The Bishops im E-Werk: Sixties-Mania

Alexander Ochs

Wer bei The Bishops an Kirchenmusik denkt, liegt völlig falsch. Kult trifft es da schon eher. Alex huldigt den Predigern des wiederauferstandenen Sixties-Beat-Pop, die gestern Abend im E-Werk waren.



Bevor die drei „Bischöfe“ die Bühne betraten, hieß es erstmal, fünfe gerade sein zu lassen. Als Vorband standen Six Nation State aus Southampton auf dem Programm, ihren Namen verdanken sie dem White-Stripes-Song Seven Nation Army.

Zu sechst gestartet, besteht die Band mittlerweile aus fünf Mitgliedern. Sie selbst nennen ihre Musik Gypsy Punk!?, mit Ausrufe- und Fragezeichen; und bevor sich die Fragesteller rühren konnten, hatten sie schon ein erstes Ausrufezeichen gesetzt. Der partytaugliche Opener „Can't Let Go“ punktet, prunkt und „punkt“ mit Sambarhythmen und Trillerpfeifen.

Mit einer Irrsinnsenergie legt das in Blazern gewandete Gitarrentrio in vorderster Reihe los: Sänger Gerry mit seiner rotzigen Rockröhre sowie Rich und Neil zu seiner linken und rechten Saite Seite, allesamt wie unter Strom.
Und bei ihrem Auftritt hatte die Band schon einen sitzen – Bassist John hatte sich am Fuß verletzt und musste den Gig im Sitzen absolvieren.

So bot sich den Zuschauern ein Bild mit Seltenheitswert – eine sitzende Rhythmusfraktion mit Alexei am Schlagzeug. Augenlider und Haare tendenziell auf Halbmast geflaggt, ledert die Gitarrenfraktion volle Lotte los, so dass man schon Angst hatte, die Bühne in der E-Bar würde der wuchtigen Dynamik nicht standhalten. Bühne und Equipment wippten mit zu britisch geprägtem Indie-Rock, dem etwas Ska, ein Tick Folklore, ein Schuss Reggae sowie gänzlich unpeinliche Mitgrölchöre beigemischt waren. Melodiös-eingängig und trotzdem „schmutzig“ klangen ihre Songs.



Stilecht huldigten anschließend The Bishops ihren Ikonen der 60er Jahre, allen voran den Beatles und der Beat-Fraktion.

Komplett in Schwarz-Weiß betritt das Rock’n’Roll-Trio aus London die Bühne: Die Zwillingsbrüder Mike (Gitarre) und Pete Bishop (Bass) in schwarzem Anzug und weißem Hemd mit schwarzem, schmalem Schlips sowie Drummer Chris in schwarz-weiß-gestreiftem Pulli.

Die black and white Streifen ziehen sich wie ein roter, nein weißer Faden durchs Werk der Bishops: Vom Outfit über Website und Cover-Art bis hin zur Tatsache, dass sie ihr Debütalbum mit dem White Stripes-Produzenten Liam Watson eingespielt haben.

Jede Geste, jede Pose, jede Bewegung, jede Haarsträhne wirkte wie auferstanden aus den Sixties: Ihre Pilzköpfe schüttelnd, schwangen die Zwillinge das Tanzbein zur flirrenden Gitarre und zum stetig pumpenden Bass, während der Drummer einen knackigen Beatrhythmus servierte. Sehr eye- and ear-catchy, charmant und herrlich harmonisch wirkte ihr solides und straightes Set.

Die Sixties-Mania funktionierte so gut, dass auch der Kreischreflex beim Publikum automatisch ausgelöst wurde.

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