Verborgene Theken (66): Weinschlösschen

Stephan Elsemann

Das Weinschlösschen liegt mitten in der Stadt und ist trotzdem eine verborgen gebliebene Theke. Zu unrecht. In unmittelbarer Nachbarschaft von Jazzhaus, Jos Fritz Café, Goethe-Institut und Konzerthaus lädt ein lauschiger Garten zu beschaulicher Siesta ein.



Ambiente

Das Weinschlösschen ist sehr zentral gelegen. Von der blauen Brücke stadteinwärts fährt man geradewegs auf die prächtige Gründerzeitvilla zu - und ziemlich sicher daran vorbei. Ob's wohl an den wuchtigen alten Bäumen liegt? Oder an der Hecke, die das Grundstück umschließt und von der Außenwelt abschottet?

Kaum jemand kennt den idyllischen Garten, wenige nur wissen, dass man hier auch einkehren kann. Ideal gelegen als Ausweichort, zum Beispiel, wenn im Jos Fritz Café nebenan die Tische draußen alle besetzt sind. Oder auch um anzustoßen, nach einem Examen oder zum Geburtstag.



Es ist schon erstaunlich, wie es die Familie Schneider mit ihrer schönen Villa bis heute geschafft hat, an einer so exponierten und quirligen Stelle von Zuspruch weitgehend verschont zu bleiben – vielleicht ist es gewollt. Denn Dirk Schneider, der freundliche Inhaber, wirkt eher leicht beunruhigt als beglückt bei der Vorstellung von höherem Publikumsaufkommen.

Herr Schneider ist nämlich ganz allein vor Ort und ein wenig mehr mit anderen Dingen als dem Ausschank von Getränken befasst. Das Weinschlösschen beherbergt eine Galerie. Allerlei Konzertreihen und andere Veranstaltungen im Keller wollen betreut werden – nicht zuletzt muss er sich um die Weinhandlung selbst kümmern – ein Außenposten der Müllheimer Winzer in Freiburg.

Publikum

...sind Kunden der Weinhandlung, Konzert- und Ausstellungsbesucher.

Kaffeepreis

Die Kaffeemaschine ist zur Zeit außer Betrieb, kann aber unter bestimmten Umständen wieder in Betrieb genommen wird. Stets im Angebot sind die leckeren Weine, in erster Linie die frischen Markgräfler Weine aus dem Haus Schneider, aber auch ein paar andere.



Offen ausgeschenkt wird in 0,1 und 0,25l. Ein kleines Glas Gutedel kostet 1,40 Euro, ein Viertel 2,70 Euro. Weiß- und Grauburgunder, Chardonnay und Spätburgunder kosten 1,90 Euro (0,1l) oder 3,70 Euro (0,25l). Ein Glas Winzersekt gibt es ab drei Euro. Mineralwasser kostet 1,50 Euro (0,25l), Apfelsaft zwei Euro. Ein Tannenzäpfle bekommt man für zwei Euro.

Alle Weine von der Karte und einige mehr werden außer Haus verkauft. Ab sechs Flaschen kann man sie sich frei Haus liefern lassen.

Auf der Speisekarte

Eine Speisekarte gibt es nicht. Dirk Schneider hat aber in der Regel ein paar Kleinigkeiten in seinem Kühlschrank – passend zum Wein. Das können mal Oliven sein oder auch ein Stückchen Käse. Man muss sich überraschen lassen und sollte nicht zögern, danach zu fragen.



Das Besondere

Unbekannter geblieben noch als Garten und Galerie ist vemutlich der wunderschöne Gewölbekeller unter dem Haus. Das Jazzhaus kennt jeder, aber wer weiß schon, dass der Jazzhaus-Keller ursprünglich einmal viel größer war. Die etwas kleinere, aber wegen der höheren Decke womöglich sogar schönere Hälfte des ehemaligen Weinkellers liegt unter der Weinschlösschen-Villa. Sie wurde bei der Renovierung in den Jahren nach 1985 vom heutigen Jazzhaus-Keller abgeteilt und dient heute im Schlösschen als Konzert-, Tagungs- und Festraum.



Eine ganze Reihe von Konzerten finden dort statt. Residenten sind das Ensemble Aventure mit seinen Avantgarde-Konzerten, das Trio Ecco und die Young Opera Company. Man kann das Gewölbe auch für private Anlässe mieten.

Wegbeschreibung

Vom Bertoldsbrunnen Richtung Stadtheater laufen. An Stadtheater, Cinemaxx, und Konzerthaus vorbei laufen und hinter dem Konzerthaus links abbiegen. Man läuft auf das Weinschlösschen zu. An der Wilhelmstraße die Ampel überqueren und man steht davor. Sechs Minuten Laufzeit.



Adresse

Weinschlösschen Freiburg
Wilhelmstraße 17a
79098 Freiburg
0761-34234
Website

Öffnungszeiten

Di–Fr 14–19 Uhr
Sa  11–16 Uhr

Foto-Galerie: Stephan Elsemann