Fragen & Antworten

So verändern Gleisarbeiten den Verkehr in der Freiburger Innenstadt

Peter Disch

Eine Großbaustelle verändert den Alltag in der Freiburger Innenstadt: Die VAG erneuert vom 12. April an die Gleise zwischen Bertoldsbrunnen und Schwabentor. Es soll einen Ersatzverkehr geben.

Die Freiburger Verkehrs-AG (VAG) saniert die 40 Jahre alten Straßenbahngleise in der Salzstraße und baut die Haltestelle Oberlinden barrierefrei um. Die Bauarbeiten beginnen am Montag, 12. April, und dauern voraussichtlich bis 15. August. In dieser Zeit wird die Straßenbahnlinie 1 unterbrochen, ein Schienenersatzverkehr zwischen Schwabentorbrücke und Europaplatz wird ebenso eingerichtet wie eine zusätzliche Station des Radverleihs Frelo.

Warum sind neue Gleise nötig?

Seit 1978 fahren die Bahnen der Linie 1 auf denselben Gleisen. Sie sind zerschlissen, die Tragfähigkeit der Schienen und des Unterbau ist nicht mehr gewährleistet. Im schlimmsten Fall könnten Züge entgleisen.

Was ist mit den Bahnsteigen?

Mehr Barrierefreiheit ist das zweite Ziel der Sanierung.Vor allem an der Haltestelle Oberlinden gibt es Nachholbedarf. Um Rollstuhlfahrern das Einsteigen zu erleichtern, wird der Bahnsteig um 12 Zentimeter angehoben. Den restlichen Höhenunterschied zwischen Gehweg und Tram überbrückt eine Klapprampe. Leitelemente im Boden sollen Menschen mit Sehproblemen bei der Orientierung helfen. An vier Stellen der Salzstraße wird das Kopfsteinpflaster eben gefräst, um den Übergang zu erleichtern.

Wie Sieht der Zeitplan aus?

Der erste Bauabschnitt betrifft die Strecke von der Einmündung des Annengässles bis zum Augustinerplatz und ist vom 12. April bis zum 29. Mai geplant. In der zweite Bauphase ist der Abschnitt vom Augustinerplatz bis zur Einmündung der Herrenstraße dran. Dauer: 31. Mai bis 10. Juli. Der letzte Bauabschnitt, der für die Zeit vom 11. Juli bis 15. August vorgesehen ist, erstreckt sich von der Herrenstraße bis zum Schwabentor. Gearbeitet wird von Montag bis Samstag von 6 bis 22 Uhr, nachts oder sonntags nur in Ausnahmefällen. Geht alles glatt, sollen ab Mitte August wieder
Straßenbahnen auf der Strecke fahren.

Was kostet die Sanierung?

In die Gleise und Bahnsteige investiert die VAG 4,3 Millionen Euro. Zuwendungen für beides sind beim Bund und dem Land beantragt.

Wie wird die Baustelle aussehen?

Der Abschnitt, der in Arbeit ist, erhält einen zwei Meter hohen Gitterzaun. Der wird mit Planen versehen. Sie dienen als Sichtschutz und Schutz vor Baustaub. Draufgedruckt sind Infos über die Arbeiten, Fußwege und Hinweise, dass die Geschäfte geöffnet sind – vorausgesetzt, Corona lässt das zu.

Was ist mit den Passanten?

Die Gehwege sollen den AHA-Regeln entsprechen, sodass Fußgänger Abstand halten können. Bei Engstellen sind Einbahnregelungen möglich. Auf Höhe des eingezäunten Augustinermuseums fehlt bereits jetzt der Gehweg. Dort werden die Gleise nacheinander je in einer Fahrtrichtung saniert. Die Seite, auf der nicht gearbeitet wird, wird für die Passanten freigegeben.

Was ändert sich für Fahrgäste?

Ab Littenweiler fährt die Linie 1 bis zur Schwabentorbrücke, dann in die Wendeschleife auf dem Schwabentorplatz und von dort zurück. Eine nicht barrierefreie Haltestelle wird eingerichtet. Von Landwasser kommend biegt die Linie 1 am Bertoldsbrunnen zum Europaplatz ab und fährt ab dort als Linie 5 in Richtung Rieselfeld. In der Gegenrichtung wird die Linie 5 am Europaplatz zur Linie 1. Über den Bertoldsbrunnen geht es dann Richtung Landwasser.

Was ist mit Schienenersatzverkehr?

Zwischen Schwabentorbrücke und Europlatz fahren Busse. Zum Europaplatz fährt der Bus durch. In die andere Richtung hält er auch am Schwabentorplatz. An allen End- und Umsteigepunkten stehen Frelo-Leihräder bereit. Die Abfahrtzeiten der Buslinien 17, 18, 19, 31, 32, 33 und 36, die an den Endhaltestellen der Linien 1 und 5 anschließen, werden an die leicht veränderten Fahrtzeiten der Trams angepasst.

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