Nachtleben

Stadt fördert Freiburger Clubs und Musikspielstätten mit 68.000 Euro

Anika Maldacker

Die Clubszene blutet mit am meisten in der Corona-Krise. Dennoch wird ein städtischer Fördertopf von 100.000 Euro nur zu zwei Drittel ausgeschöpft. Dabei sind die Anträge teils mangelhaft gestellt worden.

Im Fördertopf für Clubs und Veranstaltungsorte waren 100.000 Euro – doch am Ende sind nur etwa zwei Drittel davon ausgeschöpft worden. Nun sind es insgesamt 68.000 Euro Zuschüsse, die das Freiburger Kulturamt und der Popsupport auf zwölf Freiburger Clubs und Musikspielstätten verteilen. 15 Anträge sind bis zum Ablauf der Frist am 11. September eingegangen. Nur zwölf Anträgen wurde stattgegeben. Drei Antragsteller entfielen aus formalen Gründen.


Das Geld konnte entweder als Mietkostenzuschuss beantragt werden, oder als Unterstützung, um Veranstaltungen coronakonform umzusetzen. Insgesamt werden 33.000 Euro für Live-Veranstaltungen ausgeschüttet: 10.000 Euro gehen ans Jazzhaus, je 7000 Euro an das Artik in Haslach und die MKDOS Event GmbH, die das Hans-Bunte-Areal betreibt, 5000 Euro an das Ruefetto und 4000 Euro an das Kulturaggregat in der Wiehre.

35.000 Euro vergibt die Stadt als Mietkostenzuschuss. Je 5000 Euro gehen an das Jazzhaus, das Great Räng Teng Teng, das Crash, das Waldsee und die Sea You Festival GmbH. Der Drifter’s Club in der Schnewlinstraße bekommt 4000 Euro, der Eimer in der Belfortstraße 3000 Euro und die Bar am Funkeneck 3000 Euro.

Drei Antragsteller – Elpi, Tacheles und Mamita – gehen leer aus. Sie fallen für die Jury nicht unter die Definition von Musikclub oder Musikspielstätte. Wichtig für Kulturamt und Popsupport war, ob der Ort eine musikalische Prägung, eine zentrale Wirkung für das Kulturleben hat oder dort in irgendeiner Form kreativ Musik gespielt wird. "Das haben wir bei diesen drei Einrichtungen nicht gesehen", sagt Popsupporter Tilo Buchholz.

115.000 Euro wurden beantragt

Beantragt waren insgesamt 115.000 Euro. In der Pressemitteilung der Stadt heißt es, dass die geringe Anzahl an Anträgen überraschend gewesen sei. Auch Tilo Buchholz ist verwundert darüber, dass einige Spielstätten keine Anträge gestellt haben. "Das ist kontraproduktiv und das macht es schwierig, eine zweite Runde der Förderung aufzustellen", sagt er. Außerdem beklagt er, dass viele Anträge lückenhaft gestellt waren. "Dabei waren die Hürden bewusst niedrig gehalten", sagt er. Die geringe Antragszahl habe es schwierig gemacht, die Höchstsumme auszuschöpfen. "Wir vergeben Steuergeld, da muss der Antrag schon den Mindestanforderungen entsprechen", sagt er.

Artur Frei von der Interessengemeinschaft Subkultur erklärt sich die geringe Rückmeldung so: "Es gibt nicht mehr viele Livespielstätten in Freiburg." Außerdem kritisiert er, dass Antragssteller nicht die komplette beantragte Summe bekommen haben. Harald Deschler, Geschäftsführer vom Artik, erklärt, dass von den 10.000 Euro, die er beantragt hatte, nur 7000 gewährt wurden. Die reduzierte Fördersumme ergibt sich nach Angaben des Kulturamts aus dem Umstand, dass der Ort bereits eine Förderung von der Stadt erhält. Bela Gurath, Geschäftsführer der Sea You Festival GmbH freut sich über einen Mietkostenzuschuss von 5000 Euro, das war der Höchstfördersatz. "Wir freuen uns über die Wertschätzung", sagt Gurath.

Im Juli hatte der Freiburger Gemeinderat über die "Förderung Clubs und Musikspielstätten" entschieden. Das Kulturamt und der Popsupport hatten das Konzept entwickelt. Als Musikspielstätten definierten sie Orte musikalischer Prägung, an denen mindestens 24 Konzerte im Jahr stattfinden. Von August bis September konnten sich Kulturstätten bewerben.

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