Justiz

Staatsanwaltschaft Freiburg erhebt Anklage im Mordfall Haid

Joachim Röderer

Es geht um den mutmaßlichen Auftragsmord im vergangenen Juli im Gewerbegebiet Haid: Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat jetzt beim Schwurgericht Anklage gegen einen 33-jährigen Koch erhoben.

Seit dem vergangenen August sitzt der Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Er steht unter dringendem Verdacht, am Abend des 17. Juli 2019 an der Vogtsburger Straße im Gewerbegebiet Haid einen 24 Jahre alten Drogendealer durch zwei Kopfschüsse getötet zu haben. Die Ermittler sind davon überzeugt, dass die Tat im Auftrag eines 39 Jahre alten Rechtsanwaltes erfolgt ist. Der Anwalt hat sich im vergangenen November in der U-Haft in der Justizvollzugsanstalt Offenburg das Leben genommen.


Der Anwalt hatte offenbar eine größere Geldsumme verwahrt, die aus Drogengeschäften des jungen Dealers gestammt haben soll. Dabei habe der Rechtsanwalt dem Angeklagten vor der Tat die Tatwaffe zur Verfügung gestellt und ihm am Tag nach der Tat die vereinbarte Entlohnung für die Ausführung des Mordes in Höhe von 50.000 Euro übergeben, heißt es in der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft vom Donnerstagvormittag.

Die Polizei war schnell auf die Spur der beiden Verdächtigen gekommen, die erstaunlich unprofessionell vorgegangen waren. Der inzwischen verstorbene Strafverteidiger war offenbar davon ausgegangen, dass er durch seine Tätigkeit als Anwalt vor Ermittlungen durch die Polizei geschützt ist.

Die Polizei observierte jedoch die beiden Beschuldigten und verhaftete sie nacheinander, nachdem die Ermittler genug Beweise gesammelt hatten. Teile der Tatwaffe hatte der Anwalt in einen Baggersee in der Freiburger Umgebung versenkt – die Beweisstücke konnten von Tauchern vom Grund des Sees geholt werden.

Wann der Prozess vor dem Landgericht beginnen wird, steht noch nicht fest.

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