Studium

Universität Freiburg plant Wintersemester zu großem Teil digital

Anika Maldacker

Die Inzidenzen sinken, doch die Albert-Ludwigs-Universität bereitet das Wintersemester zum Großteil digital vor. Präsenzveranstaltungen soll es aber – wenn möglich – geben. Nicht allen reicht das.

Die Universität Freiburg steuert auf ihr viertes überwiegend digitales Semester zu. Das Rektorat bereitet seine Lehrenden und Studierenden schon jetzt auf ein nur teils in Präsenzlehre stattfindendes Wintersemester 2021/22 vor.

Trotz inzwischen erhöhtem Impftempo rechnet die Universität weiterhin mit einem starken Anteil von digitaler Lehre zum Wintersemester. So weist das Rektorat die Lehrenden schon jetzt an, Vorlesungen vorab digital aufzuzeichnen und anzubieten. Seminare, Übungen oder Laborveranstaltungen können vor Ort stattfinden – wenn die Verordnung es zulässt.

Vor drei Wochen informierte der neue Prorektor für Studium und Lehre, Michael Schwarze, die Universitätsmitglieder noch per Mail, dass das Wintersemester vorwiegend digital geplant werden solle. Daraufhin gab es Einspruch aus mehreren Fakultäten und Kritik an der frühen Festlegung auf ein eher digitales Wintersemester. Inzwischen hat das Rektorat kommuniziert, dass das kommende Semester zumindest teilweise in Präsenz stattfinden soll – wenn es die aktuelle Pandemiesituation zulässt.

Sorge um Studierende und Lehrende

"Das ist zumindest ein Schritt in die richtige Richtung", sagt Markus Weiler, Studiendekan und Professor für Hydrologie an der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen. Er hat sich zusammen mit weiteren Mitarbeitenden der Uni für ein Umdenken im Rektorat stark gemacht. Ihm fehlen dennoch klare Schritte und Maßnahmen vom Land sowie dem Rektorat, wie die Universitäten wieder vollständig in den Präsenzunterricht zurückkehren können. "Wir wissen nicht, wie sich die Situation im Herbst darstellt", sagt Weiler. Er fürchtet, dass ein viertes, überwiegend digitales Semester Studierende und Lehrende stark demotivieren und die psychischen Belastungen der Studierenden weiter erhöhen würde.

Auch andere Lehrende teilen diese Sorge. "Ich wünsche mir, dass das Rektorat für die Studierenden einsteht", sagt Angeli Janhsen, Professorin für Kunstgeschichte. Erst- und Zweitsemester sollen im kommenden Wintersemester Vorrang in der Präsenzlehre haben – zentral verwaltete Hörsäle sollen ihnen vorbehalten sein. Studierende, die im Sommersemester 2020 oder im vergangenen Wintersemester ihr Studium begonnen haben, bleiben dabei aber unberücksichtigt.

Andere Hochschulen halten sich ebenfalls bedeckt

An anderen Hochschulen wie der Dualen Hochschule Lörrach überlegt man, wie man in diesem Sommersemester noch einen Weg zurück in Präsenzveranstaltungen findet. Aber auch dort plant man das Wintersemester nur für Erst- und kurz vor dem Abschluss stehende Semester in Präsenz abzuhalten. An der Pädagogischen Hochschule Freiburg werden Vorlesungen im Wintersemester ebenfalls eher digital geplant, Seminare und Praxisveranstaltungen nach Möglichkeit vor Ort. Am Karlsruher Institut für Technologie will man im Juli eine Entscheidung treffen.

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