Ernährung

Teil 4 "Veganuary": Welche Lebensmittel überraschend nicht vegan sind

Jana Kohlschütter

Nicht alles, was auf den ersten Blick vegan erscheint ist es auch. Dafür überraschen einige andere Produkte wiederum mit ihrer rein pflanzlichen Zutatenliste. fudder-Autorin Jana ist diese Woche noch tiefer in die Welt der Zutaten eingetaucht.

Nach Woche zwei im Veganuary komme ich so langsam in der veganen Welt an oder habe zumindest das Gefühl, es zu tun. Ich weiß, was ich morgens schnell und unkompliziert frühstücken kann, wenn ich in Eile bin und keine Zeit für Frühstücksbrei oder Smoothie Bowls habe, weiß, in welchem Supermarkt ich meine liebsten Ersatzprodukte bekomme und finde mich auf den Zutatenlisten schnell zurecht, wenn ich doch nochmal auf Nummer sicher gehen möchte.

Und auf Nummer sicher zu gehen hat sich schon das ein oder andere Mal bewährt. Denn zu meinem Erstaunen musste ich feststellen, dass einige Produkte, die ich schon fest in meinen Speiseplan eingeplant hatte oder seit Jahren überzeugt kaufe, gar nicht unbedingt vegan sind.

Bei welchen Produkten ihr aufpassen solltet:

Sekt und Wein
Dass es auch nicht veganen, beziehungsweise vegetarischen Sekt oder Wein gibt wusste ich schon, da ich seit einiger Zeit vermehrt die Siegel auf den Flaschen bemerke, die zum Glück eine Vielzahl der Getränke schon als vegan kennzeichnen und es diesbezüglich recht einfach machen. Aber warum gibt es überhaupt nicht rein pflanzlichen Alkohol? Peta hat mir diese Frage recht schnell beantworten können: der Ursprung liegt im Herstellungsprozess, bei dem meist zum Klären des Getränks Stoffe wie Gelatine, Eiklar oder sogar Schwimmblasen von bestimmten Fischen genutzt werden. Kennzeichnen müssen das die Herstellenden leider nicht immer, wodurch ich ab jetzt nur noch eindeutig als vegan deklarierte Getränke kaufen werde. Gleiches gilt übrigens auch für Fruchtsäfte, also immer schön die Augen offenhalten nach dem grünen Vegan-Siegel.

Margarine

Hier dachte ich wirklich, ich könnte blind jede Margarine im Supermarkt ohne Bedenken kaufen, denn ist es nicht die pflanzliche Alternative zu Butter? Tja, falsch gedacht: bei utopia habe ich nachgelesen, dass sich unter anderem Molke, Fischöl und Zusatzstoffe aus tierischen Fetten in Margarine verstecken können - also alles andere als vegan! Ich achte also auch dort jetzt darauf, nur vegan gekennzeichnete Bio-Margarine zu kaufen, die außerdem frei von Palmöl ist. Denn auch das ist etwas, was ich kritisch sehe.

Chips
Auch bei Chips heißt der nicht vegane Übeltäter: Zusatzstoffe! Geschmacksverstärker und Aromen können laut utopia nämlich beispielsweise aus Butterreinfett, Süßmolkepulver, Milcheiweiß, Käsepulver, tierischem Lab oder sogar Schweinefleischpulver bestehen. Deswegen greife ich auch am liebsten zu ganz schlicht gesalzenen Chips, bei denen man meist wenig falsch machen kann.

Und auch abseits der Lebensmittel habe ich mich mit dem veganen Lifestyle beschäftigt. Denn auch in herkömmlichen Alltagsprodukten können sich tierische Stoffe verstecken, wo man es teilweise wirklich gar nicht erwarten würde:

Kondome
Auch hier ist es nicht das Produkt selbst, sondern vielmehr der Herstellungsprozess, bei dem tierische Produkte verwendet werden, wodurch man tatsächlich auch dabei auf vegane Hersteller achten sollte, wenn man ganz genau sein möchte. Ein Milchprotein namens Kasein kommt bei den nicht veganen Produkten in der Herstellung häufig zum Einsatz, auf das aber auch problemlos verzichten werden kann (Quelle:Geo).

Nagellack
Ein Thema, das schon länger auf meinem Radar ist, welches ich jetzt aber nochmal genauer angehen möchte ist meine Kosmetik. Dass es hier häufig noch zum Einsatz von tierischen Produkten kommt, ist wohl schon bekannt. Den Veganuary möchte ich deswegen auch nutzen, um nochmal meine liebsten Produkte zu checken und eventuell durch eine komplett vegane und am besten noch naturkosmetische Alternative zu ersetzen. Vor allem bei Nagellack sind oft einige kritische Stoffe enthalten, wie beispielsweise zerquetschte Schildläuse (Karmin oder auch Cochenille), Fischschuppen (Guanin) oder Tierhaare (Keratin). Um bei diesem komplexen Thema einen besseren Überblick zu bekommen, habe ich mir einen Artikel auf utopia durchgelesen.

Um mit etwas Positivem zu Enden: Auch einige Produkte, die nicht als vegan gekennzeichnet sind, sind es oft trotzdem. Auch hier lohnt sich also ein Blick auf die Zutatenliste. "Veganuary" selbst hilft hier auch mit einer ausführlichen Liste überraschend veganer Produkte. Und für die Zukunft soll die App "VeganCheck" abhilfe schaffen, die derzeit noch im Betatest ist, mit der ihr dann aber hoffentlich ganz schnell Produkte im Supermarkt scannen könnt und direkt wisst, ob es sich um ein veganes oder nicht veganes Produkt handelt! Oder ihr geht einfach direkt in einen komplett veganen Supermarkt, was uns Freiburger:innen ja hoffentlich auch bald im vegan Store möglich sein wird.