Uni

Studierendenwerk erhöht erneut Mensa-Preise – und erntet Protest

Anne Herrmann

Das zweite Mal innerhalb eines Jahres erhöht das Freiburger Studierendenwerk die Preise in den Hochschulmensen. Studierende zahlen nun 15 Cent mehr pro Essen. In der Mensa Rempartstraße gab es für den Schritt Kritik.

An diesem Montag, 12. September, haben Freiburger Mensen ihre Preise erhöht. Studierende müssen fortan 15 Cent, Mitarbeitende 25 Cent und Gäste 50 Cent mehr bezahlen. Das ist damit die zweite Preiserhöhung innerhalb eines halben Jahres, nachdem bereits im April die Preise angehoben wurden. Auch dieses Mal sind steigende Energie- und Lebensmittelpreise Grund für die Preiserhöhung.

Gegen die Preiserhöhung regt sich Protest unter Studierenden: Der "Arbeitskreis kritischer Jurist_innen" (akj) hängte im Speisesaal der Mensa zwei Banner auf, auf denen "Love Mensa, hate Preiserhöhung" sowie "SWFR ausfinanzieren!" zu lesen waren. In einem dazugehörigen Statement warnt die Gruppe vor einer Verschärfung der Bildungsungerechtigkeit vor allem für etwa ein Drittel der Studierenden, die unterhalb der Armutsgrenze leben und richten einen Appell an die Wissenschaftsministerin: "Erhöhen Sie den Landeszuschuss an die Studierendenwerke! Lassen Sie Studierende nicht weiter in Armut fallen!"

SWFR muss weitere Einsparungen vornehmen

Der Betrieb der Hochschulgastronomie ist generell ein Zuschussgeschäft. Das heißt, dass die Kosten sich nicht aus den Einnahmen des Essensverkauf allein decken lassen. Stattdessen ist das Studierendenwerk Freiburg (SWFR) auf Gelder aus den Semesterbeiträgen der Studierenden sowie Finanzhilfe des Landes Baden-Württemberg angewiesen.

Pro Jahr stehen derzeit etwa drei Millionen Euro Finanzhilfen und fünf Millionen Euro aus den Semesterbeiträgen zur Verfügung, was jedoch nicht ausreichen wird, um das diesjährige Defizit auszugleichen. Dieses muss im kommenden Jahr durch Einsparungen des SWFR behoben werden.

Das SWFR steht im Austausch mit der Landesregierung, eine Anhebung der Finanzhilfen hält Clemens Metz, Geschäftsführer des SWFR, jedoch für unwahrscheinlich: "Im Wissenschaftsministerium ist klar, dass wir mehr Geld brauchen. Im Finanzministerium ist klar, dass wir nicht mehr Geld kriegen."

Jedenfalls kurzfristige Entlastung ist nicht in Sicht, denn die Finanzhilfen sind jeweils für fünf Jahre festgelegt, die nächste Finanzierungsphase beginnt erst im Jahr 2025.