Start am 27. Mai

Streamingprojekt #inFreiburgzuhause will der Kultur helfen

Peter Disch

Das Stream-Projekt #inFreiburgzuhause will die Kulturszene in der Corona-Krise stützen, auch finanziell. Wie das funktioniert? Wer auftritt? Was das Publikum tun kann? Alle Antworten in unserem FAQ.

Langsam, Schritt für Schritt werden die Einschränkungen des öffentlichen Lebens gelockert. Zwar arbeitet die Landesregierung derzeit an Regeln, wie Musiker, Schauspieler, Kabarettisten, Tänzer oder Schriftsteller wieder live vor ihr Publikum treten können. Bis dahin dürfte es noch ein weiter Weg sein. Die Folge: keine Gagen für Künstler, keine Einnahmen für Spielstätten, Clubs und Bühnen, die vor Corona ihr Arbeitsplatz waren, keine Honorare für Techniker und Dienstleister, die den Rahmen schaffen, damit Kultur in all ihren Formen stattfinden kann.


Bis es so weit ist, soll das Streamingprojekt #inFreiburgzuhause helfen, die Kulturszene am Leben zu erhalten, für Einnahmen sorgen und Veranstaltungen aller Sparten in die Wohnzimmer des Publikums bringen. Los geht es am Mittwoch, 27. Mai, mit dem Mitmachkonzert "BZ Singalong" mit Sängerin Cécile Verny und Pianist Christian Gutfleisch, gefolgt vom Auftritt eines Streichquartetts des Freiburger Barockorchesters am 31. Mai.

Wer sind die Initiatoren?
#inFreiburgzuhause geht auf eine Initiative der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau zurück. Erarbeitet wurde das Konzept mit der Freiburger Wirtschaft Touristik und Messe GmbH (FWTM) inklusive dem Popbeauftragten und dem Verein Kulturaggregat. Die Badische Zeitung unterstützt das Projekt als Medienpartner.

Woher kommt das Geld?
Sparkasse, Stadt, FWTM und der Sportclub Freiburg haben einen Topf mit genügend Geld gefüllt, um 30 Veranstaltungen finanzieren und streamen zu können. Das Publikum kann durch den freiwilligen Kauf virtueller Tickets für weitere Einnahmen sorgen.

Wie wird das Geld verteilt?
Abhängig von der realen Publikumskapazität der Spielstätte, werden Veranstaltungen mit 2000, 2500 oder 3000 Euro unterstützt. Die Summe teilen sich der Betreiber der Spielstätte, die Künstler und die Dienstleister, die sich um Mitschnitt und Stream kümmern. Die Einnahmen aus den Kartenverkäufen gehen zu 60 Prozent an die Spielstätte und den Künstler, 40 Prozent fließen in den Finanzierungstopf der Ausrichter, um möglichst mehr als die angepeilten 30 Events auf die Beine stellen zu können.

Wie und wo wird gestreamt?
Übertragen werden die Veranstaltungen live auf http://www.infreiburgzuhause.de Viele Mitschnitte werden auch nachträglich abrufbar sein. Die virtuellen Tickets können über die Website gekauft werden, während des Livestreams und bis zu 48 Stunden danach.

Wer kann sich bewerben?
Das Projekt steht allen Freiburger Kultur- und Spielstätten offen, die einen professionellen Anspruch haben und schon vor der Corona-Krise regelmäßig kulturelle Veranstaltungen angeboten haben. Die Künstler sollten größtenteils aus Freiburg stammen oder mit Freiburg in Verbindung gebracht werden. Auch filmisch und tontechnisch muss das Event professionellen Ansprüchen genügen. Das geplante Programm muss mindestens 75 Minuten dauern. Spielstättenbetreiber schnüren ein Paket mit Künstler und Dienstleister und können sich damit bewerben. Über eine Zu- oder Absage entscheiden die Initiatoren. Details zu Förderung, Sendeplätzen, technischen Voraussetzungen, Rechtlichem und der Onlinebewerbung finden sich unter dem Menüpunkt "daHinter" der Homepage http://www.infreiburgzuhause.de

Was wird zu Beginn geboten?
Beim "BZ Singalong" am 27. Mai, 20 Uhr, präsentieren Cécile Verny und Christian Gutfleisch im Jazzhaus Hits und Klassiker aus Rock, Pop, Schlager. Die Texte zum Mitsingen werden eingeblendet. Ein Streichquartett des Barockorchesters interpretiert am 31. Mai, 19 Uhr, im Ensemblehaus Werke von Purcell, Haydn, Mozart und Beethoven. Danach soll es etwa alle vier Tage einen neuen Stream geben.