System Design Project: Wettkampf der Lego-Roboter

Ingemar Peise

"Go! Go! Go!" hallt es durch das Foyer der Fakultät für angewandte Wissenschaft. Beim Abschlußwettkampf des System Design Project kämpfen Lego-Roboter um die schnellste Zeit in einem Hindernisparcours. Und dafür kriegen die Informatik- und Mikrosystemtechnik-Studenten auch Noten. Ingemar war gestern vor Ort dabei.



Rrrrrrrrummms. Der gelb-schwarze Lego-Roboter von Alex Dippel, Timm Schneevoigt, Martin Mengers und Jan-Niklas Schönberg ist gerade gegen einen Stein gefahren, der Mitten auf dem Hindernisparcours liegt. Doch der kleine Roboter ist so leicht nicht aufzuhalten: Er setzt zurück und umkurvt innerhalb von Sekunden das Hindernis. Und zwar ohne Fernsteuerung. Der Roboter muß seinen Weg selbst finden.

Mehr als 200 Augenpaare verfolgen fasziniert, wie das Lego-Gefährt kurz danach in einen kleinen Tunnel hineinfährt. Gespanntes Warten und erleichtertes Aufatmen, als er am anderen Ende heraus fährt. Die bisherige Bestzeit wackelt. Dabei fährt der Roboter noch nicht mal mit Schrittgeschwindigkeit. Noch ist es nicht geschafft, eine Steigung von 30% ist noch zu bewältigen.



Hier sind schon einige der Konkurrenten hilflos zurück gerollt.  Die Spannung ist greifbar. "Schnell und präzise muss man den hinkriegen, damit man gewinnt", sagt ein Zuschauer. Der Roboter von Alex, Timm, Martin und Jan-Niklas zieht elegant den Hang hinauf. Team und Zuschauer jubeln. Souverän rollt der Roboter über die Ziellinie. Für das Team hat sich monatlange Arbeit ausgezahlt.

Timm, Alex, Martin und Jan-Niklas sind eines von mehr als 40 Teams, die am diesjährigen System Design Project teilnehmen. Die Informatik- und Mikrosystemtechnik-Studenten haben zu Beginn des Wintersemesters die gleiche Aufgabenstellung erhalten: Aus einem herkömmlichen Elektro-Lego-Baukasten (Bild oben), den man ganz normal im Spielwarenhandel kaufen kann, soll ein Roboter gebaut werden. Dieser Roboter muss auf einer Rennstrecke möglichst schnell seinen Weg ins Ziel finden und dabei Hindernisse selbstständig erkennen und ihnen ausweichen.



Was einfach klingt, ist tatsächlich ein schwieriges Unterfangen, denn jede Kleinigkeit muss bedacht werden. Bis zu 50 Arbeitsstunden stecken in den kleinen, bunten Robotern. Sie sind randvoll mit Sensoren, Motoren und Software. Hier wird nicht gespielt, sondern praktische Erfahrung im Roboterbau gesammelt.

Und Noten gibt es für die semesterlange Roboter-Arbeit auch: Zwei-Drittel werden durch den Wettbewerbsverlauf bestimmt. Erreicht der Mini-Roboter das Ziel innerhalb von drei Minuten, so bekommt das Team die beste Note. Das restliche Drittel wird durch einen Abschlussbericht gefüllt, die jede Gruppe abzugeben hat.



Alex, Timm, Martin und Jan-Niklas (Bild oben) müssen sich um ihre Noten wohl wenig Sorgen machen: Sie haben in ihrer Wettkampfklasse, den Vorjahres-Baukästen, mit ihrem Roboter die schnellste Zeit hingelegt.

Ebenfalls Topnoten sollten das Team in der Neubau-Wettkampfklasse erwarten: Dort war der Robotoer von Bettina Hübner, Ixchel G. Mezza Chavez, Anne Ziegler, Jens Liebeskind und Amelia Kurniawati (Bild unten) am schnellsten.



Foto Galerie: Ingemar Peise

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