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Türchen 6: Tipps für einen bewussteren Konsum

Janina Roeseler

Weihnachtscountdown mit fudder: Jeden Tag verbirgt sich hinter unseren Türchen eine gute Geschichte, ein wertvoller Tipp oder eine gehaltvolle News. Öffnet mit uns heute Türchen 6: Nachhaltiger konsumieren.

Black Friday hier, irgendeine Influencerin dort. Immer ist irgendwo Sale. Ich konsumiere also bin ich. Gefühlt ist das die Maxime, nach der wir leben. In der Vorweihnachtszeit ist sie omnipräsent und wird uns täglich wärmstens ans Herz gelegt. Alle wollen uns etwas verkaufen und das möglichst billiger als die Konkurrenz. Nicht wirklich eine neue Erkenntnis, so rollt der Rubel im Kapitalismus eben. So weit so normal.

Auch ich gebe viel Geld für Dinge aus, die ich nicht immer wirklich brauche, an denen ich mich einfach nur erfreuen möchte. Ich habe das Privileg, kein Geld für die Familie oder das Auto zurückhalten zu müssen, sage ich mir in den Momenten, wenn die Frau im Reformhaus viel Geld für wenig Produkt verlangt.
"Die Frage aller Fragen: Brauche ich das?"

Eine Fragestellung, die mir in den letzten Jahren sehr geholfen hat, meine Kaufentscheidungen und mein Kaufverhalten zu überdenken, möchte ich an dieser Stelle mit dir teilen. Sie wird vielleicht nicht bewirken, dass du weniger konsumierst. Die Art, wie du dies tust, könnte sich jedoch verändern. Sie hat mir geholfen, bewusster einzukaufen und wieder mehr Freude an den Dingen zu empfinden, die ich bereits besitze. Auch Fehlkäufe unterlaufen mir seitdem fast nicht mehr.

Die Frage aller Fragen: Brauche ich das?
Auf den ersten Blick eine ziemlich triviale Frage, die es aber in sich hat, wenn du dir einen Moment Zeit nimmst, sie in ihre Einzelteile zu zerlegen.
BRAUCHE ich das? Oder will ich mit dem Kauf lediglich ein momentanes Gefühl kompensieren? Hallo Lockdown-Leere! Habe ich schon ähnliche Sachen, die dieselbe Funktion erfüllen? Sind vorhandene Produkte überhaupt schon aufgebraucht? Kann ich Altes reparieren (lassen) und weiter benutzen? Es soll tatsächlich noch Schneidereien und Schuster geben! Wie oft werde ich den Gegenstand benutzen? Kann ich ihn mir alternativ auch ausleihen? Die Kleiderei Freiburg ist ein Beispiel von vielen tollen Leih-Konzepten.

Trend oder Wunsch?

Brauche ICH das? Finde ich das Produkt wirklich schön oder will ich es nur haben, weil ich es überall sehe und gefühlt alle anderen Menschen um mich herum es schon haben? Hallo Google-Retargeting und Instagram-Influencer! Handelt es sich um einen Trend, der vielleicht gar nicht zu mir passt? Werde ich das Produkt wirklich nutzen (können)? Wie sieht mein Leben ohne diesen Gegenstand aus? Würde mir tatsächlich etwas fehlen, wenn ich ihn nicht besitze?

Brauche ich DAS? Erfüllt das Produkt überhaupt die gewünschte Funktion? Erfüllt es meine Ansprüche, was Qualität angeht? Gibt es für das Produkt vielleicht auch eine nachhaltigere Alternative, die fair und ressourcenschonend hergestellt worden ist? Ist es genau das richtige Produkt? Soll ich mein Geld in diesen Gegenstand investieren oder vielleicht doch in einen anderen? Habe ich zumindest ein ähnliches Produkt zum Vergleich herangezogen? Wenn es eine größere Investition ist, habe ich einige Nächte darüber geschlafen und brauche ich es ein paar Tage später immer noch?

Wie sich Yoga auf dein Konsumverhalten auswirken kann

An diesem Punkt sind wir wieder bei meinem Lieblingsthema angekommen: Yoga und Meditation. Ich kann meine Hand dafür ins Feuer legen, dass sich meine Einstellung zu Konsum und dem daraus resultierenden Besitzen von Dingen durch meine Praxis über die Jahre verändert hat. Nicht radikal, dafür kontinuierlich und es gibt kein Zurück mehr - sorry H&M! Quasi eine Art positive Nebenwirkung der Praxis abseits der Matte. Vielleicht sollten Yoga-Studios davor warnen, dass die regelmäßige Yogapraxis zu einem bewussteren Konsumverhalten führen kann?

Am Ende geht es doch darum, sich selber immer besser kennenzulernen, alle Gefühle zulassen und einordnen zu können: Will ich die Hose nur, damit XY mich schön findet? Brauche ich das neue Auto wirklich oder bin ich neidisch auf den Nachbarn? Fühlen, annehmen, dann agieren statt blind zu kaufen.

Wo wir wieder beim Konsum wären: Wenn ich Raum zwischen meinem Gefühl und dem Zücken meiner Kreditkarte schaffe, bin ich klar. Ich handle bewusster und kaufe anders ein, denn ich spüre tief in mir, dass ich auch ohne die neue Hose schön bin und dem Nachbar nichts beweisen muss.
Neue Maxime ab heute: Ich atme, also bin ich!
Einfach mal machen, könnte gut werden!

Da aller Anfang schwer sein kann, folgt hier ein kleiner Schlachtplan, um schon dieses Jahr mit den guten Vorsätzen für 2022 anzufangen:

  • Lerne mit dir und deinen Gedanken alleine sein zu können und finde heraus, was du wirklich willst. Das ist ganz allgemein sehr hilfreich aber auch in Bezug auf dein Kaufverhalten! Du wirst erstaunt sein, was das mit deiner Einstellung zu Konsum und Besitz macht über die Zeit. Wer erste Hilfestellungen braucht, ist bei Yoga Jetzt und im Ommm Yoga gut aufgehoben.
  • Verzichte auf Amazon. Auch, wenn AmazonPrime super praktisch und bequem ist, ist es einfach nicht cool! Im Avocadostore, einer grünen Alternative, gibt es nicht ganz so viel Auswahl, dafür ist jedes Produkt nachhaltig und fair hergestellt worden, es werden keine Retouren geschreddert und keine Mitarbeitenden verheizt. Coole Fair Fashion gibt"s bei zündstoff clothing, Klamotten für festlichere Anlässe leihst du dir in der Kleiderei Freiburg bei Maria.
  • Muss das Produkt wirklich online bestellt werden, oder gibt es ein lokales Geschäft, welches das Produkt für mich bestellen kann? Wir erinnern uns: #supportyourlocals!
  • Suche dir heute noch eine Schneiderei und einen Schuster deines Vertrauens und versuche immer erst, die Dinge reparieren zu lassen bevor neu gekauft wird. Lerne den Wert der Gegenstände neu zu schätzen. Wir legen mitunter eine gewisse Gleichgültigkeit an den Tag, wenn wir Geld haben, Produkte (neu) kaufen zu können. Dankbarkeit und Demut sind die Tugenden der Stunde!
  • Last but not least: Du bist toll! Wir befinden uns jetzt seit fast zwei Jahren in einem (emotionalen) Ausnahmezustand mit nur kurzen Verschnaufpausen. Wenn dich die Schuhe oder die Uhr glücklich machen, go for it! Bewusstes Belohnen tut dem inneren Seelenfrieden manchmal einfach gut. In diesem Sinne, auf die Plätzchen, fertig, los - und einen schönen Nikolaus!
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