Jugendbeteiligung in der Krise

Stadtjugendring Freiburg fordert mehr Perspektiven für Jugendliche

Margrit Heyn

Der Stadtjugendring fordert in der Corona-Pandemie zeitnahe Perspektiven und mehr Mitgestaltung. Vor allem fehle eine Stelle für Jugendbeteiligung im Rathaus.

FREIBURG (myn). Was laut Geschäftsführerin Stefanie Merz vor allem fehlt: Eine Stelle im Rathaus für Jugendbeteiligung, möglichst weit oben in der Verwaltung angesiedelt, die dort die Interessen junger Menschen im Blick haben sollte. Und sie sollten in politischen Diskussionen stärker berücksichtigt werden. Der Stadtjugendring hat dazu dem Gemeinderat ein Positionspapier vorgelegt. "Junge Menschen haben kaum Einflussmöglichkeiten auf die Politik," so der Vorsitzende des Stadtjugendrings, Ludwig Striet. Der Dachverband vertritt 28 Jugendverbände, Vereine und Initiativen, aber keine Parteien.


Junge Menschen seien besonders hart von den Maßnahmen wegen der Corona-Pandemie betroffen. Sie erlebten die Ängste und Unsicherheiten der Erwachsenen und hätten momentan kaum Möglichkeiten, sich mit Gleichaltrigen auszutauschen. Striet und Ronja Schmors, Stellvertreterin im Vorstand des Stadtjugendrings, erleben laut Pressemitteilung junge Menschen nicht als leichtsinnig und unvernünftig, sondern vielmehr als eine Gruppe, die schnell auf die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie reagiert und neue, kreative Wege und Möglichkeiten des Engagements entwickelt habe. Gerade junge Menschen hätten geholfen, die Situation vieler Menschen zu verbessern.

Der Stadtjugendring fordert den Abbau sozialer Ungleichheiten von Kindern und Jugendlichen, die durch die Krise verstärkt würden, die Sicherung des Kinderschutzes und klare Rahmenbedingungen für die Jugendarbeit. Laut Merz sollte die Politik die offene Kinder- und Jugendarbeit stärker "mit ins Boot" holen. Die Jugendhäuser seien derzeit geschlossen, viele machten aber digitale Angebote, auch die Vereine seien sehr kreativ. Nach der Krise sollten die Strukturen der Jugendarbeit erhalten und deren finanzielle Förderung sichergestellt werden. Der Stadtjugendring fürchtet – Stichwort "Haushaltssperre" – den Wegfall finanzieller Mittel und Zuschüsse. Merz: "Alle haben Angst vor dem Rotstift."