Verborgene Theken (112): Höfener Hütte

Stephan Elsemann

Perfekt in der Sonne zwischen grünen Wiesen findet sich die Höfener Hütte auf 1000 Meter Höhe über dem Höllental. Seit 2006 bewirtschaften Anja Speck und Wolfgang Funke den Gasthof. Wolfgang Funke ist gleichzeitig Herder. Das heißt, er passt auf das Weidevieh auf, das die Bauern im Sommer auf die hochgelegenen Weiden schicken.



Ambiente

Auch sonst ist einiges anders hier. Die Wirtsleute sind mit Herz bei der Sache und das merkt man vor allem auch beim Service. Wer die Ruppigkeit und Unfreundlichkeit vieler Wirte zur Folklore von gut besuchten, schön gelegenen Berggasthöfen zählt, wird angenehm enttäuscht werden. Das gesamte Team ist ausgesprochen freundlich und die Speisen kommen erstaunlich schnell auf den Tisch, selbst beim Hochbetrieb eines perfekten Sonnentages.

 

Das Besondere

Doch das ist nicht alles. Anja Speck und Wolfgang Funke arbeiten ausschließlich mit regionalen Produkten und arbeiten konsequent daran, den Gasthof komplett auf Bio-Produkte umzustellen. Dazu gehört auch, dass sie Rinder und Schweine nicht in Einzelteilen sondern im Ganzen einkaufen und verwerten. Einiges davon kommt dann auf eine zusätzliche Tageskarte am Wochenende.



Auf der Speisekarte

Das schmeckt man. Wir versuchen die Ochsenbrust mit Meerettichsauce. Das Fleisch ist so zart, dass man es mit dem Löffel zerteilen könnte. Die Sauce findet die richtige Balance zwischen süßer Sahne und scharfem Meerettich. Die Portion ist gut bemessen und der Preis von 12,50 Euro ist bei der Qualität angemessen.

Die Nachbarn an Tisch 18, die Bibilskäs mit Brägele (7,50 Euro) und von der Tageskarte das Rumpsteak mit Brägele (16,50 Euro) geordert haben, sind ebenfalls sehr zufrieden mit ihrer Bestellung. Ein anderer Gast lobt den Wurstsalat, schon weil er von Hand geschnitten ist. Auch der gemischte Salat überzeugt mit einer sanften Vinaigrette und ohne zuvor eine Zitterpartie im Kühlschrank hinter sich gebracht zu haben.



Einige weitere Beispiele von der Karte: Speckeier mit Brot kosten 5,50 Euro. Eine Rindfleischsuppe bekommt man für 4,50 Euro. Die große Bauernplatte, Schnaps inklusive, kostet 12,50 Euro. Ein Rindergulasch mit Spätzle oder Kartoffeln bekommt man für 11,50 Euro. Kuchen gibt es hier natürlich auch. Bis auf die Linzer Torte (2,70 Euro) war aber alles schon weg.

Kaffeepreis

Kaffee und Espresso kosten 2,20 Euro, einen Cappuccino bekommt man für 2,80 Euro. Quellwasser von der Höfener Hütte kostet 2 Euro (0,5l). Einen Apfelsaft bekommt man für 2,50 Euro (0,25l). Ganter Bier kostet 2,50 Euro (0,33l), 2,90 Euro (0,5l) und 3,20 Euro das Weizen (0,5l).

Publikum

Wanderer und Sonntagsausflügler, Familien aus der Wiehre und dem Vauban, Montainbiker.



Wegbeschreibung

Das Wetter ist schön, ein perfekter Herbsttag, und so haben wir es auch mal mit dem Wandern probiert. Ohne Autounterstützung gelangt man zur Höfener Hütte am einfachsten vom Giersberg aus – über Kirchzarten. Mit dem Zug nach Kirchzarten fahren. Vom Bahnhof ein kleines Stückchen geradeaus laufen, dann rechts in die Ringstraße. In die zweite Straße links abbiegen, dann zweite Straße rechts in die Silberbrunnenstraße. Man läuft jetzt auf den Friedhof zu, links am Friedhof vorbeilaufen und weiter geradaus auf den Giersberg zu. Bis zur Gaststätte hochlaufen. Dort steht ein Wegweiser.



Bis zur Höfener Hütte sind es von hier noch fünf Kilometer. Das bedeutet gut 500 Höhenmeter, eine steile Angelegenheit. Mit einer wandererprobten Begleitung geht es leichter und so sind wir dankbar für Hinweise auf Flora und Fauna zwischendurch: auf den Kirschbaum, "erkennt man an den Ringen", auf die Fichten, "hässliche Stecken" und die vielen Mistkäfer, die ihrem Job nachgehen oder aber platt getreten auf dem Weg liegen. Den Blick auf den Weg zu richten ist generell nicht falsch, denn außer den Mistkäfern befinden noch viele große und mittlere Stolpersteine dort, auch Pferdeäpfel und gelegentlich Nacktschnecken, die aus unterschiedlichen Gründen alle zu meiden sind.

Einer guten Eingebung folgend haben wir trotz sommerlicher Temperaturen eine Jacke dabei, denn im Wald ist es wegen der vielen Bäume schattig und beim Abstieg kann es auch mal frisch werden. Beim Aufstieg brauchen wir die Jacke aber nicht und geraten ins Schwitzen, denn es geht steil berghoch. Nach anderthalb Stunden ist es geschafft und wir sehen die Hütte vor uns liegen. Vom Bahnhof Kirchzarten sind es sieben Kilometer, für die man etwa zwei Stunden braucht.



Von Hinterzarten erreicht man die Hütte bergab in zwei sonnigen und weniger anstrengenden  Stunden. Von Oberried aus geht es in einer knappen Stunde zu Fuß.

Wer nicht gut zu Fuß ist, erreicht die Hütte auch mit dem Auto. Auf der B 31 durch den Ort Falkensteig hindurch. Am Ortsausgang rechts abbiegen und die kleine Brücke überqueren. Anschließend rund 5 Kilometer auf der Waldstraße bis zur Höfener Hütte weiterfahren. Die Sperrung der B31 tangiert die Zufahrt von Freiburg aus nicht.



Adresse

Höfener Hütte
79256 Buchenbach/Falkensteig
07661-3324
info@hoefener-huette.de
Öffnungszeiten

1. Mai bis 7. November (solange das Wetter hält)
täglich 11 bis 19 Uhr

Mehr dazu:


Foto-Galerie: Stephan Elsemann

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