fudders Running Club

Selbstversuch: Ich war zwei Wochen joggen, obwohl ich es hasse

Hannah Köster

Seitenstechen, schwere Beine und langweilige Strecken: Für fudder-Autorin Hannah war Joggen immer ihr persönlicher Albtraum. Inspiriert durch fudders Running Club ging sie regelmäßig joggen. Wie es ihr gefiel?

Joggen. Der eigene keuchende Atem, schwere Beine, langweilige endlose Strecken und ganz viel Seitenstechen. Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Laufen sind weder besonders groß noch positiv. Als ehemalige Turnerin bin ich dem Ausdauersport immer aus dem Weg gegangen, obwohl ich seit der Pubertät niedrigen Blutdruck habe. Das sorgt für sehr peinliche Ohnmachtsanfälle in der Öffentlichkeit. Ausdauersport soll da helfen.

Lange hat mir immer die Motivation gefehlt, aber als mich eine fudder-Kollegin angesprochen hat, ob ich einen Artikel zum Running Club beisteuern möchte, dachte ich, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist, um sich der Herausforderung zu stellen. Da ich es nicht direkt übertreiben wollte und es einem von allen Seite empfohlen wird, habe ich beschlossen, dass ich nur jeden zweiten Tag laufen gehe.

Tag 1

Montagmorgen beginne ich mit meinem Laufexperiment: Gegen halb acht ziehe meine Laufschuhe an und bin von mir selbst begeistert, dass ich jetzt tatsächlich mit dem Laufen anfange. Eine Strecke habe ich mir nicht überlegt, ich trabe erstmal gemütlich los. Bereits nach fünf Minuten habe ich keine Lust mehr. Blöd ist auch, dass ich ständig an roten Ampeln stehen bleiben muss und so meine Atmung total aus dem Takt gerät. Nach 30 Minuten habe ich Seitenstechen, meine Beine sind bleischwer und so langsam werde ich zickig, weil ich Hunger habe. Zeit, zuhause anzukommen. Nachdem ich wieder Luft bekomme, mache ich noch eine kurze Runde Yoga, um den Muskelkater für morgen klein zu halten.

"Spaß ist für mich etwas anderes"

Tag 2

Das mit dem Muskelkater kleinhalten hat gar nicht so gut geklappt, denke ich mir, als ich morgens aus meinem Bett krieche. Wenig motiviert und ziemlich verpennt, trete ich vor meine Haustür. Ich setze mich langsam in Bewegung und versuche, dieses Tempo zu halten, weil ich nach dem gestrigen Tag gemerkt habe, dass ich anfangs zu schnell gelaufen bin und hinterher keine Puste mehr hatte. Ich trabe gemütlich in Richtung Günterstal und bin nach ungefähr zehn Minuten durch geschwitzt. Also Spaß ist für mich etwas anderes. Nach vier Kilometern habe ich keine Lust mehr und bin froh, als ich wieder zuhause ankomme.

Tag 3

Mir graut es vor dem heutigen Lauf. Inzwischen tun mir wirklich die Füße weh und ich habe langsam die Vermutung, dass meine Schuhe zwar cool aussehen, aber nicht besonders gut sind. Heute bin ich relativ spät unterwegs und habe nicht viel Zeit zum Joggen, bevor ich zur Arbeit muss. Obwohl ich wirklich unmotiviert war, komme ich ganz gut in meinen Rhythmus rein. Ich habe das Gefühl, mein Körper hat sich ein bisschen an das Laufen gewöhnt und weiß jetzt besser, wie er sich zu bewegen hat.
"Jetzt, an Tag fünf, ist die Überwindung, morgens joggen zu gehen, nicht mehr so groß wie ganz am Anfang."

Tag 4

Vielleicht habe ich Hirngespinste, aber ich bin mir sicher, dass meine Waden schon etwas muskulöser aussehen. Ich gebe zu, heute war der erste Lauf, der ein bisschen Spaß gemacht hat. Die Sonne scheint, aber es ist noch nicht zu warm, um sich überhaupt nicht mehr bewegen zu können. Inzwischen habe ich mir eine gute Strecke zurechtgelegt, die schön zu laufen ist. Nach meinem ersten Tag habe ich nämlich festgestellt, dass es doch besser ist, sich vorher eine Strecke zu überlegen, bevor man losläuft.

Tag 5

Jetzt, an Tag fünf, ist die Überwindung, morgens joggen zu gehen, nicht mehr so groß wie ganz am Anfang. Das Ding ist, das eigentliche Joggen macht mir nach wie vor keinen Spaß. Sobald ich wieder zuhause ankomme, bin ich aber doch stolz, dass ich wieder einen Tag durchgehalten habe. Ich merke auch, dass sich meine Kondition schon ein kleines bisschen verbessert hat und ich langsam mein Lauftempo gefunden habe.

Tag 6

Ich hatte selten so viel Muskelkater, wie in den letzten Tagen. Vor allem an Stellen, von denen ich vorher nicht mal wusste, dass man da überhaupt Muskeln haben kann. Heute Morgen bin ich leider vom Regen überrascht worden und war klitschnass, als ich wieder zuhause ankam. Trotzdem habe ich meine fünf Kilometer durchgezogen und bin sogar den Lorettoberg hochgelaufen.

"Erst fünf, dann acht Kilometer"


Tag 7

Das ist heute der letzte Lauf meines Selbstexperiments. Heute bin ich anstatt meiner vorherigen fünf Kilometern, sogar acht Kilometer unterwegs gewesen. Der Ehrgeiz, den ich Laufe dieses Experiments beim Joggen entwickelte habe, hat mich selbst überrascht.
fudders Running Club

Alle Informationen und Strecken veröffentlichen wir auf fudder.de und in unserem Lauf-Club auf Strava: Er heißt fudders Running Club und ist für alle öffentlich: https://www.strava.com/clubs/fuddersrunningclub. In der App einfach unter "Clubs" nach dem Namen suchen und Mitglied werden. Jeden Donnerstag wird die neue Strecke als Event veröffentlicht. Ihr habt dann eine Woche Zeit, sie zu laufen.

Fazit
Ich bin wirklich stolz auf mich, dass ich die zwei Wochen durchgezogen habe. Ich muss ehrlich sagen, ich habe am Anfang nicht dran geglaubt, dass ich das mache. Jetzt zum eigentlich Joggen: Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich Spaß am Laufen habe. Selbst nach zwei Wochen hatte ich den meisten Spaß an diesem Selbstexperiment, bei der Runde Yoga, die ich hinterher immer gemacht habe. Was mir besonders positiv aufgefallen ist, dass ich deutlich fitter und energetischer auf der Arbeit war, wenn ich morgens laufen war.

Auch meine Stimmung an diesen Tagen war deutlich besser und ich bin abends schnell eingeschlafen. Weitere Erkenntnisse: Neue Laufschuhe wäre definitiv eine gute Investition, meine Kondition ist eine Katastrophe und mit Muskelkater macht es keinen Spaß die Treppe zur fudder-Redaktion hochzulaufen.

Insgesamt würde ich sagen, dass ich in den letzten zwei Wochen eine gesunde Hass-Liebe zum Laufen entwickelt habe, was im Vergleich zu meiner vorherigen Einstellung eine deutliche Verbesserung ist. Ich hoffe, mein neugefundener Ehrgeiz bleibt noch eine Weile und vielleicht werde ich eines Tages doch noch ein richtiger Lauf-Fan.

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