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Türchen 16: Wie feiern andere Länder Weihnachten?

Jennifer Fuchs

Wie feiern die Menschen in Lettland Weihnachten? Und wann bekommen die Griechen ihre Geschenke? Was essen Äthiopier zu Weihnachten? Eine Übersicht über Weihnachtsbräuche in anderen Ländern gibt’s in Türchen 16.

Äthiopien

In Ostafrika wird das Weihnachtsfest erst am 6. Januar gefeiert und steht gleichzeitig für das Ende der Fastenzeit. Zuerst wird ein mehrstündiger Gottesdienst besucht, wo die Äthiopier weiße Kleidung tragen und jeder eine Kerze bei sich führt, die später gemeinsam entzündet wird. Als Festtagsessen steht meist das Nationalgericht "Dort Wat" , ein pikanter Hühnereintopf, auf dem Tisch. Danach wird ausgiebig getanzt und gefeiert.

Spanien

Ähnlich wie bei uns in Deutschland wird in Spanien an Heiligabend die Weihnachtsmesse besucht und anschließend gibt es ein großes Familienessen. Mit der Bescherung müssen die Kinder allerdings warten. Erst am Feiertag der Heiligen Drei Könige gibt es die langersehnten Geschenke. Ein Tag zuvor, also am 5. Januar, gibt es in den meisten Städten und Dörfern einen Umzug um die Ankunft der drei Könige zu feiern. Abends ist es Brauch, dass die Kinder Brot und Wasser vor die Haustür stellen. Als Dankeschön finden sie am nächsten Morgen dann dort ihre Geschenke.

Lettland

In Lettland wird nicht nur das Weihnachtsfest gefeiert, sondern zeitgleich auch die Wintersonnenwende. Ab diesem Zeitpunkt werden die Tage wieder länger. Traditionell verkleiden sich die Einwohner als Tiere und ziehen so um die Häuser, um die bösen Geister zu verjagen. Um der Sonne mehr Energie zu schenken, wird als Symbol ein großer Holzbalken verbrannt. Das Festessen fällt sehr deftig aus – mit Blutwurst, Sauerkraut oder Schweinebraten.

Mexiko

In Mexiko wird ab Mitte Dezember bis zu Heiligabend die Geschichte von der Geburt Jesu nachgespielt. So wird ein verkleidetes Paar, dass Maria und Josef darstellen soll, an der Haustür immer wieder abgewiesen, bis ihnen letztendlich doch Einlass gewährt wird. Daraufhin gibt es eine große Fiesta und die Kinder schlagen die traditionelle "Pinata", eine bunte Pappfigur, die mit Süßigkeiten gefüllt ist. An Heiligabend wird ebenfalls ausgiebig gefeiert und die meisten Familien haben einen künstlichen Tannenbaum in schrillen Farben wie pink oder blau in ihrem Zuhause stehen.

Neuseeland

Die Neuseeländer feiern Weihnachten bei sommerlichen Temperaturen. Typisch ist der sahnige Weihnachtskuchen namens "Pavlova", der mit Kiwischeiben verziert wird. Zudem gibt es viele süße Gerichte und vor allem Eis.

Australien

Ebenfalls im Sommer feiern die Australier ihr Weihnachtsfest. Daher gibt es dort meist nur aufgeblasene Christbäume. Bei vielen Familien ist es zudem Tradition am ersten Weihnachtsfeiertag am Strand zu picknicken.

Griechenland

Um sich vor bösen Geistern zu schützen, brennen in Griechenland zwölf Tage lang öffentliche Feuerstellen. Anstatt eines Weihnachtsbaumes stellen viele Familien ein Schiffchen mit Lichterketten an das Fenster. Als Festessen gibt es oft gefüllten Truthahn und die Süßspeise "Melomakarona", die aus Mandeln und Grieß besteht. Mit der Bescherung muss man allerdings warten, denn die Geschenke gibt es erst am 1. Januar.

Schweden

Im schwedischen Norden sollte man trotz der eisigen Temperaturen für die Bescherung das Fenster öffnen. Denn dort werden die Geschenke durch das Fenster geworfen. Kulinarisch gibt es an Heiligabend zudem ein leckeres Weihnachtsbuffet, mit landestypischen Spezialitäten wie den Fleischbällchen "Köttbular", Lachs und eingelegten Hering. Dazu trinken die Schweden "Glögg" ein glühweinähnliches Getränk. Als Glücksbringer wird zudem eine Schüssel mit Milchbrei vor die Haustür gestellt. Dies soll die Hausgeister zufrieden stimmen.

Ungarn

Ab dem 13. Dezember, am "Luca-Tag" beginnt in Ungarn eine wichtige Vorweihnachtliche Tradition. Ab diesem Tag wird Stück für Stück mit dem Bau des "Luca széke" begonnen – ein Holzstuhl, der zu Heiligabend fertig werden soll. Der Stuhl wird dann zur Weihnachtsmesse mitgebracht und man stellt sich auf den Stuhl. Angeblich soll man dann von dort oben die bösen Geister sehen und sie vertreiben können. Ein zusätzlicher Brauch ist es am Luca-Tag einen kleinen Topf Weizen zu säen. Angeblich soll man dann mit verschiedenen Methoden die Möglichkeit haben, den zukünftigen Ehemann eines heranwachsenden Mädchens vorherzusagen.

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