The Fast Forwards im Slow Club: Tanz auf dem Tresen

Hannar & Max Orlich

Ein winziger, rauchgeschwängerter Club, ein Schlagzeug, ein Bass, zwei Gitarren und die Info, das Freiburger Publikum sei besser als das Stuttgarter – was braucht es mehr, um ein Indie-Konzert zu einem besonderen Abend zu machen? Ach so, ja: die Fast Forwards.



"Indierock im Stil von Mando Diao“ – so die Ankündigung für den Gig im Slow Club. Und wenn man sich die vier Jungs so anschaut, lässt sich tatsächlich nicht leugnen, dass sie einige Klischees auffahren, die einem spontan auch zu Mando Diao einfallen würden: Die vier Schweden sind hübsch anzuschauen, in Vintage-Jackets gekleidet und tragen Notenschlüssel-Tätowierungen. Vorne hüpfen die Mädels und werfen ihnen schmachtende Blicke zu.

Ein Klischee fällt spätestens mit dem Schlussakkord des Eröffnungsstücks „Ayw“: Die Fast Forwards sind keine der Bands, die der Indie-Retorte entsprungen sind und den immer gleichen Sound runternudeln. Ihre Songs laden ein zum Mittanzen, Mitwippen und Mitsingen. Besonders die Singles „Lonely Times“ und „Felicia“ begeistern das bunt gemischte Publikum und ernten viel Beifall und Jubelrufe.

Auch ein charismatischer Sänger, wie Gabriel Alares es zweifelsfrei ist, ist keine Seltenheit im Indiegeschäft. Allerdings kann er, im Gegensatz zu manch anderem Frontsänger, vor allem durch guten Gesang überzeugen. Nur die mehrstimmigen Passagen hätten die vier Herren durchaus nochmal proben können.



Auch die oft gesehene Distanz zwischen Sänger und Publikum ist nicht vorhanden. Ebenso wenig wie die Arroganz, die Indiebands häufig bescheinigt wird. Obwohl, die Frisur mag und muss auch bei den Fast Forwards des Öfteren an diesem Abend gerichtet werden! Aber das Publikum klatscht begeistert und wird zum Nach- und Mitsingen aufgefordert, ebenso wie die Fast Forwards das Publikum beklatschen und brav dessen Zurufen folgen. So hüpfen, jubeln und tanzen sich Publikum und Band im Kollektiv durch ein äußerst gelungenes Konzert. Und wir kriegen bescheinigt: Das Freiburger Publikum ist viel besser als das in Stuttgart, so der Frontmann.

Der Zugabenteil fällt allerdings fast ins Wasser – oder besser: ins Bier. Einer der Gitarrenamps gibt den Geist auf, vermutlich durch Gerstensaft. Irgendwie kann das zickige Gerät dann nach kurzer Unterbrechung doch wiederbelebt werden und die Fast Forwards können allen technischen Tücken zum Trotz ihr vermutlich bestes Lied, eine Hymne auf ihre Heimat „Stockholm“, zum Besten geben.

Zum Schluss darf dann doch noch ein Klischee erfüllt werden, eine letzte große Pose wird ausgepackt: Sänger Gabriel Alares hüpft auf den Tresen und feiert sich selbst noch ein bisschen. Und die Crowd feiert ausgelassen mit, ganz so, als würde sie selbst ein Tänzchen auf der Theke hinlegen.


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Foto-Galerie: Max Orlich

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