Gründung

Umkircher Start-Up will den Markt mit veganem Fleisch erobern

Clara Müller

Das Umkircher Start-Up "Sin Carne Schwarzwald" möchte mit veganen Fleischalternativen auf den Markt. Dabei setzt das vierköpfige Team auf eine pflanzliche und nachhaltige Herstellung.

Die Idee

"Wir haben schon lange Interesse an gesunder und veganer Ernährung – aber man will ja nicht nur Gemüsepfannen essen", sagt Geschäftsführerin Bianca Blum. Deshalb möchte sie jetzt mit ihrem Team Fleischalternativen auf den Markt bringen. Ihr Anspruch sei es, nicht nur etwas Leckeres, sondern auch etwas Gesundes zu entwickeln. Das Team will auf Aromastoffe, Konservierungsstoffe und Stabilisatoren verzichten. Denn um dem Fleischgeschmack nahe zu kommen, würden bei solchen Produkten gerne Zusatzstoffe verwendet werden, so Blum. "Als Endverbraucher weiß man oft nicht, was dahinter steckt." Deshalb will das Start-Up rein pflanzliche Produkte anbieten.

Doch der Markt für Fleischersatzprodukte wächst stetig. Und trotzdem sehen die Start-Up-Gründer aus Umkirch eine Chance in ihrem Konzept. "Wir entwickeln frische Produkte, die vor Ort hergestellt werden", sagt Blum. Ihr Ziel sei es, Produkte zu verwenden die regional wachsen – am besten direkt aus dem Großraum Freiburg. "Wir wollen als regionales, bürgernahes Unternehmen auftreten", beschreibt Blum ihr Vorhaben.

Das Team

Das vierköpfige Team rund um Geschäftsführerin Bianca Blum lebt vegan oder vegetarisch. Vor gut einem Jahr habe die studierte Volkswirtin gemeinsam mit ihren Kollegen begonnen, Rezepte zu entwickeln und auszuprobieren. "Unser erstes Produkt, das vegane Dönerfleisch, entstand an einer kleinen Küchenzeile in einer Einzimmerwohnung", so Blum. Mittlerweile haben sie Produktionsräume in Umkirch. Ein langfristiges Ziel der Vier sei es, die Arbeit mit Sin Carne Schwarzwald hauptberuflich ausführen zu können. Im Moment promoviert Blum noch im Bereich Volkswirtschaftslehre und finanziert mit den anderen Teammitgliedern das Start-Up selbst.



Die Umsetzung

"Wir versuchen, das Fleisch auf dem Teller zu ersetzen, aber nicht zu imitieren", so Blum. Dafür nutzt das Team von Sin Carne Schwarzwald für ihre Fleischalternativen Seitan als Grundmasse – ein Weizeneiweiß. Vermischt man dies mit Wasser, entstehe eine fleischähnliche Konsistenz, erklärt Blum. "Ohne Aromastoffe benötigt es eine gewisse Würze, um den Geschmack zu erreichen. Wir kombinieren das Seitan mit Gewürzen, Ölen und Hülsenfrüchten." Fünf bis zehn Gewürze hätten sie pro Fleischalternative drin. Neben Knoblauch- und Zwiebelaromen verwendet das Team von Sin Carne Schwarzwald auch rote Beete. Diese würde nicht nur als Geschmacksträger dienen, sondern auch für die passende Farbe sorgen. "Bei unserer Rotwein-Medaillon-Alternative sieht man das gut", so Blum. "Wenn man das aufschneidet, sieht das saftig aus. Das ist natürlich kein Blut, sondern eine Mischung aus Rotwein und roter Beete."

Verkauft werden die Produkte des Start-Ups noch nicht, ab November soll es aber losgehen. Gerade befindet sich das Start-Up in der Testphase bei Gastronomen, so etwa bis zum 25. September im Großen Meyerhof in Freiburg. Ab Oktober werden die Fleischalternativen auch im Restaurant Cross-Over im Schloss Reinach in Munzingen und im Stadthotel Lörrach erhältlich sein. Während künftig Restaurants und Imbisse beliefert werden sollen, soll das vegane Fleisch auch im Supermarkt erhältlich sein. Sin Carne Schwarzwald soll "ein bisschen wie ein veganer Metzger" sein, sagt Blum. "Das heißt, wir möchten frische Produkte, die verpackungsarm an der Frischetheke gekauft werden können, anbieten." Auch wenn die Kosten für den kleinen Manufakturbetrieb höher sind, will man sich preislich nicht von den gängigen Ersatzprodukten unterscheiden. "Wir legen persönlich Wert drauf, da wir mit unseren Produkten für jeden zugänglich sein möchten."
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