Selbstversuch

So debattiert das Netz über die Oben-ohne-Radlerin an der Dreisam

BZ-Redaktion

Unsere Autorin findet es ungerecht, dass sie ihre Brust nicht zeigen soll. Deshalb radelte sie oben ohne die Dreisam entlang. Ihr Bericht führte zu einer lebhaften Debatte. Einige Kommentare im Überblick.


  • Andreas Klug (BZ-Forum): "Liebe Frau Boudot, auch wenn sie viele negative Kommentare zu hören bekamen: Chapeau, super cool, mutig, lassen Sie sich die Freiheit nicht nehmen. Meine Partnerin sowie zwei weitere Bekannte fahren gar nicht so selten im Urlaub oder auch hier in Freiburg auf dem Rückweg vom Baggersee "oben ohne" - und haben bisher nur einen einzigen blöden Kommentar vernommen, seit Jahren. Ob es in dieser Welt einen Unterschied macht, wenn ein Mann mit dabei ist, der auch kein Shirt an hat? Ob es etwas anderes ist, wenn wir eher auf dem Land unterwegs sind? Als Mann weiß ich, wie schön es sich anfühlt, den warmen Wind auf der Haut zu spüren - in einer freien Gesellschaft kann das Frauen nicht vorenthalten sein."
  • Matthias Röbisch (Facebook): "Recht hat sie. Schade das bei derart Gesellschaftskritik zur Gleichberechtigung immer noch diskutiert wird. Das sollte längst selbstverständlich sein."
  • Bianca Reinhardt (BZ-Forum): "Warum auch nicht, diese gespielte Empörung bei vielen stört mich mehr, ich finde das kann jede Frau so halten wie sie es will. Mich persönlich würde das nicht reizen, hätte es auch als junge Frau nicht, aber wer sich so wohlfühlt soll das auch tun können. Allerdings ohne das dies von manchen Männern als Aufforderung verstanden wird."
  • Rebecca Bifi IstSo (Facebook): "Ich habe den Bericht nicht gelesen, aber ich denke, dass sie einfach für Gleichberechtigung ist. Und Nacktheit eben der beste Weg ist Aufmerksamkeit zu bekommen. Leider wird aber immer gleich alles sexualisiert."
  • Arne Schröder (BZ-Forum): "Also ich finde das schön und wenn eine Frau schöne Brüste hat, schaue ich doch gerne hin und mache vlt. auch ein liebes Kompliment, ehrlich gemeint. Was daran alles andere draus gemacht wird, ist mir egal."
  • Julia P. Manzau (Facebook): "Ich finde es geschmacklos, sich in der Öffentlichkeit, außer beim Sonnenbad, oben ohne zu präsentieren. Ganz gleich, ob Männlein oder Weiblein. Das ist aber wohl eine Frage der Kinderstube."
  • Brigitte Meier (BZ-Forum): "Ich finde es unmöglich, aber ich halt ne Spießerin."
  • Moni Wild Wind (Facebook): "Frauen müssen im Sommer die Hühner oder Specktittchen aller männlichen Geschöpfe ertragen. Das ist nicht fair. Da kannst danach Blindenhilfe beantragen."
  • Gabriella Ambs (BZ-Forum): "Gut gemacht! Die Reaktionen der jungen Leute passen zu der Prüderie und Bigotterie die immer weiter um sich greift. Ich bin mittlerweile 55 und ich habe noch gegrinst, wenn ich einen bewundernden Pfiff zu hören bekommen habe. Inzwischen müssen Männer wohl bald in eine Tanzschule gehen, um eine Frau noch anschauen oder anfassen zu können, ohne gleich eine Anzeige wegen sexueller Belästigung zu bekommen."
  • Ruth Dilles (Facebook): "All zu lange ist es noch nicht her, da gehörten Nackte an der Dreisam (natürlich auch Frauen) ganz selbstverständlich und ohne große Aufregung zum Stadtbild und das nicht nur in Freiburg."
  • Florian Schmidt (BZ-Forum): "Es ist schlicht ungerecht und diskriminierend, wenn Frauen ihre Brust bedecken müssen und Männer nicht."
  • Flo Wiss (Facebook): "Finde daran auch nichts besonderes. Selbst wenn sie komplett nackt Fahrrad fahren oder wandern würde dann ist doch nichts dabei und wenn man dabei an Sex denkt sollte man einfach weg schauen oder zu hause bleiben. Am FKK Strand ist ja auch jeder nackt. Es wäre ja was anderes wenn mann oder Frau sich an gewissen Stellen anfassen würden. Aber das wird heut zu Tage irgendwie als offentliches Ärgernis angesehen und es gibt immer jemanden der meint sofort die Polizei zu rufen. Wenn Frau oder Mann nur nackt wandern, Fahrrad fahren oder nur schwimmen gehen und sonst nichts machen ist das doch ok. Ich glaube es gibt einfach zu viele die verklemmt oder neidisch sind."
  • Ursula Birgin (BZ-Forum): "(...) Das Problem ist, dass einige Männer hier positiv Bezug nehmen auf die gut gebaute junge Frau. Die ist aber nicht als BZ-Playmate des Monats gestartet sondern aus Gründen des Wohlfühlens und der Gleichberechtigung. Genauso gut hätte eine alte verhutzelte Frau starten können, womöglich nur noch mit einer Brust. Auch die hätte das Recht - aber die Kommentare hätte ich dann nicht lesen wollen. Da wären dann die alten Gedanken von Behinderte wegsperren wieder aufgelebt. Die meisten Männer gehen offensichtlich immer noch von zur Befriedigung freigegebenen Frauenobjekten aus, wobei hier die Bemerkungen nett waren, aber eben falsch verstanden. (...) Ich habe mich das übrigens nie getraut wie ihre Freundin - ich starre nur bei starren Blicken gezielt auf das Gemächt des Herrn. Man merkt, schon das findet der dann unverschämt. Gut, ich ziehe dabei auch die Augenbrauen hoch. Aber ihre Erfahrung ist geil, weil typisch. Die Unanständigen sind immer die kreischenden Suffragetten. Ein Hoch auf die Schwestern. Nun ja, mit Frauen könnte man einige Geschichten erzählen. Trotzdem sollte dieses Experiment ausgeweitet werden - wenn alle Frauen sich entblößen - siehe auch an Baggerseen - dann verstummt irgendwann das blöde Gequatsche."
  • Hanna Hapunkt (Facebook): "Na wenn man es unbedingt braucht und es nötig hat, Aufmerksamkeit auf sich ziehen zu müssen? Die weibliche Brust IST eben keine männliche Brust, da kann sie es noch so ungerecht finden!"
  • Eva Wagner (BZ-Forum): "Das nächste Mal ohne Fahrrad. Dann wirds erst richtig interessant."
  • Ramona Meyer (Facebook): "Meiner Ansicht nach hätte sie es einfach tun sollen, ohne dies groß in den Medien zu erwähnen, denn nur dann wäre es die von ihr erwähnte und behauptete Erfüllung ihres Wunsches nach etwas mehr Freiheit gewesen. So jedenfalls will sie nur Aufmerksamkeit auf sich ziehen. (...)"
  • Rupprecht Ackermann (BZ-Forum): "Jeder Mensch hat sein eigenes Schamgefühl bzgl. seines Körpers. Da lässt sich nicht mal sagen, ob das kulturell bedingt ist, durch Erziehung/Prägung bedingt oder gar angeboren. Seit dem siebten Lebensjahr laufe ich nicht mehr mit bloßem Oberkörper rum. Meine Mutter tat dies als Marotte ab. Etwa mit sechzehn war dann die kurze Hose tabu-von Radler-und Badehose mal abgesehen. Im Schwimmbad habe ich keine Probleme damit, mich nur in Badehose zu zeigen. Was soll ich denn sonst auch anziehen. Mich persönlich packt bei dem Gedanken, mit blankem Boddy auf der Straße unterwegs zu sein, das blanke Grauen. Auf dem Rad, am besten noch in Kombination mit Rucksäckchen-furchtbar. Noch viel schlimmer als zu Fuß. Ich fühl mich dadurch aber nicht provoziert und verurteile so ein Handeln auch nicht."
  • Mary Arana (Facebook): "Es gibt viele Frauen die erregt werden, wenn man sich beim Vorspiel mit den Brüsten beschäftigt, küsst, streichelt etc.... Das war schon immer so..... Und den Männern jetzt zu sagen : sry Aber du hast ein Problem wenn du Brüste sexualisierst.... Ist einfach total daneben. Klar sind Brüste auch für die Nahrung der Babys gedacht, aber eben nicht nur..... Frauen brüste sind einfach Teil der Sexualität und sich jetzt mit Männer Brüsten gleichstellen zu wollen, geht in dem Sinn einfach nicht......"
  • Gustav Rosa (BZ-Forum): "Nacktheit war, ist und bleibt eine Frage von Erziehung - und somit von Kultur. Und diese ist in jeder Gesellschaft verschieden. Entscheidend ist, wie man / frau damit umgeht. Und es gibt einen großen Unterschied zwischen hinschauen, gaffen und empört den Blick abwenden (was auf jeden Fall mit der eigenen inneren Einstellung zu tun hat). Ich bin davon überzeugt, dass es - wenn ebenso viele Frauen wie Männer in der Öffentlichkeit "oben ohne" auftreten - keine Aufregung darüber geben würde. Und an alle, die diese Aktion als Provokation empfinden: Mir begegnen täglich Frauen und Männer, die hochgestylt ihre künstlich hervorgehobenen und präparierten Körperteile präsentieren. Da schaue ich schnell weg, ganz einfach, weil mir das nicht gefällt. Einer Frau auf dem Fahrrad mit unverpackten Brüsten (egal ob jung oder alt) würde ich ganz normal und natürlich begegnen..."
  • Bernadette Kuhn (Facebook): "Und die Hautkrebsgefahr wird ausgeblendet."