Do it yourself

So entspannen sich Muskeln, Gewebe und Faszien bei der Selbstmassage

Claudia Füßler

Die Hände kneten, die Waden warmklopfen, den Kiefer drücken: Eine Selbstmassage regt die Durchblutung an, lockert verspannte Muskeln und tut auch der Seele ein bisschen gut.

Streicheln, klopfen, kneten, drücken und vibrieren sind die fünf klassischen Techniken beim Massieren. Jeder dieser Handgriffe hat seine ganz eigene Wirkung auf Muskeln und Haut, doch ein Ziel verfolgt der Masseur damit immer: das der Entspannung.


Für fast alle Menschen ist es entspannter, sich massieren zu lassen, statt sich selbst zu massieren. Doch in Zeiten, in denen man sich anderen Individuen höchstens auf zwei Armlängen nähern möchte, ist auch hier Eigeninitiative gefragt. "Das Potential der Selbstmassage ist unermesslich", sagt Roland Janauschek, Masseur und Inhaber des Badehaus Bremen, "vorausgesetzt, man nimmt sich ganz bewusst Zeit. Dieses Geschenk an einen selbst hat einen hohen psychologischen Wert: Ich habe mich so gern, dass ich mir das gönne." Hinzu kommt die durchblutungsfördernde und kreislaufanregende Wirkung einer Massage. Und selbst wenn einer sich dabei mental nicht so recht entspannen kann: Muskel, Gewebe und Faszien tun es trotzdem.

Zum Start eine gemütliche Atmosphäre schaffen

Bevor es losgeht, schafft man ein bisschen Atmosphäre. Vielleicht die Lieblingsmusik auflegen oder im Gegenteil alles ausschalten, ein Lieblingsöl oder eine Bodylotion bereitstellen, es sich irgendwo in bequemer Kleidung gemütlich machen. Zu viel Schnickschnack? Kein Problem, loslegen kann man auch einfach so.



Es gilt erstens: Bei Massagen sollte man sich nie beeilen. Und zweitens: Das, was sich gut anfühlt, ist auch gut. "Wenn ich meinem Körpergefühl folge, kann ich da nichts falsch machen", sagt Janauschek. Wer das Gefühl hat, dort, wo irgendwie alles verspannt ist, ein bisschen rumdrücken und kneten zu müssen: nur zu. Während ein Masseur da im schlimmsten Fall mal zu heftig zu Gange sein kann, bekommt man das bei sich selbst sehr gut austariert.

Massiert wird, was in Reichweite der eigenen Finger liegt. Das wäre zunächst einmal – Corona-Regel: vorher Hände waschen! – das Gesicht. Hier verlangt das eher zarte Gewebe zwar nach ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl, aber der oft verspannte Kiefermuskel zähneknirschender Mitmenschen lässt sich nur zu gern mal richtig drücken. Das ist akut eher schmerzhaft, doch die Entspannung kommt danach.

Eine Fußmassage ist enorm wohltuend

Hände und Finger sind dankbare Empfänger massierender Zuwendung, am besten in Form kräftigen Durchknetens. Das Gleiche gilt für Waden und Oberschenkel sowie die kompletten Arme. Die Trilogie aus behutsamem Warmklopfen, lockerndem Drücken auf verspannte Stellen und abschließendem Streichen funktioniert ebenfalls recht zuverlässig. Enorm wohltuend ist eine Fußmassage. "Die hat allerdings den Haken, dass man seine Füße erreichen können sollte, ohne dabei zu verkrampfen", sagt Janauschek. Gelingt das, kann man fast alle Griffe wie bei einer Partnerfußmassage an sich selbst ausführen (siehe Link), es ändert sich nur die Perspektive. Für den ganzen Körper empfiehlt Janauschek eine Trockenmassage mit einem ayurvedischen Garshan-Handschuh aus Rohseide. "Dabei entsteht ein guter Zug auf das Unterhautfettgewebe, das regt den Stoffwechsel an und hat einen tollen Massage-Effekt."