Sprachen

Selbstversuch: Kann man in zehn Tagen Dänisch lernen?

Maike Sommer

Wie lange braucht man, die Grundlagen einer neuen Sprache zu Lernen? fudder-Autorin Maike Sommer hat die freie Zeit in der Pandemie genutzt und ausprobiert, wie viel man innerhalb von zehn Tagen Lernen kann.

Der erste Schritt bei dem Erlernen einer neuen Sprache ist natürlich die Entscheidung für eine Sprache. Ich habe Dänisch gewählt, da ich dort im Herbst mein Erasmus-Semester verbracht habe. Ich habe zwar die Kultur und den Sprachklang lieben gelernt, aber nicht mehr als drei Sätze. Als germanische Sprache ist Dänisch eng verwandt mit Deutsch, Niederländisch, Norwegisch und Schwedisch, aber die schwierigste der Schwestern.


Es gibt etwa sechs Millionen Muttersprachler in Dänemark, Grönland und auf den Färöer Inseln. Wer eine der drei skandinavischen Sprachen spricht, kann die anderen beiden aufgrund der hohen Ähnlichkeit bis zu einem bestimmten Grad sogar verstehen. Alle drei haben sich aus dem Altnordischen, der sogenannten Wikingersprache, entwickelt. Dänisch ist die jüngste der Drei und wird als Rebellin bezeichnet, die niemand versteht, da die Aussprache so anders ist.

Sprachlern-Apps

Die am meisten bewährtesten Methoden, eine neue Sprache zu lernen, sind entweder über einen Sprachkurs, einen Onlinekurs, Bücher mit beiliegenden CD’s oder einer App. Das Angebot an Apps ist sehr groß, Duolingo und Busuu zum Beispiel sind kostenlos, aber bieten überwiegend gängige Sprachen wie Französisch, Spanisch, Englisch oder Italienisch an. Bei Duolingo kann man zwischen drei Sprachen wählen, bei Busuu stehen zwölf zur Auswahl.

Babbel

Babbel bietet vierzehn verschiedene Sprachen an, unter anderem auch Dänisch, allerdings ist es kostenpflichtig. Ich habe ein siebentägiges kostenloses Probeabo abgeschlossen und anschließend jeden Tag zwei Lektionen von jeweils fünfzehn Minuten gemacht und Vokabeln gelernt. Babbel ist in verschiedene Kurse, Lektionen und Könnerstufen unterteilt. Kurs eins besteht aus zwölf Lektionen, in denen ich Begrüßungen sowie Verabschiedungen gelernt habe. Auch dabei: Wie ich mich vorstellen kann und meine Herkunft erklären sowie die Sprachen, die ich sprechen kann, mitteilen kann.

Nach jeder neuen Lektion gibt es Wortwiederholungen und in einem Wortschatzordner werden neue Vokabeln gesammelt, die man jederzeit wiederholen kann. Eine Lektion bei Babbel dauert etwa zehn Minuten und man kann in der App einstellen, wie oft man in der Woche lernen möchte und dann eine Erinnerung einstellen. Kurs zwei besteht ebenfalls aus zwölf Lektionen und ich habe gelernt, nach dem Weg zu fragen, Getränke und Essen zu bestellen und mich über Freizeitaktivitäten zu unterhalten.

Die ersten zu Lernenden Sätze finde ich sinnvoll ausgewählt. "Mit navn er Maike og jeg kommer fra Freiburg" heißt zum Beispiel: "Ich heiße Maike und komme aus Freiburg." "Hej" heißt Hallo,"hejhej" Tschüss und "hvordan går det?" meint: "Wie geht es dir?" Sich bedanken kann man mit "tusen takk". Mit "Hvad hedder du?" kann man nach dem Namen es Gegenüber fragen.

Babbel trainiert die Aussprache, indem die Sätze vorgelesen werden und man sie dann so oft man möchte nachsprechen und dabei aufnehmen kann. Die App gibt dann eine Rückmeldung darüber, ob die Aussprache richtig war, allerdings hat bei mir das Aufnehmen oft nicht richtig geklappt. Wenn man sich die Sätze aber immer wieder vorlesen lässt weiß man dennoch, wie es sich anhören sollte und benötigt die Kontrolle durch die App nicht.

Social Media: Lernen mit Youtube und Instagram

Neben Babbel habe ich täglich auf YouTube und auf Instagram gelernt. Zu fast jeder Sprache gibt es dort Kanäle, die ganze Unterrichtsstunden hochladen, Grammatik und Aussprache erklären, Lernstrategien weitergeben, erste Texte gemeinsam lesen und täglich neue Vokabeln posten. Auf Instagram folge ich dem Kanal "Learndanisheasily", auf YouTube "Learn Danish with danishClass101.com" Da man auf den Kanälen die neue Sprache häufig gesprochen hört, hilft es, ein Gefühl für den Klang und die Aussprache zu bekommen und schnelle Fortschritte zu sehen.

Das wiederum hilft natürlich bei der Motivation. Beide Kanäle sind auf Englisch. Wenn man sich im Englischen fit genug fühlt, um darüber eine neue Sprache zu lernen, hat man natürlich noch mehr Möglichkeiten als auf Deutsch. So konnte ich auf Instagram schnell meine ersten kurzen Texte lesen und zumindest den Zusammenhang verstehen, da man viele Wörter auch aus dem Deutschen oder Englischen ableiten kann. Die Aussprache kann man außerdem gut lernen, indem man sich selbst aufnimmt und sich dann mit Muttersprachlern vergleicht, zum Beispiel über YouTube-Videos.

Vokabeln Lernen mit Post-it’s

Post-it’s mit Vokabeln an die jeweiligen Objekte hängen - eine weitere verbreitete Methode zum Erlernen einer Sprache. An meiner Tür klebt jetzt "Dør", an meinem Kühlschrank "Køleskab" und an meinem Fenster "Vinduet". Damit habe ich die Wörter ständig gesehen, konnte sie mit einem Bild abspeichern und mir schneller merken. Ich habe mir Vokabeln rausgesucht, die ich für einen Grundlagenwortschatz lernen wollte, in ein Vokabelheft geschrieben und täglich gelernt.

Fazit

Nach zehn Tagen habe ich einen kleinen Grundwortschatz und kann erste Sätze sagen, die zumindest ausreichen würden, um mich im Urlaub zurecht zu finden. Es genügt natürlich noch nicht für eine richtige Konversation und die Aussprache fällt mir schwer, aber diese ersten Schritte haben meinen Ehrgeiz geweckt. am Ball zu bleiben, die freie Coronazeit zu nutzen und weiter zu lernen.

Es ist ein gutes Gefühl, die Zeit für etwas Sinnvolles zu Nutzen und das Gehirn mal wieder etwas zu fordern. Es lohnt sich dran zu bleiben, auf geht’s.

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