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So fahren sich die neuen Leih-Scooter in Freiburg

Anika Maldacker & Joshua Kocher

Die E-Scooter sind da! In Freiburg kann man seit dem Wochenende die Roller des Anbieters "Yoio" ausleihen. Wie das funktioniert, welche Regeln gelten und wie sich die Teile fahren – eine Probefahrt.

Der Göttinger Anbieter Yoio stellt ab sofort 150 E-Scooter in Freiburg zur Verfügung. Das Rathaus ist im Gespräch mit weiteren Anbietern.

Das braucht man

Eine App. "Yoio" gibt’s im App-Store und im Play-Store. Man muss sich mit Namen, E-Mail-Adresse und Telefonnummer registrieren, bestätigen, dass man älter als 18 Jahre alt ist und dann einen SMS-Code eingeben. Wichtig: GPS-Signal einschalten, damit man sehen kann, wo in der Umgebung ein fahrbereiter Roller steht.

Guthaben lädt man per Kreditkarte oder Pay-Pal auf – möglich sind fünf, 25 oder 50 Euro. Absoluter Pro-Tipp: Schon etwas vor der geplanten Fahrt Geld auf die App laden. Sonst steht man vor dem Roller und kann erstmal warten, bis das Guthaben in der App angezeigt wird. Dann mit der Kamera den QR-Code auf dem Lenker des Scooters scannen, "Fahrt starten" anklicken, Ständer einklappen, lostreten und den Go-Schalter sachte runterdrücken – ab geht’s!

Das kostet’s

Pro Fahrt verlangt "Yoio" eine Gebühr von einem Euro für Bereitstellung und Versicherung. Dazu kommen 19 Cent pro Minute Fahrzeit. Bei 29 Euro pro Tag hört die App auf, Guthaben abzubuchen.

Das sind die Regeln

Laut ADAC darf man mit dem E-Scooter auf Radwegen, Radfahrstreifen und auf Fahrradstraßen fahren. Nur im Notfall auf der Fahrbahn. Gehwege und Fußgängerzonen sind tabu. Das Schild "Radfahrer frei" gilt laut Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung nicht für E-Roller. Einen Führerschein braucht man zur Fahrt nicht, man muss laut Gesetz allerdings mindestens 14 Jahre alt sein. Der Anbieter "Yoio" geht da noch weiter: Seine Roller darf man nur nutzen, wenn man älter als 18 Jahre ist.

Ein Helm sei nicht verpflichtend, aber empfehlenswert, schreibt der ADAC. Nach dem Feierabendbier sollte man nicht unbedingt fahren. Denn es gelten die gleichen Regeln wie für Autofahrer: maximal 0,4 Promille. Unter-21-Jährige dürfen überhaupt keinen Alkohol intus haben. Auch hier hat "Yoio" schärfere Regeln: Laut den AGB ist eine Fahrt mit Alkoholpegel komplett verboten.

Nicht erlaubt ist auch das Fahren mit mehr als einer Person – das ist aber sowieso auch ziemlich schwierig. Schwerer als 100 Kilogramm sollte man auch nicht sein, denn mehr halten die Roller nicht aus. Rauchen während der Fahrt ist nicht erlaubt. Sollte man einen Unfall bauen, greift die Haftpflichtversicherung der Firma.

Der Verkehr

Über die Fahrradstreifen am Friedrichring und Leopoldring mit dem E-Scooter zu fahren ist mutig, aber nicht unmöglich. Wir wagen es – und es klappt. Fahrräder und Autofahrer geben uns Platz im öffentlichen Raum. Fahrräder und E-Scooter können sich gut umgehen. Tragt am besten Helm und transportiert nicht zu viel Gepäck mit euch herum.

Das Fahrgefühl

Ein paar Mal anschieben, Go-Knopf drücken und schon düst der E-Scooter los. Und zwar mit ordentlich Schwung, wenn man den Geschwindigkeitsregler zu stark drückt. Es ist nicht ganz einfach, die perfekte Geschwindigkeit zu finden. Und ab und zu wünscht man sich, der Scooter könnte etwas schneller fahren. Bei etwa 20 Stundenkilometern greift ein Bremsmechanismus, schneller geht nicht. Besonders witziges Gefühl: Über das Freiburger Kopfsteinpflaster zu fahren und dabei durchgeschüttelt zu werden.

Das Ende

Um die Fahrt zu beenden, muss man den Scooter an einer sicheren Stelle abstellen. Heißt: Das Gefährt darf nicht auf den rot eingezeichneten Flächen auf der App-Karte abgestellt werden. Und darf auch keine Radwege, Gehwege, Einfahrten oder Durchgänge blockieren. Ist der Roller geparkt, kann man die Fahrt in der App beenden. Dann muss der Scooter fotografiert werden, um zu beweisen, dass er ordentlich abgestellt wurde. Das war’s. Unsere 18-minütige Fahrt von rund 2,6 Kilometern hat insgesamt 4,42 Euro gekostet.

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