Infrastruktur

Uni Freiburg startet mit Server-Überlastung in das digitale Semester

Fabian Vögtle

Das Semester hat noch nicht richtig begonnen – die zentrale Lernplattform der Universität ging wegen großen Andrangs dennoch bereits in die Knie. Schuld soll ein Programmierfehler gewesen sein.

Diese Woche hätte an der Universität Freiburg die Vorlesungszeit beginnen sollen. Der Start des Sommersemesters wurde wegen der Corona-Krise jedoch vorsorglich auf den 11. Mai verschoben. Die Vorbereitungen laufen derzeit auf Hochtouren; Absprachen und Seminare finden im Internet schon statt. Doch bereits jetzt scheinen Belastungen für den Uni-Server hoch. Bei der zentralen Lernplattform Ilias wurden die Grenzen der Hardware am Dienstag erreicht.


Überlastung zieht lange Wartezeiten nach sich

Nach 30 Minuten Wartezeit, berichtet ein Doktorand beim Institut für Mikrosystemtechnik, hätten sie das Meeting abbrechen müssen, da eine Präsentation gerade Mal zu zehn Prozent hochgeladen war. Seit einigen Wochen trifft sich der Arbeitskreis auf der uniinternen E-Learning-Plattform, um sich die Fortschritte der einzelnen Projekte vorzustellen. Bislang ging das gut, doch seit dieser Woche läuft es schleppend. Am Montag und Dienstag gab es lange Wartezeiten beim Login und beim Zugriff auf so genannte Kursräume.

Auf der Startseite rief die Uni die Nutzerinnen und Nutzer am Montag und Dienstag auf, die Plattform möglichst außerhalb der Stoßzeiten zu nutzen, unnötiges Navigieren zu vermeiden und Geduld zu bewahren. Das Rechenzentrum der Uni ist seit Wochen unter Hochdruck dabei, alles zu leisten, um die Leistung technisch zu optimieren. Auch am Dienstag hätten Mitarbeiter bis weit nach Mitternacht dafür gesorgt, dass Ilias wieder funktioniere, berichtete Gerhard Schneider, Prorektor für digitale Transformation und Direktor des Rechenzentrums, am Mittwoch auf BZ-Nachfrage.

Mittlerweile behobener Programmierfehler soll das Problem gewesen sein

Letztlich habe ein Programmierfehler im System bei einem Kurs für die Überlastung der ganzen Plattform gesorgt. Das sei nun weitestgehend behoben, die Datenbank habe sich erholt. Man sei mit einem blauen Auge davon gekommen, so Schneider. Von dem durch einen Herstellerfehler verursachten Einzelfall abgesehen, sei man technisch bestens für die digitale Lehre aufgestellt, so Schneider.

Derzeit seien rund 3500 Menschen innerhalb von fünf Minuten auf der Lernplattform Ilias, sagt Nicole Wöhrle, Leiterin der Abteilung E-Learning. Zwar steige die Last jetzt natürlich mit Blick auf den 11. Mai. Das sei jedoch gar kein Problem. Neben den technischen Voraussetzungen haben Wöhrle und ihr Team zuletzt Webinare für Lehrende angeboten. Diese Workshops und Weiterbildungen werden sehr gut angenommen, sagt sie. Auch für Studierende soll es auf mehrfachen Wunsch nächste Woche Webinare als Vorbereitung auf die anstehenden Kurse und Vorlesungen geben.

Schneider betonte, man sei in wenigen Wochen von zehn auf 100 Prozent Digitalisierung hochgefahren. Aktuell bräuchte er für das Rechenzentrum und die Abteilung E-Learning die dreifache Ausstattung mit Personal. "Wir haben die Kompetenz und das Wissen, aber nicht für diese Last", sagte er.
Ab Donnerstag, 23. April, ist die Universitätsbibliothek (UB) eingeschränkt wieder geöffnet. Zugang zum Gebäude haben nur Studierende und Beschäftigte der Uni.