): Pizzeria Pinocchio

Stephan Elsemann

Gut versteckt in Haslach liegt eine kleine Perle italienischer Esskultur. Das Pinocchio von Wirt Enzo Guida begeistert mit toller Pizza und bestimmt dem besten Tiramisu der Stadt – in ganz unspektakulärem Rahmen.



UPDATE: Die Pizzeria Pinocchio ist im Dezember 2016 aus Haslach ins Gewerbegebiet Haid umgezogen (siehe fudder-Artikel) und bietet dort nun auch einen Mittagstisch an.

Ambiente

Er ist ein Großer. Das weiß niemand besser als Enzo Guida selbst. Seit zehn Jahren hält er in Freiburg-Haslach die Tugenden der italienischen Küche hoch. Ein Cavaliere – der italienische Staatspräsident Ciampi persönlich verlieh ihm den Ritterschlag für seine Verdienste um die italienische Küche.

Schon vierzig Jahre lang lebt Enzo Guida in Freiburg. Sein Karrierestart war klassisch: als Tellerwäscher im Bahnhofsrestaurant – für 1,10 Mark die Stunde. Mit etwas mehr Deutschkenntnissen ging es dann als Kellner weiter, bei Roland Burtsche vom Colombi-Restaurant, bis es er es dann zum eigenen Restaurant brachte. Zwischenzeitlich waren fünf Restaurants in der Region gleichzeitig unter seiner Regie: in Neuenburg, Offenburg, Todtnau und Weil am Rhein.



Und nun Haslach? Enzo Guida ist zufrieden. Er will nicht in die Innenstadt. Wegen der hohen Mieten. Und er freut sich, wenn neue Gäste ihn auch in Haslach finden. Und mit ihm plaudern, und auch ein wenig brummeln über den Zustand der italienischen Küche im allgemeinen und in Deutschland im besonderen.

Publikum

Die meisten Gäste des Pinocchio stammen aus der Haslacher Nachbarschaft oder sind Stammgäste der früheren Restaurants von weiter weg.

Auf der Speisekarte

Die Klassiker der italienischen Küche stehen auf der Karte – und Pizza. Und die testet man am besten mit der Margherita. Auch für Enzo Guida ist die Margherita die Königin aller Pizzen, nicht nur, weil sie nach einer Königin benannt wurde.

Die Margherita ist nämlich die Pizza schlechthin, leicht und geschmeidig, mit wenigen Zutaten, die den Teig nicht überfordern. Mozzarella, Tomaten und Basilkum mehr nicht. So soll sie sein, in den italienischen Nationalfarben. Und so bekommen wir sie hier auch ganz vorbildlich auf den Tisch, wenn wir sie als Calabrese ordern.



Die Calabrese im Pinocchio ist mit frischen Cocktailtomaten belegt, mit frischem Mozzarella und Basilikum (8,20 Euro). Doch auch die Standardversion der Margherita im Pinocchio mit Sugo und Trockenmozzarella  muss sich nicht verstecken (5,20 Euro).

Das liegt am Teig, der frei geformt auf den Steinen im Backofen zur Pizza werden darf, nicht wie so oft in den unsäglichen Metallpfannen. Sie trennen Spreu vom Weizen bei den Pizzabäckern.

Das ist sehr überzeugend und sind wir neugierig geworden, wie wohl beim nächsten Besuch die anderen Gerichte im Pinocchio schmecken werden. Einen Vorgeschmack darauf erlebten wir beim Nachtisch, einer hausgemachten Tiramisu, die wir leckerer in Freiburg noch nie gegessen haben (3,80 Euro). 



Pizza Bekommt man hier zwischen 5,10 und 9,50 Euro. Spaghetti Napoli kosten sechs Euro. Bolognese 6,60 Euro. Ein Schnitzel, ein Piccata Milanese kostet 10,20 Euro. Frischen Fisch gibt's auch. Herr Guida besorgt die Fische frisch aus Colmar. Dorade, Lachs und Wolfsbarsch stehen auf der Karte. Sie kosten zwischen 15,30 und 16,90 Euro.

Das Besondere

Mit einem guten Espresso nach dem Essen war zu rechnen. Doch auch hier wurde die Erwartung noch einmal übertroffen. Der Espresso ist einfach perfekt: kräftig und schokoladig, bitter und dabei ohne Säure.



Das hat seinen Grund. Enzo Guida besitzt selbst eine kleine Rösterei in Neapel. Der Kaffee wird langsam, eine halbe Stunde lang geröstet. Seinen Kaffee kann man in Freiburg auch an anderer Stelle trinken, in der Schwarzwaldcity und im Café Leger, am besten trinkt man ihn wohl bei ihm selbst, im Pinocchio.



Kaffeepreis

Espresso kostet 2 Euro, Cappuccino 2,50 Euro. Ein kleines Mineralwasser bekommt man für 1,30 Euro. Ein Viertel Weißwein kostet 3,60 Euro, ein Viertel Chianti 4 Euro. Das Pinocchio führt Bier von der Brauerei Lasser aus Lörrach. Ein kleines Pils kostet 2,50 Euro (0,3l).

Wegbeschreibung

Mit dem Fahrrad vom Stadtzentrum am Dreisamuferweg bis zum Stühlinger fahren. Die neue Rampe hochfahren, dann links herum und hinter der Brücke rechts in die Haslacher Straße einbiegen.

An der Gabelung schräg links in die Markgrafenstraße wechseln. Bei der nächsten Straße rechts abbiegen in die Mathias-Blank-Straße. Nach ein paar Metern links abbiegen, dann ist man in der Julius-Brecht-Straße. Fünfzehn Minuten.



Adresse

Pizzeria Pinocchio
Julius-Brecht-Straße 3
79115 Freiburg
0761-445617

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag 17 bis 24 Uhr

Verborgene Theken auf Google Maps:



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Foto-Galerie: Stephan Elsemann