Status Quo im Zirkuszelt: So rockt man mit 50 Plus

Berti ’piercer ’ Vogts & Martin Neumann

Status Quo geben ihrem Publikum genau das, was es erwartet. Das Konzert im sehr vollen Zirkuszelt wurde gestern standesgemäss mit 'Sweet Caroline' eröffnet und vielumjubelt mit 'Rocking all over the world' beendet. Und dazwischen spielten sie alle Smash Hits aus fast fünfzig Jahren Bandgeschichte. Wie's war:

Wie schon beim Simple Minds-Gig am vergangenen Wochenende ist auch am Mittwochabend im Zirkuszelt Zeitreise angesagt; nur diesmal noch ein gutes Dutzend Jahre weiter zurück: seit fast mehr als vierzig Jahren machen Status Quo zusammen Musik.

Auf dem Feld-Parkplatz stehen heute Abend viele Autos mit den Kennzeichen OG und EM, und deren Besitzer stehen im Zirkuszelt, sind größtenteils Altersklasse 50 Plus und halten sich strikt an das Rauchverbot. An der Getränketheke steht der Mineralwasserverkauf dem Bierverkauf in nichts nach. Man muss ja morgen wieder arbeiten. Auch die kleinen Zwischengähnerchen bei dem ein oder anderen Besucher haben offensichtlich nichts mit der Energie des Konzerts zu tun, sondern sie sind einem langem Arbeitstag geschuldet, der hier seinen Ausklang nimmt. Und die knapp 50 Euro für das Ticket wollen schließlich auch verdient sein. Beim Rundgang durch das Zelt gerät man da auch schon mal vor eine Gruppe Mittsechziger, die ihren Stehplatz mit der Vehemenz einer Loge in der Oper verteidigt.

Status Quo, musikalisch sehr gut drauf und solide spielend, sind eindeutig nicht mehr so beweglich und agil wie zu früheren Zeiten, was aber absolut gar nichts macht, denn dem Publikum geht es ja nicht anders. Jahre vergehen, und nicht nur Fitnesslevel, sondern auch Frisuren verändern sich: Frontman Francis Rossi hat sich von seinem charakteristischen Pferdeschwanz verabschiedet und trägt jetzt das Haupthaar kurzgeschoren.

Zum Glück hat all' das keinen Einfluß auf die Musik: trotz der grossen Hitze spielt die Band inklusive Zugabe satte neunzig Minuten, ohne den Fuß für eine Minute vom Gaspedal zu nehmen, grundsolide und professionell. Wie bei einer Rockband alter Schule üblich bekommt auch der Drummer ein mehrminütiges Solo um sich danach seinen verdienten Szenenapplaus abzuholen. Und die typische Status Quo-Vor-und-zurück-Wipp-Reihe gibt es natürlich auch.

Sehr schön auch das schlichte Bühnen Set-Up mit edel anmutendem weissem Equipment und der unaufdringlichen aber schön gestalteten Lightshow. Und passend zueinander und zu den Instrumenten tragen Rick Parfitt und Francis Rossi weisse Hemden.

Auch wenn der Grossteil des Publikums auch nicht mehr so agil springen mag wie zu alten Zeiten, klatschen, jubeln und singen geht immer noch sehr gut, und so herrscht im Zirkuszelt Rockkonzertatmosphäre wie in den besten 70er und 80er Jahren. Inklusive Yeah-Yeah-Yeah-Yeah-Rufen. Der Autor zumindest, war höchst gespannt diese Band nach dem Freiburger Konzert 1981 in der alten Freiburger Stadthalle einmal wieder zu sehen und er wurde nicht enttäuscht.  

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Foto-Galerie: Martin Neumann

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