Partyreihe Venusexpress

Unsere Meinung: Wir feiern keine Gender-Verkleidungsparty!

Marie & Micha

Dita Whip regt sich in ihrer Kolumne über fudders Nightlife-Guru auf, der zum Venusexpress "als Frau verkleidet" kam. Sie wirft ihm und der Party Oberflächlichkeit und Ignoranz vor. Eine Gegenrede von den Veranstaltern Marie und Micha.

Im fudder-Artikel "Frau ist keine gute Verkleidung" regt sich Dita Whip über den Nightlife-Guru auf, der unsere Venusexpress-Party besucht hat. Er hatte sich dazu entschieden, "als Frau zu gehen".


Mit dieser Formulierung hat der Nightlife-Guru, laut Dita Whip, Weiblichkeit auf äußerliche Merkmale wie "Leggings, Glitzerfummel, Titten und lange Haare", reduziert. Er reihe sich damit in die "Gattung feierwütiger Mann im Fummel" ein, was bei ihr "einen Würgereflex hervorruft".

Zusätzlich täte aus ihrer Sicht "jede zweite Party so, als erfände sie das Rad mit ihrem gendernonkonformen Dresscode neu" – dabei seien die Partys vor allem von Oberflächlichkeit geprägt.
Nightlife-Guru: Venusexpress im Crash

Damit impliziert Dita Whip aus unserer Sicht, dass sich der Dresscode auf den Partys hauptsächlich um das Thema Gender drehe. Wir können nur für unsere Veranstaltungsreihe Venusexpress sprechen und möchten klarstellen, dass das Thema Gender in unserem Konzept gar nicht vorkommt. Ebenso möchten wir uns von dem Wort "verkleiden" distanzieren.

Vielleicht mag durch unsere Promotionsbilder und insbesondere Michas Outfit und Styling der Eindruck entstanden sein, wir würden eine Gender-Verkleidungsparty feiern. Dem ist nicht so: Micha ist eine Transfrau und zieht sich immer so an. Uns ging und geht es ums Aufmöbeln, Aufdonnern, Aufbitchen, Aufbrezeln, Auftakeln, Aufstylen.

Zu uns hat mal eine junge Frau gesagt: "Ich würde mich so gerne anziehen wie ihr, aber ich traue mich nicht". Wir wollen allen eine Plattform bieten, um sich in Sachen Outfit auszuprobieren, gewagt zu sein, es gerne auch zu übertreiben. Wem das zu viel ist, der/die/das darf auch einfach nur schick kommen.

Wir wollen uns nicht anmaßen, Spekulationen über die Motive zur Wahl des Outfits anzustellen. Es ist schließlich nicht ersichtlich, ob ein Mann zum Spaß Kleider, Schminke und Perücke trägt, oder, ob es sich um eine Transfrau handelt, die, im Schutze dieser Veranstaltungen, ihre ersten Gehversuche macht – wie etwa auch Micha genau diese Art von Veranstaltungen genutzt hat, um sich auszuprobieren.
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Wir gehen sogar noch weiter und stellen grundsätzlich in Frage, ob ein Rock ein weibliches Kleidungsstück ist und ob Schminke und Perücke bedeuten, dass der/die Träger*in als Frau gelesen werden will.

Auf unseren Veranstaltungen sind alle willkommen, ohne sich erklären zu müssen: Drag-Queens, Crossdresser, Transsexuelle, Männer, Frauen, Genderfluids, Non-Binarys, Homos, Heteros , … – kurz: alle, die sich anständig benehmen und sich Mühe bei ihrem Outfit geben.

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