Ernährung

Teil 3: Wie man sich auf Reisen vegan ernährt

Emma Tries

Wer verreist oder viel unterwegs ist, muss sich vorbereiten: Denn nicht überall gibt es gesunden veganes Essen. Emma Tries reiste diese Woche nach Norwegen und hat das sogenannte "Meal Prepping" für sich entdeckt.

11. Januar – Vegan to go

Die letzten Tage habe ich viel damit verbracht, im Supermarkt Zutatenlisten abzuchecken. Am Anfang hat das viel Zeit gebraucht, doch jetzt – nach fast zwei Wochen – habe ich das Gefühl den Dreh rauszuhaben: Die meisten nicht-veganen Zutaten sind als Allergen fettgedruckt wie zum Beispiel Milchpulver oder Eiweiß. Andere Zutaten wie Honig, Bienenwachs oder Gelatine stehen allerdings in normaler Schrift auf der Liste. Aber wenn man weiß, worauf man achten muss, kann man die Zutaten nach kurzer Zeit schnell abscannen.

Vor zwei Tagen bin ich zurück nach Norwegen gereist, um mein Auslandssemester fortzusetzen. Und wer längere Zeit im Zug oder Flugzeug unterwegs ist, braucht was zu essen. Oft bin ich leider so faul oder unorganisiert, dass ich mir am Bahnhof oder Flughafen etwas zu Essen kaufe - meistens beim Bäcker oder an einem Kiosk. Vegetarisch ist das oft kein Problem, aber ich wusste, dass es vegan wahrscheinlich etwas komplizierter sein wird. Deswegen habe ich mich diese Woche mal ein wenig damit beschäftigt, wie man sich das vegane Reisen etwas leichter machen kann:

1. Meal-Prep

Sich ein Vesper (wie wir in Baden sagen) auf den Weg mitzunehmen klingt wie eine sehr offensichtliche Lösung, aber wie schon erwähnt, fehlt mir leider oft die Zeit im Vorhinein Essen vorzubereiten. Allerdings stellt man mit einem selbstgepackten Essen sicher, dass man etwas veganes zu Essen hat, man schont den Geldbeutel und die Umwelt, weil man meistens sehr viel weniger Plastikmüll verursacht. Vorbereitet zu sein lohnt sich also und ich werde auf jeden Fall versuchen, in Zukunft nicht auf den letzten Drücker zu packen, sodass genug Zeit fürs Essen vorbereiten bleibt. Mal sehen, wie das funktioniert.

Dieses Mal habe ich mir Brötchen mit veganem Feta und einen Couscous-Salat gemacht. Für weitere Ideen gibt es auf YouTube viele Rezepte für Mahlzeiten, die schnell gemacht und leicht mitzunehmen sind. Zum Beispiel das hier:



Weitere schnelle und einfache Ideen sind unter anderem Overnight-Oats, aufgeschnittenes Obst oder Nüsse.

2. Wissen, wo man suchen muss

Wenn es doch mal spontan sein muss, finden sich mittlerweile in den meisten Bäckereien oder Kiosks einige vegane Sachen to go – man muss nur wissen was. Brötchen ohne Belag sind meistens vegan, Laugenstangen oder Brezeln wiederum beinhalten manchmal Schweineschmalz. Da lohnt es sich also nachzufragen. Die meisten Schokoriegel oder Gummibärchen sind nicht vegan, mittlerweile gibt es aber zum Beispiel immer mehr vegane Proteinriegel, die auch für längere Zeit satt machen. Und wenn’s was Süßes sein soll: "Mr. Tom" und Oreos sind überraschenderweise vegan und auch fast überall zu finden.

3. Sich darüber bewusst sein, wo man hinfährt

In Deutschland findet man in den Städten mittlerweile immer irgendetwas Veganes zu Essen. Allerdings kann dies an anderen Orten schwieriger sein: in Ländern wie Italien, Spanien oder Norwegen muss man manchmal lange suchen, bevor man fündig wird, vor allem, wenn man sich außerhalb großer Städte befindet. Auf dem Land ist es auch hier oft nicht so leicht, sich vegan zu ernähren. Wenn man also eine Reise plant, sollte man sich vorher darüber informieren, wie vegane Angebote auf dem Weg oder vor Ort aussehen. Um sich einen Überblick zu verschaffen, wo man sich mit veganer Verpflegung ausstatten kann, gibt es mittlerweile einige Onlinetools. Zum Beispiel "HappyCow", eine Website und App, die anzeigt, wo und in welcher Form vegane Angebote zu finden sind:
Und auch, wenn viel Reisen gerade nicht wirklich möglich ist, sind die Tipps auch für kleinere Ausflüge oder Besuche in der Heimat oder bei Freunden geeignet. Frohes Meal-Prepping!

Mehr zum Thema: