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Tipps für Single-Haushalte zu weniger Verschwendung in Freiburg

Clara Dünkler

Man kennt es: Man will ein neues Rezept ausprobieren, kauft dafür bestimmte Zutaten extra ein – und nutzt sie nie wieder. Irgendwann landen sie im Müll. Wir haben Tipps, wie DU weniger Lebensmittel wegwerfen musst.

Es ist kein Geheimnis: Wir verschwenden Unmengen an Lebensmittel. In Deutschland werden jährlich etwa 4,4 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten produziert. Eine Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) besagt, dass 44 Prozent der Abfälle vermeidbar sind. Besonders Einpersonen-Haushalte werfen mehr weg, als sie müssten. Zu ihnen zählen auch die meisten Studierenden. Obwohl man in einer WG oder einem Wohnheim lebt, ist es unterschiedlichen Rhythmen und Tagesabläufen geschuldet, dass man nur für sich selbst einkauft und kocht. Das klingt einfach, ist es aber oft nicht.


Lebensmittelverschwendung betrifft nicht nur das Lebensmittel an sich, sondern auch sämtliche Ressourcen, die zur Herstellung, Verarbeitung und zum Transport verwendet wurden. Außerdem wirft man praktisch sein Geld in den Müll. Und das kann man sich als Studierende nun wirklich nicht leisten. Was kann man also tun?

1. Kein abgepacktes Obst und Gemüse kaufen

Häufig werden Verbraucherinnen und Verbraucher förmlich dazu gezwungen eine größere Menge zu kaufen, als sie eigentlich brauchen, da Sonderangebote oder vorportionierte Verpackungen angeboten werden. Gerade bei frischem Obst und Gemüse, das erschreckend schnell seine besten Tage hinter sich hat, ist es ausschlaggebend keine zu große Menge zu kaufen. Deswegen lieber zu den losen Tomaten greifen, als zu denen in der Packung. Positiver Nebeneffekt: weniger Plastikmüll.

2. Besser zu wenig, als zu viel

Besser nicht für die ganze Woche einkaufen, sondern immer nur das, was man in den nächsten Tagen tatsächlich benötigt. Das bedarf ein wenig Vorausplanung, aber es lässt sich besser einschätzen.

3. Nicht immer Lust auf dasselbe?

Wir wollen abwechslungsreiches Essen: Nicht jeden Tag dasselbe und trotzdem muss jeder zugeben, ganz so vielfältig ist unsere Ernährung trotzdem nicht. Wie wäre es also, anstatt möglichst viel Unterschiedliches einzukaufen, bei der Zubereitung zu variieren. Wenn man nur für sich kocht, schafft man es nicht unbedingt für ein Essen eine ganze Paprika zu verwerten. Mit einer Paprika kann man allerlei machen: Salate, Ofenpaprika, Soßen, Aufstriche..

4. Das Problem mit der Menge

Rezepte sind selten nur für eine Person angelegt. Stellt man die Portionsgröße auf 1 wird man mit unschönen Kommazahlen konfrontiert – wie 0,33 Kürbisse. Deswegen ist es nützlich zu wissen, wie viel man ungefähr an Reis, Nudeln oder Kartoffeln pro Person berechnet. Grob kann pro Person mit 120-150 g Nudeln, 100g Reis und etwa 200g Kartoffeln gerechnet werden. Die wenigsten werden dafür vermutlich eine Waage zu Rate ziehen. Die richtige Menge an Nudeln lässt sich gut abschätzen, indem man sie vor dem Kochen schon auf einen Teller gibt und diese dann kocht. Für Reis bietet sich eine Tasse als Einheit an.

5. Machen wir uns doch keine Illusionen

Die wahre Kunst des Alleine-Kochens ist die Resteverwertung. Selbst wenn man alles darauf angelegt hat, die richtige Menge einzukaufen und zuzubereiten – es bleibt immer etwas übrig. Mal war man hungrig einkaufen, immer ein sehr risikoreiches Unternehmen, oder eben der Klassiker: die Augen waren größer als der Magen. Jetzt steht man vor seinem Kühlschrank, hat einen Rest Nudeln, ein bisschen Reis, vielleicht noch eine Soße und eine Gurke. Was soll man damit machen? Die Frage hat sich das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft auch gefragt und eine App entwickeln lassen: "Beste Reste". Hier kann man einfach seine vorhandenen Reste eintippen und es werden mögliche Rezepte vorgeschlagen.

Und wo kann ich jetzt 0,33 Kürbisse kaufen?

Das wird tatsächlich schwierig. Aber Freiburg hat einige Anlaufstellen, bei denen einem nicht die Einheitspackungen aufgedrängt werden.
Unverpackt Optionen
  • Glaskiste
    Freiburgs Unverpacktladen direkt hinter der Unibibliothek in der Moltkestraße 15. Im Internet findet man sogar das aktuelle Sortiment, es lässt sich sehr bequem im Voraus abschätzen, was man hier bekommen kann.

    Glaskiste: Web
  • Der Quatiersladen
    Der Bioladen aus Vauban bietet ebenfalls einige Produkte unverpackt an und unterstützen einen bedarfsgerechten Einkauf.
    Quartiersladen: Web
  • Bioladen Verde

    Der Bioladen im Stadtteil Herdern wird von den Betreibern der Glaskiste übernommen und so zu einem weiteren Unverpacktladen in Freiburg. Adresse: Habsburgerstraße 48

Märkte

Eigentlich hat jeder Stadtteil Freiburgs seinen eigenen Wochenmarkt und es lohnt sich seinen Einkauf so zu legen, dass man diesen auch tatsächlich besuchen kann. Grade Obst oder Gemüse ist auf dem Markt günstiger als im Geschäft und lässt sich hier auch in kleinen Mengen kaufen.