fudders Adventskalender

Türchen 20: Unsere Weihnachtsbräuche und ihre Bedeutung

Jennifer Fuchs

Weihnachtscountdown mit fudder: Jeden Tag verbirgt sich hinter unseren Türchen eine gute Geschichte, ein wertvoller Tipp oder eine gehaltvolle News. Öffnet mit uns heute Türchen 20: Bräuche an Weihnachten.

Der Weihnachtsbaum

Der immergrüne Tannenbaum steht für Lebensenergie. Durch seine Zweige erhofften sich die Menschen früher einen Schutz gegen böse Geister. Zudem steht Grün für Hoffnung und das Ende des Winters. Lustigerweise kommt der erste geschichtlich erwähnte Weihnachtsbaum aus Freiburg: Im Jahre 1419 wurde von einer Freiburger Bäckerei ein geschmückter Tannenbaum aufgestellt, der zudem mit allerlei Süßigkeiten behangen war. Zu Neujahr durften die Kinder dann davon naschen. Mit jedem Jahr gab es mehr und mehr geschmückte Tannenbäume zur Weihnachtszeit. Allerdings noch ohne die Beleuchtung, denn Wachs war zu dieser Zeit noch sehr teuer. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Weihnachtsbaum auch international beliebt, vor allem in England und der USA.

Adventskranz

Der erste Adventskranz kommt ursprünglich aus Hamburg. Im Jahre 1839 wurde dieser für Kinder hergestellt, um ihnen die Wartezeit bis Heiligabend zu veranschaulichen. Allerdings war der erste Adventskranz aus Holz und bestand aus 23 Kerzen. Davon waren 19 rote, kleine Kerzen und vier große weiße, die für die Adventssonntage standen. Später entwickelte sich daraus die Idee mit dem heutigen Adventskranz, der aus Tannenzweigen und den vier Kerzen besteht. Das Grün der Zweige symbolisiert übrigens die Hoffnung und das Leben, während die Farbe Rot das Blut Christi darstellen soll.

Adventskalender

Auch der Adventskalender soll die Tage bis zur Weihnachtsnacht aufzeigen und kommt ursprünglich aus dem evangelischen Glauben. Früher wurden die Tage ab dem 1. Dezember als Striche mit Kreide an die Wand oder Haustür gemalt. Bei anderen Familien wurden nach und nach 24 religiöse Bilder an die Wand gehängt. Erst im Jahre 1904 kam von einem Münchner Unternehmen der erste gedruckte Adventskalender auf den Markt. Dieser beinhaltete aber noch keine Schokolade, sondern einen Bogen mit 24 Bildern. Von dieser Idee inspiriert entwickelten sich nach und nach weitere Versionen von Adventskalendern.

Der Weihnachtsmann

Ursprünglich entstand der Weihnachtsmann aus einer Geschichte vom heiligen Nikolaus. Er galt als Schutzpate für die Kinder und sein Namenstag wird auch heute noch am 6. Dezember gefeiert. Dieser Brauch, nachdem die Kinder am Nikolaustag kleine Geschenke bekommen, ist übrigens nicht nur in Deutschland üblich. In Russland kommt zum Beispiel das Väterchen Frost und der Sinterklass beschenkt in den Niederlanden die Kinder. Das heutige rote Weihnachtsmannkostüm mit langem, weißen Bart kommt aus den USA und wurde von einer alten Coca-Cola Werbung geprägt. In Deutschland war früher ein Bischofsgewand für den Weihnachtsmann üblicher. Die Bescherung der Kinder fand übrigens auch nur am Nikolaustag statt und nicht wie heute am 24. Dezember.

Das Christkind

Diese Symbolik entstand höchstwahrscheinlich aus der Zeit Luthers. Von ihm kam der Begriff "Heiliger Christ", der sich auf das Jesuskind in der Weihnachtsgeschichte bezieht. In manchen Gegenden wurde so das Symbol des Weihnachtsmannes von dem des Christkindes, dass die Geschenke zu den Kindern bringt, abgelöst. Dargestellt wird das Christkind oft als kleiner Engel mit goldenem Lockenhaar und weißem Gewand.

Die Weihnachtskrippe

Die erste Krippe wurde geschichtlich im Jahre 1223 erwähnt. Der heilige Franziskus von Assisi baute damals eine Weihnachtskrippe mit echtem Esel und Ochse auf. Zur dieser Zeit konnten nur wenige Menschen lesen und schreiben. Daher wollte Franziskus ihnen mit dieser Veranschaulichung die Weihnachtsgeschichte besser verständlich machen. Im Laufe der Jahre gab es immer mehr Weihnachtskrippen, allerdings nachgebaut in kleinerer Ausführung.

Weihnachtsplätzchen

Dieser Brauch kommt ursprünglich aus dem Mittelalter. Damals waren viele Menschen sehr arm, Zucker und Gewürze waren meist unerschwinglich und galten als Luxusgüter. Das Weihnachtsgebäck war für den Winter optimal, es war lange haltbar und enthielt viel Fett. Die wohlhabenden Kloster backten zu dieser Zeit viele Plätzchen im Gedenken an die Geburt vom Christuskind. Sie verteilten die Leckereien unter den armen Einwohnern. Somit wollten sie der ärmeren Schicht auch eine Weihnachtsfreude schenken. Eine weitere Vermutung geht auf die heiligen Hostien (Oblaten) zurück, die für das Leib Christus stehen. Noch heute gibt es typisches Weihnachtsgebäck, wie die Maronenplätzchen die auf Oblaten gebacken werden.

Mehr zum Thema: