Stereolove im Spiegelzelt: Mit Herzchen

Christin Bassenge & Felix Pachollek

Vier Fünftel von Stereolove waren mal Reamonn, doch die Zeiten sind vorbei. Alles neu, verknallt und rosig. Am Sonntagabend trat die Band, die erst einen Song veröffentlicht hat, im Spiegelzelt auf - es war ein Gig, bei dem die Herzchen flogen.



Breit grinsend betreten die Musiker von Stereolove die Bühne des Spiegelzelts. Davor steht heute ein mittelaltes Publikum, fast keine Kinder, keine Teenies, sie füllen das Zelt vielleicht zu zwei Dritteln. Keyboarder Sebastian Padotzke trägt eine rosafarbene Stereolove-Herzchenbrille, die auch Ladys in der ersten Reihe tragen, manche haben Herzluftballons dabei.

"This is it" - Stereolove starten mit ihrem einzigen bisher veröffentlichten Song in den Abend, und schwupps!, gehört das Publikum ihnen: die Herzluftballons fliegen, Arme werden geschwenkt, es wird geklatscht, nicht so richtig im Takt, egal.

Thom Hanreichs Stimme ist das Zentrum des Stereolove-Sounds: weich und einfühlsam, aber dabei voll und auf den Punkt. Die Band spielt ausgelassen konzentriert, perfekt zusammen, es gibt Raum für jeden, für Soli, für Show, zwischendurch reißen sie geschmacklose Witze. Irgendwann legt Sebastian Padotze, die rosa Sonnenbrille in die Stirn geschoben, ein atemberaubendes Saxophon-Solo hin, das sich über mehrere Minuten hinwegzieht, und für das er kreischenden Beifall kassiert. Philipp Rauenbusch am Bass spielt Lines mit dem gewissen Etwas, das einen dazu bringt, lächelnd im Takt  zu wippen und zu sagen: "Das ist geil.“ Drummer Mike 'Gomezz' Gommeringer jongliert mit den Sticks. Uwe Bossert spielt dicke Soli. Sänger Thom darf auch mal auf eine Trommel hauen. Es ist eine Freude, diesen Männern zuzugucken, zuzuhören. Und das Publikum liebt sie, klatscht, johlt, singt mit, so gut es geht. Niemand kennt schließlich diese Lieder.

Am Ende der zweiten (oder dritten?) Zugabe zieht die Band von der Bühne zur Zelt-Bar, an der sie sich noch einen Kurzen genehmigen, es soll eigentlich vorbei sein, jetzt, doch das Publikum klatscht immer weiter, und da die Band schon alle Stücke, die im September auf ihrem ersten Album erscheinen werden, gespielt hat, spielen sie einfach noch mal 'This is it'.

"Wenn das jetzt schon so ist, wie wird das, wenn die Platte draußen ist?", fragt Thom Hanreich, strahlend ob der freudigen Reaktion des Publikums irgendwann, und kündigt an, das Stereolove im Herbst nach Freiburg zurück kommen werden. Das weckt die Hoffnung auf einen weiteren wundervollen Abend mit einer tollen Band, deren Texte dann nächstes Mal vielleicht auch das ganze Publikum mitsingen kann.



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