Pandemie

Uniklinik Freiburg reduziert Eingriffe aufgrund steigender Corona-Zahlen

Gina Kutkat

47 Covid-Patienten, 18 davon auf der Intensivstation: Jetzt ergreift die Uniklinik einschneidende Maßnahmen und reduziert planbare Eingriffe um 20 Prozent – und die Besucherzahlen.

58 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 meldet das Gesundheitsamt am Mittwochmorgen in Freiburg, die 7-Tage-Inzidenz beträgt 121,5. Zusammen mit den aktuellen Prognosen für die nächsten Tage und Wochen ist das Grund genug für das Universitätsklinikum Freiburg, den Betrieb in Freiburg sowie am Universitäts-Herzzentrum in Bad Krozingen anzupassen: Planbare Eingriffe und Behandlungen werden verschoben, der Besuchsverkehr wird weiter runtergefahren. "Das elektive planbare Programm wird um bis zu 20 Prozent reduziert", so Pressesprecher Benjamin Waschow.


Am Universitätsklinikum werden aktuell 47 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung behandelt, 18 von diesen auf der Intensivstation. Das Durchschnittsalter der Covid-19-Patienten auf der Intensivstation beträgt aktuell 58 Jahre. "Wir sehen noch keine Trendwende. Deshalb haben wir uns entschieden, einen Teil der geplanten Behandlungen anderer Patientinnen und Patienten zu verschieben", sagt der Ärztliche Direktor Frederik Wenz. So sollen weitere Kapazitäten für die Intensiv-Versorgung von Covid-Patienten geschaffen werden. "Ich appelliere an alle, die aktuelle Lage ernst zu nehmen und Situationen mit erhöhtem Infektionsrisiko so weit wie möglich zu vermeiden."

Ausgenommen von den neuen Maßnahmen seien medizinische Notfälle sowie Patientinnen und Patienten, die ohne ambulante Versorgung einen schwerwiegenden gesundheitlichen Nachteil erleiden würden. Um Mitarbeitende, Patienten und deren Angehörige und Bekannten zu schützen, soll die Zahl der Besucherinnen und Besucher weiter reduziert werden. So darf nur noch eine zuvor festgelegte Person pro Patient während der gesamten Verweildauer zu Besuchen kommen – bislang waren es zwei. Ausnahmen sind nur in medizinisch begründeten Fällen nach Rücksprache mit der Station und im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin möglich.

"Ich appelliere an alle, die aktuelle Lage ernst zu nehmen und Situationen mit erhöhtem Infektionsrisiko so weit wie möglich zu vermeiden." Ärztliche Direktor Frederik Wenz
Für Patienten, die aus der Distanz behandelt werden möchten oder müssen, bieten viele Abteilungen des Universitätsklinikums Freiburg Videosprechstunden an. Wer Anzeichen einer schwerwiegenden Erkrankung wie Herzinfarkt oder Schlaganfall bemerkt, sollte wie sonst auch unverzüglich den Notruf 112 wählen. "Suchen Sie bei schwerwiegenderen Erkrankungen auf jeden Fall medizinische Unterstützung bei Ihrem Hausarzt oder bei schwerwiegenden Symptomen in der Notaufnahme", betont Wenz.

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