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Türchen 14: Lebkuchen Schmidt produziert nach traditionellem Rezept

Miriam Wißler

Etwas versteckt in der Salzstraße öffnet für wenige Monate im Jahr die Saisonfiliale des Unternehmens Lebkuchen-Schmidt. Verkauft werden originale Nürnberger Lebkuchen. Andreas Hock beantwortet der fudder-Redaktion Fragen zum Traditionsgebäck.

Herr Hock, können Sie uns das Familienunternehmen Lebkuchen Schmidt vorstellen?

Unser Unternehmen wurde 1927 gegründet - und war im Prinzip eines der ersten Versandhäuser Deutschlands. Der Firmengründer kam durch Zufall an einen Eisenbahnwaggon voller Lebkuchen. Weil er nicht wusste, wie er die Ware verkaufen soll, hat er sie einfach zu kleinen Päckchen gepackt und angeboten, sie seinen Kunden nach Hause zu schicken. Diese Geschäftsidee war damals genial und ist es bis heute. Noch immer gibt es unsere Produkte nur bei uns zu kaufen, entweder direkt im Online-Shop oder in einer unserer rund 150 Filialen, die vorwiegend im Winter in italienischen Eisdielen eingerichtet werden. So wie in Freiburg.

Seit wann gibt es die Filiale in Freiburg?

Die Filiale gibt es seit 1996. Bis 2004 hatten wir dafür ein Eiscafé in der Schusterstraße angemietet, das aber eines Tages geschlossen wurde. Seit 2005 sind wir im Eiscafé Mona Lisa an unserem jetzigen Standort, wo wir immer von Anfang November bis Weihnachten unsere Gebäcke verkaufen. Wir sind sehr gern in Freiburg - und haben den Eindruck, dass die Freiburger unsere Spezialitäten auch sehr gerne mögen.

Was macht die Lebkuchen so besonders?

Wahrscheinlich, dass sie sich seit sehr langer Zeit kaum verändert haben. Wir backen im Prinzip noch heute genauso, wie vor fast 100 Jahren - natürlich mit moderneren Maschinen, aber nach unseren althergebrachten Rezepten. Es gibt zwar immer wieder mal eine neue Sorte, etwa heuer unsere "Elisen-Königin" mit fast 50 Prozent Nussanteil. Aber die "Klassiker" schmecken genauso gut, wie sie jeder vermutlich noch aus seiner eigenen Kindheit kennt.

Was sind die "Bestseller"?

Ganz klar der Lebkuchen mit dunkler Schokolade. Das wird vermutlich auch immer so bleiben.

Was ist die ungewöhnlichste Sorte?

Unsere Bäckermeister entwickeln jedes Jahr neue Rezepturen, die dann über einen langen Zeitraum immer wieder erprobt und angepasst werden, bis alles stimmt. Wichtig ist dabei nur, dass diese den grundsätzlichen Charakter des Lebkuchens nicht verändern. Deswegen gibt es einen Punsch-Lebkuchen, einen Lebkuchen mit gebrannten Mandeln oder welche mit Cashewnüssen. Es wird aber wohl nie einen rosa Einhorn-Lebkuchen geben oder etwa eine Variante mit Wasabi. Da sind wir konservativ. Man muss nicht jeden kurzlebigen Trend mitmachen.

Wie wird mit dem Thema Nachhaltigkeit umgegangen?

Schon seit vielen Jahren spielt Nachhaltigkeit eine große Rolle in unserem Produktionsprozess. Wir verwenden beispielsweise nur Schokolade, die aus Fairtrade-Kakaobohnen hergestellt wurde, haben den Anteil an regenerativen Energien an unserer Stromversorgung massiv ausgebaut, versenden CO2-neutral und versuchen, Verpackungsmaterial einzusparen. Wir suchen immer weiter Potenzial für derartige Maßnahmen - erst im letzten Jahr haben wir eine bienenfreundliche Bepflanzung auf unserem Firmengelände angelegt. Mehr zum Thema: