Skater lieben ihren neuen Skatepark am Dietenbach - und haben dennoch Sorgen

Jakob Walter & Uwe Mauch

Sonne, Ollies, gute Laune: Bei der D-Jam im brandneuen Skatepark am Dietenbach skateten Freiburger Cracks um die Wette. Doch nicht alles war gut: Im Beton sind erste Risse zu erkennen - und zu klein sei der Park auch. Schöne Bilder sind dennoch entstanden:



Die Skater sind von der neuen Anlage im Dietenbachpark begeistert. "Sowas gibt es in Karlsruhe nicht", sagt der 14-jährige Daniel Schwarz, der am Samstag speziell zum ersten Contest angereist ist. In die allgemeine Euphorie mischt sich auch etwas Skepsis. Kaum einen Monat in Betrieb, mussten schon erste Risse im Beton ausgebessert und Fugen erneuert werden.

Zehn Jahre lang hatte der Wettbewerb im Stadtteil Rieselfeld stattgefunden – nun also war Premiere für "D-Jam". Der Zuspruch war mit rund 35 Teilnehmern geringer. Früher machten bis zu 300 mit. "Die Location ist halt noch neu", meint Florian Bechert vom Boardshop, der das Event gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendzentrum Weingarten organisiert hat. Tatsächlich kamen die Profis vom Reell-Team mit Verspätung, weil sie die Anlage nicht gleich gefunden hatten – sie ist nicht ausgeschildert.

Für 175 000 Euro wurde der Skatepark nach elfjähriger Diskussion gebaut und Anfang Mai eingeweiht. An der Planung beteiligt war die Freiburger Interessengemeinschaft "Skatement". Wöchentlich trafen sie sich mit dem Architekten. Sonst wäre das Ergebnis nicht so gut geworden, ist sich Skater Matthias Kapler sicher. Der Prozess sei schwierig gewesen. "Die Stadtverwaltung hat uns super unterstützt", sagt der 30-Jährige.

"Skatement" darf sich bestätigt fühlen. "Jedes Hindernis funktioniert für sich", sagt Julius Lehmann aus Berlin, der in Freiburg Grafikdesign studiert und Skateboard-Kurse gegeben hat. "Der Boden ist super, leicht abschüssig, und man kann seine Manöver machen." Vincent Hoffmeister gefällt die große Auswahl, vom Stufenspringen bis zur großen Rampe. "Du hast einen guten Flow, kannst Linien fahren, ohne anzuhalten", sagt der 17-Jährige aus Müllheim, der zwei- bis dreimal pro Woche im Dietenbachpark skatet. "So etwas hat Freiburg gebraucht", findet auch Dirk Jehle, 36, der für den Wettbewerb das Board nochmal aus dem Schrank geholt hat. Wie alle saust er ohne Helm und Gelenkschützer über die Hindernisse. Seine beiden Kinder, sagt er, müssten natürlich Schutzkleidung tragen.

Auf der Viertelsrampe fehlt die halbe Stange. Nicht der einzige Mangel. Ein 28-jähriger Skater, der sich mit Beton auskennt, weist auf Risse hin und fehlende Fugen. Er fürchtet, dass die Anlage im Winter leiden könnte, wenn Wasser eindringt und gefriert. An einigen Stellen wurden Risse mit Kunstharz ausgebessert. "Wir müssen das beobachten", sagt auch Matthias Kappler von Skatement, der aber zuversichtlich ist.

Mit den obligatorischen zwei Stunden Verspätung beginnt der Wettbewerb. In Dreierteams zeigen die Teilnehmer – keine einzige Frau – ihre Tricks, die von einer sechsköpfigen Jury nach Schwierigkeit und Stil bewertet werden. 90 Sekunden habe sie Zeit, was allerdings auch nicht allzu eng gesehen wird. Die Teams heißen "Butterbrezel", "Die alten Nenners" oder "Mamas Liebling". Würden die Mütter zuschauen, stockte ihnen angesichts der zahlreichen unsanften Landungen ihrer Lieblinge vermutlich der Atem.

Die Skater sind sich nicht nur darin einig, dass die Anlage prima ist, sondern auch zu klein. Zwei Erweiterungen sind geplant. Die Eugen-Martin-Stiftung, die schon den ersten Abschnitt mitfinanziert hat, würde die Hälfte der angesetzten 400 000 Euro übernehmen. Den Rest müssen die Skater aufbringen und hoffen auf die Kommunalpolitik sowie auf Sponsoren.




Gewinnerteams:

1. REELL-Team
2. Butterbrezel
3. Mamas Lieblinge

Mehr dazu:

Diskussion zur geforderten Erweiterung der Skateanlage am Dienstag, 23. Juni, 18 Uhr im Haus der Jugend, Uhlandstraße 2. Veranstalter ist die Interessengemeinschaft "Skatement"
Foto-Galerie: Jakob Walter

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