Online-Supermarkt

Selbstversuch: Einkaufen beim 10-Minuten-Lieferdienst "Flink"

Julia Schwab

Eine Alternative zum mühseligen Gang in den Supermarkt will das Start-Up "Flink" sein: Der spontane Online-Einkauf bei dem Lieferdienst ist seit Kurzem auch in Freiburg möglich. Julia Schwab hat es für fudder getestet.

Der Selbstversuch

Das Liefergebiet von Flink in Freiburg ist derzeit rund um die Innenstadt verteilt. In der App oder online kann nachgeschaut werden, ob die gewünschte Lieferadresse in dem Flink-Liefergebiet liegt. Das Motto des Unternehmens: "Geliefert in zehn Minuten". Ob das wirklich klappt? Ich wollte das ausprobieren.

So geht’s

Nach dem Herunterladen der App habe ich zuerst meine gewünschte Lieferadresse in der App eingegeben und direkt gesehen, welche Lieferzeit meine Bestellung aktuell benötigt. Beim Durchstöbern in der App waren ein paar Produkte nicht lieferbar, dennoch gab es meistens eine Alternative. Nachdem ich meine gewünschten Artikel – Haushaltsrolle, Nudeln, lactosefreie Milch, Spekulatius – in den Warenkorb gelegt habe, habe ich meine Bestellung abgeschlossen und per Paypal meine Rechnung bezahlt.

An dieser Stelle hat man als Kunde die Möglichkeit, ein zusätzliches Trinkgeld zu überweisen. Nach der Bezahlung konnte ich mir meinen Bestellstatus in der App anzeigen lassen und nachverfolgen, wo sich meine Bestellung aktuell befindet. Das ist spannend! Nach zehn Minuten hat es an der Tür geklingelt und ich habe meine Bestellung an der Haustüre entgegen genommen. Die Rechnung habe ich zur gleichen Zeit per E-Mail erhalten.

Das Angebot

Den normalen wöchentlichen Einkauf ersetzt eine Flink-Lieferung aufgrund der Produkt-Auswahl nicht, da das Sortiment vergleichsweise kleiner ist als im Supermarkt vor Ort. Die Produkte sind unterteilt in "Frisch & Fertig", "Obst & Gemüse", "Backwaren", "Joghurt & Desserts" und viele weitere. Primär gibt es in dem Online-Supermarkt Markenprodukte, somit kann man nicht auf die günstigsten Alternativen zurückgreifen. Dafür findet man aber auch Produkte von lokalen Händlern aus der Region sowie Obst und Gemüse in Bio-Qualität, Tiefkühlware, Aufstriche, verschiedene Snacks und vieles mehr zu den üblichen Supermarktpreisen.

Wer braucht’s?

Flink ist interessant für Leute, die es nach der Arbeit nicht mehr schaffen, einkaufen zu gehen. Oder für Menschen, die aus bestimmten Gründen ihr Haus nicht verlassen wollen oder können. Hat da jemand Corona-Quarantäne gesagt? Im Feld für die Adresse kann man dem Flink-Lieferanten mitteilen, in welchem Stock man wohnt.

Das Unternehmen

Immer häufiger sieht man die Flink-Fahrradfahrerinnen und -Fahrer auf den Rädern bei Wind und Wetter durch die Straße radeln. Das Start-Up-Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Berlin und wurde Ende 2020 gegründet. Aktuell gibt es Flink an 140 Standorten in vier Ländern und 60 Städten. Insgesamt werden über 2000 verschiedene Produkte innerhalb von zehn Minuten nach Bestellung, mit E-Bikes an die Kunden liefert. Das Liefergebiet von Flink kann man sich online anzeigen lassen. Flink und Rewe sind im Sommer eine Partnerschaft eingegangen. Gegen eine Minderheitsbeteiligung versorgt Rewe künftig den Lieferdienst Flink exklusiv mit Lebensmitteln.

Das Konzept

Um bei Flink arbeiten zu können, gibt es ein Mindestalter von 18 Jahren und eine Probezeit von vier Wochen. Als Arbeitnehmer ist man dann versichert und fest angestellt mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag . Die sogenannten "Picker" warten auf die Bestellung und packen die Einkäufe in kleinen Lagern in eine Tüte. Die "Rider" verteilen dann anschließend die Bestellungen mit einem E-Bike an die Kunden. Die Ausrüstung für die Lieferung wie zum Beispiel Fahrrad und Helm werden vom Arbeitgeber gestellt. Die Fahrer arbeiten mit ihren eigenen Smartphones, die allerdings genügend Datenvolumen benötigen. Von dem Unternehmen wird für die Fahrradlieferanten ein Stundenlohn von 12 Euro garantiert plus Trinkgeld sowie Möglichkeiten für einen Bonus.

Der Bestellservice

Die Bestellungen erfolgen über die kostenlose Flink-App. Online sucht man sich alle Produkte raus, die man sich gerne nach Hause liefern lassen möchte. Bestellt werden kann von Montag bis Samstag zwischen 8 und 23 Uhr. An Sonn-und Feiertagen können keine Bestellungen getätigt werden. Der Mindestbestellwert pro Bestellung beträgt einen Euro und pro Bestellung fällt eine einheitliche Liefergebühr von 1,80 Euro an. Bezahlt wird ausschließlich über die kostenlose App mit einer Auswahl an unterschiedlichen Zahlungsarten. Die aktuelle Lieferzeit sowie der Lieferstatus wir dem Kunden direkt in der App angezeigt.

Fazit

Der Lieferdienst hält, was er verspricht. Meinen Wocheneinkauf ersetzt es zwar nicht, aber dafür ist Flink eine gute Möglichkeit, wenn man beispielsweise etwas beim Einkaufen vergessen hat oder spontan noch etwas benötigt. Derzeit werden über Social-Media-Anzeigen oder auch per E-Mail Rabattcodes für den nächsten Einkauf angezeigt, mit denen man bei dem nächsten Einkauf bei dem Lieferdienst zusätzlich auch noch sparen kann.

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