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Studierende suchen alte Briefe von deiner Oma, um alte Schriften zu entziffern

Euch

Alte Handschriften auf Deutsch, Serbisch, Russisch, Türkisch/Osmanisch – das suchen Sprachwissenschaftler der Uni Freiburg für ihr Projekt "MultiHTR". Sie wollen mit künstlicher Intelligenz und neuronalen Netzen diese Schriften lesbar machen.

Das Projekt

Die Briefe deiner (Ur-)Oma lesen können? MultiHTR macht es möglich! MultiHTR steht für Multilingual Handwritten Text Recognition.

Das Vorhaben möchte die jüngsten Fortschritte im Bereich der Handschriftenerkennung systematisch weiterentwickeln, die zugrundeliegenden Technologien und damit einhergehende Probleme kritisch reflektieren und diese zum Wohle der Bevölkerung einsetzen. Konkret geht es um die Entwicklung von Handschriftenerkennungsmodellen, bezogen auf das Deutsche und auch auf für Deutschland/Baden-Württemberg relevante Migrationssprachen wie Russisch, Serbokroatisch, Türkisch oder Arabisch. Diese Handschriftenmodelle sollen mithilfe von KI trainiert werden und zur automatischen Entschlüsselung von Archivmaterialien, Egodokumenten oder Korrespondenz eingesetzt werden.

Das Projekt wird gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg aus Mitteln der Landesdigitalisierungsstrategie digital@bw.



Worum geht’s?

Viele Schriftsprachen haben in den vergangenen 100 Jahren Reformen erlebt, die ältere Texte für die absolute Mehrheit der Menschen heute unzugänglich machen – ob die Sütterlinschrift im Deutschen, das Russische vor der Oktoberrevolution, die kyrillische Schrift im ehemaligen Jugoslawien oder das Türkische in arabischer Schrift.

Die aufgezählten Sprachen sind auch in Baden-Württemberg vertreten. Sie sind nicht nur ein Teil des persönlichen Erbes vieler Menschen, sondern auch ein Teil der regionalen Geschichte.

Durch Crowdsourcing, Social Media und moderne Technologien der Schrifterkennung möchten wir Menschen in unserer Region nicht nur Briefe, Rezepte, Postkarten, Gedichte, Tagebücher, Notizen, Testamente, Urkunden und viele andere vorstellbare Texte ihrer Vorfahren in lesbarer Form zurückgeben, sondern ihnen bei Interesse auch künstliche Intelligenz näher bringen und zeigen, dass es einfacher ist, als gedacht.

Das Ziel

Mit Künstlicher Intelligenz und neuronalen Netzen alte Handschriften lesbar zu machen. Uns geht es nicht um Goethe oder Tolstoi. Uns geht es um alltägliche Texte von "einfachen" Menschen.

Was wird gesucht?

Wir suchen Handschriften auf Deutsch, Serbisch, Russisch, Türkisch/Osmanisch. Damit entwickeln wir Modelle künstlicher Intelligenz, die euch beim Lesen und Entziffern von alten Schriftstücken aller Art helfen.

Beispiele:
Notizen, Kochrezepte, Glückwunschkarten, Testamente

Wie kann man mitmachen?

Einfach beim Team melden unter multihtr@slavistik.uni-freiburg.de oder auf den Sozialen Netzwerken folgen und den Aufruf weiterverbreiten.

Kontakt

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