Club der Freunde

Kein Bock auf Mitleid

Unterwegs mit Drive-By, dem Offenburger Rapper im Rollstuhl

Der rappende Rollstuhlfahrer Nico Uhl aus Offenburg räumt mit den Klischees über die HipHop-Szene auf – und mit Vorurteilen gegenüber Menschen mit Behinderung. Eine Reportage.

Freitagabend, ein Kellergewölbe in der Stuttgarter Innenstadt. Modergeruch mischt sich mit Bierdunst und Schweiß. "Stuttgart, habt Ihr Bock auf HipHop?", ruft der Mann von der Bühne herab. "Jaaaaaaaaa!", schallt es ihm aus der Menge zurück. Aber in den Augen der Leute liegt eine Mischung aus Spannung und Staunen. Denn der Mann auf der Bühne ist ungewöhnlich klein – und er sitzt im Rollstuhl.

Dann setzt der Bass ein, wie ein Schlag in die Magengrube, ein wohliges Kribbeln breitet sich im Körper aus: "Reifen rollen über Asphalt, wenn der Bass knallt / der Rapper im Game, dessen Sound in die Nacht hallt!" Der kleine Mann auf der Bühne bellt seine Reime ins Mikro, die Menge klatscht mit. "Chef in der Szene, Chef in der Stadt / Rap in den Genen, der Mann hat ein Rad ab!"

Auf Tour mit dem Rapper Nico Uhl:

Rap ist Kampfsport. Hart, unbarmherzig, gnadenlos. Oft auch politisch unkorrekt. Er entstand in den Schwarzenvierteln von New York, Musik von der Straße, mit Sätzen wie Gewehrsalven, ein Ventil für Frust und Wut. Dieser Rapper hier, der "Chef in der Szene", kommt nicht aus der Bronx. Nicolas Uhl, den alle Nico nennen, ist 26, lebt in Offenburg-Rammersweier und arbeitet bei einer Ortenaugemeinde als Inklusionsbeauftragter.

Nico Uhl hat eine klare Botschaft
Heute Abend aber steht, besser gesagt: sitzt nicht Nico Uhl auf der Bühne, sondern der Rapper Drive-By. Auch er ist ein Kämpfer, ...

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