Trommeln, Beatboxen und Schäkern: Jamie Cullum im Konzerthaus

Jule Markwald

Zum dritten Mal war Jamie Cullum am Sonntag in Freiburg. Eine Art Heimspiel also, was das Publikum auch so zu sehen schien: fudder-Autorin Jule Markwald verspürte ein kollektives Gefühl von "unser Jamie" und stand am Ende tanzend und ekstatisch singend vor der Bühne.



Manchmal weiß man ja nicht, dass man gleich anfängt zu weinen. Bis man eben anfängt zu weinen. Wenn Jamie Cullum an seinem Flügel sitzt und eine sehr reduzierte Version von „Blackbird“ singt, dann ist das ein ziemlich guter Grund, ein paar Tränchen zu verdrücken. Vor allem wenn man fünf Minuten später laut lacht, einfach, weil das, was man da auf der Bühne sieht, so versiert und enthusiastisch und catchy ist, dass Lachen die einzig adäquate Reaktion ist.

Schon der Support-Act – die Texanerin Kat Edmonson – wird vom Publikum frenetisch beklatscht. Auch wenn sie äußerlich ein wenig an Natalie Portman mit kurzen Haaren erinnert, ihre Stimme klingt eher nach einer Mischung aus Dolly Parton und Norah Jones. Zwischen den Songs erzählt sie kleine Anekdoten aus dem Touralltag und zwingt ihren Gitarristen dazu, seine paar Brocken deutsch auszupacken.



Nach einer kurzen Umbauphase betritt Jamie Cullum dann samt Band die Bühne und legt ohne Umschweife los. Das Publikum ist von Anfang an mehr als euphorisch, zwischen jedem Song wird geklatscht, getrampelt und gepfiffen.
Wie schon bei den Konzerten der vorigen Jahre, ist Jamie Cullum ein absolutes Energiebündel. Wie so viel Energie und Zappeligkeit in einen so kleinen Mann geht, ist und bleibt ein Rätsel. Wenn er nicht gerade auf irgendetwas trommelt oder am Klavier alle zwei Sekunden von seinem Hocker aufspringt, dann beatboxt er sich durch ein Medley aus Rihanna und Daft Punk oder schäkert mit dem Publikum und seiner Band.

Alle tanzen und singen ekstatisch

Als er gegen Ende des Konzerts die Zuschauer auffordert, nach vorne zu kommen, lassen die sich nicht zweimal bitten. Ruckzuck ist der Raum vor der Bühne rappelvoll, alle tanzen und singen ekstatisch mit.

Als Jamie Cullum irgendwann die Bühne verlässt, singt das Publikum unbeirrt den Hook seines Songs „Save your soul“ weiter, bis er für einen letzten Song auf die Bühne zurückkommt. Wie schon beim letzten Mal schließt er die Show mit seinem Song „Gran Torino“, den er für den Soundtrack des gleichnamigen Clint-Eastwood-Films geschrieben hat. „Ich hoffe ich werde hier noch viele Jahre lang Konzerte geben!“, sagt er noch.

Das hoffen wir auch, Jamie. Das hoffen wir auch.



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