Verborgene Theken (65): Schniederlihof Oberried

Stephan Elsemann

Der Schniederlihof ist ein wunderbares Ausflugsziel, um den Schwarzwald ganz ohne Kuckucksuhren-Romantik kennenzulernen. Er ist Vespergaststätte und Bauernhausmuseum zugleich und außerdem gut erreichbar auf dem Schauinsland gelegen, dem Lieblingsberg der Freiburger. Eine großer Spaß für alle Eltern auf Besuch, und Stephan hat es dort auch gefallen.



Ambiente

Der Schniederlihof ist ein weitgehend original erhaltener Bauernhof aus dem Jahr 1593, der seit vielen Jahren Bauernhausmuseum ist. Man kann sich dort auf der Terrasse niederlassen, etwas trinken und vespern und die Aussicht genießen – als Zwischenstation bei einem Ausflug auf den Schauinsland.



Wenn es sich zeitlich irgendwie einrichten lässt, sollte man sich unbedingt eine Dreiviertelstunde lang Hans Schüsseles Führung anvertrauen und sich mit der Lebenswelt der Schwarzwaldbauern kundig machen. Denn das Leben der Bergbauern war reichlich exotisch. Die schockierendste Tatsache: Es gab keinen Kamin im Haus.



Die Menschen lebten in den Rauchschwaden, die der Herd in der Küche ausstieß, und starben wohl trotzdem nicht an Krebs. Durchs ganze Haus zog der Rauch, konservierte die Balken und räucherte die Würste.

Der 78-jährige Hans Schüssele lässt es bei jeder Führung in der Küche kräftig qualmen, damit auch jeder Besucher versteht, was es bedeutet, ohne Rauchabzug zu leben. Noch vor einem Jahr, weiß Herr Schüssele, lebte eine Frau in Hofsgrund in so einem Haus ohne Kamin.



Publikum

... sind Wanderer, Ausflügler und Schulklassen.

Kaffeepreis

Kaffee gibt es nicht hier, aber Erfrischungsgetränke. Die Preise sind sehr zivil. Ein kleines Glas Mineralwasser kostet 80 Cent, Cola und Fanta kosten 90 Cent, Apfelschorle 1,60 Euro (0,25l). Ein Flasche Ganter-Bier bekommt man für zwei Euro (0,5l), ein Tannenzäpfle für 1,90 Euro. Ein Viertel Gutedel kostet 2,50 Euro.



Auf der Speisekarte

Gut schmeckt das Speckbrot für 2 Euro. Schmalzbrot und Butterbrot kosten 1,50 Euro. Räucherwurst mit Brot bekommt man für 2 Euro. Die leckeren Hofsgrunder Frischkäsle darf Ursula Schüssele leider nicht mehr anbieten. Der Wirtschaftskontrolldienst hatte was dagegen. Man kann sie aber bei der Bäuerin Hilde Lorenz unten am Dobelsee in Hofsgrund erstehen.



Das Besondere

Der Schniederlihof ist nicht nur als Museum einzigartig. Es ist ein ausgesprochen schön gelegenes Gehöft – mit spektakulärer Sicht über das Tal von Hofsgrund. Autos dürfen nicht bis an den Hof fahren – deshalb bleibt es hier ruhig.

Wer den Schauinsland besuchen will und sich nicht auf den völlig ausgetretenen Pfaden bewegen möchte, ist am Schniederlihof richtig. Der Dobelsee unten im Tal ist badetauglich, und wer dann immer noch Erfrischung braucht, kann das Museumsbergwerk besichtigen. In den Gängen ist es immer zehn Grad kühl.



Wegbeschreibung

Viele Wege führen auf den Schauinsland. Der direkte Weg mit dem Auto führt über Günterstal auf den Berg. An der Bergstation der Seilbahn kann man sich entscheiden: 25 Minuten wandern oder nur 15 Minuten.



Wer nicht so gut zu Fuß ist, fährt weiter und biegt an der nächsten Abzweigung links ab und fährt bis Hofsgrund. Dort parken und von da ab den Schildern folgen und einen bequemen Weg bis zum Schniederlihof laufen. Man kann auch an der Bergstation parken. Von dort läuft man in Richtung des sehenswerten Museumsbergwerks. Man sollte sich vorab genau informieren. Denn unter anderem ist festes Schuhwerk erforderlich. Vom Museumsbergwerk führt der Weg steil abwärts bis zum Schniederlihof – in ungefähr 25 Minuten.



Am schönsten ist es, mit der Schauinslandbahn auf den Berg zu entschweben. Dazu muss man vorher mit der Straßenbahn, Linie 2, nach Günterstal fahren und in die Buslinie 21 umsteigen. Mit dem Bus fährt man zur Talstation der Schauinslandbahn. Einsteigen – und rund zwanzig Minuten später ist man oben an der Bergstation.

Adresse

Schniederlihof
Gegendrumweg 3
79254 Oberried-Hofsgrund
07602/448 während der Öffnungszeiten
0761/492427 ab 20 Uhr

Mehr dazu:

Web: Museumsbergwerk Schauinsland

Öffnungszeiten

Mai bis Juni
Samstag, Sonntag und feiertags 12 bis 17:30 Uhr

Juli und August
täglich 12 bis 17:30 Uhr

September
Dienstag und Donnerstag 13:30–17:30 Uhr
Sa, So 12–17.30 Uhr

Oktober
Dienstag 13:30 - 17:30 Uhr
Samstag, Sonntag und feiertags 12 bis 17:30 Uhr

Foto-Galerie: Stephan Elsemann