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Türchen 13: In der Wiehre kannst Du Weihnachtsbäume mit Makel kaufen

Clara Müller

Am 18. Dezember findet in der Wiehre wieder der etwas andere Weihnachtsbaumverkauf statt. Die Tannen haben kleine Makel. Der Erlös geht an eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Peru.

Abgebrochene Spitze oder ein bisschen zu kahl - die Tannenbäume, die der Arbeitskreis Lima aus der Kirchengemeinde St. Cyriak und Perpetua in der Wiehre kurz vor Weihnachten verkauft, sind oft nicht ganz perfekt. "Es sind schöne Bäume, aber sagen wir mal so, nicht alle würden einen Schönheitspreis gewinnen", so Hans-Joachim Bumann. Er ist Mitglied des AK-Limas und veranstaltet gemeinsam mit den anderen Mitgliedern seit über 30 Jahren den Weihnachtsbaumverkauf.

Angeboten werden Bäume, die bei kommunalen Verkäufen im Markgräflerland übrigbleiben. Bevor die Tannen entsorgt oder zerhackt werden, gibt der AK-Lima ihnen eine zweite Chance. "Die 50 bis 60 Bäume, die nach dem Verkauf in den Gemeinden übrigbleiben, werden an uns gespendet. Eine Baufirma leiht uns einen LKW, mit dem holen wir die Tannen ab und bringen sie zu uns in die Wiehre."

Erlös der Bäume für den guten Zweck

Dort gibt es mittlerweile eine feste Kundengemeinde, die sich an kleinen Besonderheiten am Weihnachtsbaum nicht stört. So seien zwei Spitzen mal etwas anderes oder ein einseitiger Wuchs des Baumes für das Zimmereck doch eh praktischer. Anders als bei vielen normalen Verkaufsständen orientieren sich die Preise des Baumes nicht nur an der Größe, sondern auch am Aussehen der Tanne und an den finanziellen Möglichkeiten der Käufer*innen. Denn letztendlich gehe es um die Zufriedenheit der Kunden*innen – das ist dem Team des AK-Lima wichtig. So kam es auch schon vor, dass ein Käufer seinen Baum wieder zurückgebrachte und gegen einen anderen, makelloseren eintauschen konnte, da seine Frau ihn doch etwas zu hässlich fand.

Da die Tannen und der Transport keine Kosten verursachen, könne der Erlös der verkauften Weihnachtsbäume zu einhundert Prozent nach Peru gespendet werden, so Bumann. Mit dem Geld wird das Behindertenhaus "Yancana Huasy" in der Hauptstadt Lima unterstützt. Dort werden behinderte Kinder und Jugendliche aus einem Armenviertel Limas gefördert. Die Kinder bekommen Physiotherapie und den Eltern wird neben der Betreuung der Kinder mit einer ärztlichen Beratung geholfen. "Die Familien leben in kleinen Hütten, eine Behandlung für ihre Kinder könnte sich dort niemand leisten", sagt Bumann.

Die Unterstützung für die behinderten Kinder und Jugendlichen ist in den Armenvierteln Perus keine Selbstverständlichkeit. "Normalerweise werden behinderte Kinder zu Hause gelassen, man versteckt sie, da man sich nicht mit ihnen zeigen will", so Bumann. "Der Ansatz von Yancana Huasy ist, dass man die Kinder rausholt. Wenn es dieses Haus nicht gäbe, dann würden diese behinderten Kinder zu Hause vor sich hinvegetieren."
Info: Verkauft werden die Bäume am Samstag, 18.12. ab 9 Uhr in der Prinz-Eugen-Straße beim Pfarrzentrum Franziskus.

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