Interview

Studienberaterin zu dualem Studium: "Man sollte sich ausführlich informieren"

Laura Wallenfels

Landesweit studieren rund 34.000 Studierenden an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Allein in Lörrach 2100 Studierende. Doch wie ergattert man einen Platz? Studienberaterin Bettina Kinkel gibt Tipps.

Wie finde ich heraus, welcher Studiengang zu mir passt?

Kinkel: Man sollte sich ausführlich über das Studienangebot informieren und darauf achten einen Studiengang entsprechend den persönlichen Interessen zu wählen. Die eigenen Stärken und Schwächen sollten auch berücksichtig werden. Eine gute Hilfestellung dabei ist ein Gespräch mit einem Studienberater, sowie Studienorientierungstest im Internet. Auch Schulen leisten in den vergangenen Jahren gute Vorarbeit durch Praktika und Orientierungsveranstaltungen.

"Man sollte sich den Standort des Unternehmens also sorgfältig aussuchen."

Wie finde ich als Studieninteressierter das beste Unternehmen für mich?

Man bewirbt sich zuerst bei einem Ausbildungsunternehmen, welches duale Studiengänge anbietet. Nachdem der Ausbildungsvertrag unterschrieben ist, wird ein Studienplatz an der Partnerhochschule reserviert. Studieninteressierte können auch auf der Internetseite der DHBW eine Liste aller Studiengänge und der Partnerunternehmen einsehen.
Zur Person: Bettina Kinkel ist Studienberaterin an der DHBW Lörrach.

Wie läuft die Bewerbung ab?

Prinzipiell genauso wie bei jeder anderen Bewerbung auch. Die Studieninteressierten sollten sich bereits ein Jahr vor Studienstart bei dem Unternehmen ihrer Wahl bewerben. Es gilt: Je früher desto besser stehen die Chancen auf einen Ausbildungsplatz im Wunschunternehmen. Man reicht die geforderten Unterlagen wie Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse ein und nach Unterschreiben des Vertrags wird man an der Hochschule immatrikuliert.

Wie bereitet man sich darauf vor alle drei Monate Wohnort und Tätigkeit zu wechseln?

Das ist bei jedem Studierenden eine individuelle Situation. Es kommt vor, dass der Standort der Hochschule, des Ausbildungsunternehmens und der Wohnort der Eltern mehrere hundert Kilometer auseinander liegen. Besonders unsere jungen Studierende haben damit zu kämpfen, da es eine hohe emotionale Stabilität und Selbstständigkeit benötigt. Es kann sich für manche als zusätzliche Belastung entwickeln, der man sich bewusst sein sollte. Natürlich ist es aber nicht immer so, dass alle drei Standorte weit auseinander liegen. Beispielsweise kann man auch gezielt nach Unternehmen in der Nähe des eigenen Wohnorts suchen. Man sollte sich den Standort des Unternehmens also sorgfältig aussuchen.
"Natürlich übernehmen die Unternehmen gerne die gutausgebildeten und qualifizierten Studierenden mit denen sie bereits drei Jahre zusammengearbeitet haben."

Ist es schwer das duale Studium abzubrechen oder das Unternehmen zu wechseln?

Um das Studium abzubrechen muss man zuerst den Studienvertrag rechtmäßig kündigen. Daraufhin kann man sich exmatrikulieren. Falls Studierende das Ausbildungsunternehmen wechseln möchten, müssen sie darauf achten werden, dass sie schnell ein neues Unternehmen finden, an dem sie die Ausbildung fortsetzen können. Wichtig ist, dass das neue Unternehmen ebenfalls ein dualer Partner der Hochschule ist. Sollte innerhalb acht Wochen kein neuer Studienvertrag zustandekommen, werden die Studierenden exmatrikuliert. Das kommt aber sehr selten vor, da die Studierenden über die Regelung informiert sind.

Worauf sollte man achten für eine Übernahme in seinem Unternehmen?

Der DHBW-Studienvertrag dauert drei Jahre, bei den trinationalen Studiengängen dreieinhalb Jahre. Danach unterschreiben über 80 Prozent der Studierenden sofort einen Vertrag und werden übernommen. Natürlich übernehmen die Unternehmen gerne die gutausgebildeten und qualifizierten Studierenden mit denen sie bereits drei Jahre zusammengearbeitet haben. Man sollte also während der Ausbildungszeit immer gute Leistungen erbringen und sich bemühen. Die anschließende Übernahme ist zwar keine Verpflichtung, weder von Seite des Unternehmens noch von Seite der Studierenden, doch liegt meistens im Interesse beider Parteien und ist häufig der Fall.

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