Gastronomie

Vegöner: In Freiburg gibt’s nun auch Döner vom veganen Spieß

Anna Castro Kösel

Einmal Vegöner mit scharf, bitte: Freiburger Imbissbetreiber eröffnen den ersten Dönerladen der Stadt mit veganem Grillspieß – mit einer nachhaltigen Verpackungsidee für Spieße.

Nicht nur Dönerfleisch, sondern auch ein veganer, glutenfreier Grillspieß: An diesem Freitag eröffnen die Imbissläden-Betreiber Mohammad und Ahmad Dirafzoon sowie Mahmoud Zaher ihr neues Schnellrestaurant "Green City Döner" in der Bertoldstraße – und wollen damit eine Neuheit anbieten: Veganen, glutenfreien und nachhaltigen Döner, sprich: Vegöner.

Schon seit 1998 ist der 39-jährige Mohammad Dirafzoon im Geschäft. Nachdem die Familie 1995 aus dem Iran nach Deutschland kam, eröffnete sein Vater einen kleinen Dönerladen im Stühlinger. Nach dem Studium führte Dirafzoon den Laden weiter. "Auch dort haben wir, mit als erste in Freiburg, vegane und vegetarische Speisen angeboten", erzählt Dirafzoon. Mittlerweile haben er und sein Bruder Ahmad zwei weitere Dönerladen in Freiburg eröffnet, die "Veggie Liebe" in der Moltkestraße und "Mr. Döner" im Stühlinger an der Eschholzstraße.

Betreiber: Wir achten auf Regionalität

In der "Veggie Liebe" gibt es nur vegetarische und vegane Speisen. Die Idee dafür habe ihm seine Tochter geliefert. Zunächst hätten alle ihm davon abgeraten, erzählt Dirafzoon. Er habe es trotzdem gemacht und gesehen, man könne "echt viel" verändern "in dieser Szene". Auch in der Plastikersparnis. "Wenn ich sehe, wie viel Plastiksäcke bei anderen Läden vor der Tür stehen – bei uns ist es ein Fünftel davon". In ihren Geschäften werde nur mit Kraft- und Bambuspapier gearbeitet. Auch achte man auf Regionalität, 70 bis 80 Prozent der Waren beziehe man aus Freiburg und Umgebung. Die Gewürze für den veganen Grillspieß beziehen sie vom Großhändler Pacovis aus Weil am Rhein. Doch es werde darauf geachtet, mit kleinen Bauern zusammen zu arbeiten. Das Fleisch für die anderen Döner im neuen Laden "Green City Döner" kommt vom regionalen Schlachter aus Umkirch.

Jetzt möchte Dirafzoon weitergehen und eine weitere Geschäftsidee umsetzen: "Wir wollen einen veganen Dönerspieß entwickeln. Wir haben vor allen anderen mit Seitan angefangen und möchten das jetzt professionell aufziehen." Auch die Verpackung soll umweltfreundlicher werden. Dafür haben die Brüder und ihr Team eigens eine Edelstahlform entwickelt und patentieren lassen. Sie soll als Mehrwegform mit dem veganen Grillspieß befüllt an die Dönergeschäfte geliefert werden. Die Form werde von den Geschäften wieder zurückgegeben und könne dann wieder befüllt werden. Drei Musterexemplare wurden von einer deutschen Firma schon hergestellt, der Name werde nicht verraten.

Grillspieß besteht aus 80 Prozent Erbsen

"Jeder Dönerspieß wird für die Lieferung in 40 Meter Plastik eingewickelt. Wenn wir auf die Edelstahlform umsteigen, die immer wieder neu befüllt werden kann, können wir viel Plastik einsparen", sagt Dirafzoon. Bei der Entwicklung des veganen Spießes habe es zunächst einige Hindernisse gegeben: "Zwei Jahre haben wir probiert. Der Spieß fiel oft auseinander, weil das Bindemittel nicht gestimmt hat." Dann wurde der Gewürzhersteller Pacovis zu Rate gezogen, der Erfahrung mit veganem Bindemittel habe. "Dadurch haben wir den Spieß endlich hingekriegt", sagt Dirafzoon. Der Spieß bestehe 80 Prozent aus Erbsen.

"Im Greencity Döner fließen unsere Erfahrungen aus Veggie Liebe und Mr. Döner zusammen", erzählt Dirafzoon. In dem neuen Schnellrestaurant soll es drei Spieße geben; Kalb, Hähnchen und die vegane Version. "Wir wollen die Leute nicht zwingen, vegetarisch oder vegan zu leben, aber wenn ihnen der Geschmack gefällt, und sie dann ein- oder zweimal die Woche vegan essen, haben wir schon viel gewonnen." Mit unterschiedlichen Soßen und Beilagen könne man sich bei jedem Besuch einen neuen Döner zusammenstellen. Auch werde es Bowls mit Reis oder Nudeln sowie Dönerboxen gebe, die auch selbst kreiert werden können.

"Wir haben jetzt drei kleine Geschäfte und sehen: Es funktioniert. Und wir sehen, wie viel Plastik und Alufolie wir einsparen können. Die Edelstahlform und der vegane Spieß ist eine kleine Veränderung – aber es ist ein Anfang", sagt Dirafzoon."