Verborgene Theken (52): Trattoria Enoteca

Stephan Elsemann

Ausgezeichnet essen und sehr gemütlich Weintrinken lässt es sich in der Trattoria Enoteca am Schwabentor. Die Küche hat bis um halb zwölf geöffnet - ideal für den Hunger nach dem Kino.



Ambiente

Die Trattoria Enoteca am Schwabentor ist einem alten zweigeschossigen Keller untergebracht, wie ihn viele Häuser der Altstadt haben. Diese Keller enstanden dadurch, dass im Lauf der Jahrhunderte der Erdboden in der Altstadt immer weiter anstieg - nicht zuletzt auch durch Kriegsschutt. Wenn man die Stufen heruntergeht, befindet man sich daher im ehemaligen Erdgeschoss. Ausgesprochen gemütlich sitzt man vor den Natursteinwänden, nicht zu dicht auch sind die Tische gestellt.



Publikum

Feinschmecker und Weinkenner verkehren hier, aber das Publikum ist nicht allzu gesetztes. "Anhänger der Geiz-ist-geil Unkultur sind bei uns am falschen Platz. Geist ist geil !" So steht es steht in der Speisekarte.

Kaffeepreis

Espresso kostet 2,30 Euro. - Die Weine sind - wie man in einer Enoteca erwarten darf - natürlich besonders ausgesucht.  Um so mehr überrascht es, dass sich in neben den italienischen auch viele deutsche Weine auf der Karte finden.

Darunter sind die in der gehobenen Gastronomie häufig vertretenen Starweingüter Heger und Keller, aber auch der tolle Riesling von Peter Jacob Kühn aus dem Rheingau ist zu haben. Ein Karaffe Gutedel kostet 4,50 Euro. Ein Karaffe Chianti bekommt man für 5,50 Euro - eine ganze Flasche davon für 20 Euro. Und wenn er so gut schmeckt, dass man ihn auch zu Hause trinken will, darf man eine Flasche für 7,80 Euro mitnehmen. Ein Fläschchen San Pellegrino kostet (0,5 l) kostet 3 Euro, Waldhaus Bier (0,33l) 3 Euro.



Auf der Speisekarte

Zwei täglich wechselnde Gerichte stehen an der Tafel. Heute sind's Spaghetti mit Kaninchenragout, Mangold und Salbei für 13 Euro und ein Knurrhanfilet mit Risotto und Gemüsen für 16 Euro. Vitello Tonnato kostet zehn Euro, eine Lauchcremesuppe fünf Euro. Das Kaninchen schmeckt ganz wunderbar und beim Plausch mit dem Koch Pascal Mattei wollen wir wissen, was denn so italienisch an seiner Küche ist.

Die frischen Produkte sind's, die direkt aus Italien kommen, und die Pasta, die im Haus gemacht wird, vor allem Leidenschaft ist wichtig, um italienisch zu kochen.



Pascal Mattei kommt aus Korsika. Das liegt - streng genommen - nicht ganz in Italien, aber für einen Franzosen möchte Herr Mattei nicht durchgehen. Er ist vor allem Korse und bringt deshalb genug Leidenschaft mit, um italienisch zu kochen.

Seine Gerichte entstehen, indem er sich auf einem Zettel ringsherum notiert, was an Zutaten so eingekauft wurde. Dann zieht er kreuz und quer Verbindungslinien und schaut, was sich kombinieren lässt. Hier wird streng saisonal gekocht, im Winter darf man also nicht mit frischen Tomaten rechnen.



Das Besondere

Die Trattoria wurde 1984 von Manfred Schmitz eröffnet - zunächst vor allem auch als Weinhandlung. Seit 1990 ist die große Enoteca, nur ein paar Schritte entfernt, dazu gekommen. Die Küchen sind eng verzahnt, was die Arbeitsabläufe vereinfacht und dazu führt, dass immer mal wieder Küchenpersonal durch Restaurant läuft, um etwas aus der großen Enoteca zu holen. Wein kann man hier immer noch kaufen.

Es macht aber mehr Freude, ihn in dem schönen Keller auch zu trinken. Oder etwas besonders Gutes zu essen, dass gar nicht mal so viel mehr kostet als woanders.



Wegbeschreibung

Vom Bertoldsbrunnen die Salzstraße in Richtung Schwabentor laufen. Kurz vorm Schwabentor, am Gasthaus Storchen, rechts runter. Dann sieht man die Trattoria schon, zur Rechten. 3 Minuten Gehzeit.



Adresse

Enoteca Trattoria
Gerberau 21
79098 Freiburg
0761-3899130

Öffnungszeiten

18 - 24 Uhr
Küche bis 23.30 Uhr
Sonntag geschlossen