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Schülerinnen und Schüler verarbeiten ihre Corona-Sorgen in Gedichten

fudder-Redaktion

Es wurde viel über Schule und Corona gesprochen – jetzt kommen die Schülerinnen und Schüler zu Wort. Bei einem Projekt des Kreisgymnasiums Hochschwarzwald haben sie ihre Gedanken aufgeschrieben. fudder veröffentlicht ihre Geschichten. Teil 2: Corona-Lyrik.

Was denken Schülerinnen und Schüler über das Coronavirus und dessen Auswirkungen? Für ein Projekt des Kreisgymnasiums Hochschwarzwald haben 100 Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf, acht, neun und zehn ihre Gedanken und Gefühle zur Pandemie aufgeschrieben. Entstanden sind 163 Geschichten und Gedichte. Dirk Philippi ist Lehrer für Deutsch und Sport am Kreisgymnasium und hat den Anstoß zum Projekt gegeben. Er hat die Geschichten in einem E-Book zusammengefasst. fudder veröffentlicht einige der so entstandenen Geschichten.

Thema 2: Corona-Lyrik

Poesie über die Gedanken, Gefühle, Ängste, Sehnsüchte oder auch Wünsche zum Thema "Corona".

Hannah, 10a

Das Virus ist gekommen
und hat uns viele Freiheiten genommen.
Die Schule ist zu
und in der Arbeit herrscht Ruh.

Die Eisdiele geschlossen,
die Virologen nicken,
alle beginnen fleißig E-Mails zu schicken,
manche beginnen vor Langweile zu stricken.

Die Karte wird zum Bezahlen gezückt,
an der Kasse wird langsam vorgerückt.
Die Politik zeigt sich entzückt,
doch so manch einer hat sich um eine Regelung
gedrückt.

Atemschutzmasken an:
strenge Hygienevorschriften kommen dran.
Über manche Grenzen man nicht mehr liefern kann,
drum mancher Gewinn zerrann.

Andere lassen die Preise hochspringen
und wollen mit der Pandemie Geld gewinnen.
Andere behaupten
und andere glauben.

Der Virus soll eine Waffe sein,
nach Menschendesign.
China gehört zu den Verdächtigen -
Herr Trump zu den Bestätigenden.

Gab es ein großes Versagen?
Oder sind das nur unnütze Klagen?
Der eine behauptet zu wissen,
kann es aber nicht beweisen.

Leidende gehen demonstrieren,
Rechtsextreme gehen protestieren.
Sie wollen sich nicht länger an die Verordnungen
halten
und nach eigenen gewissen walten.

Klimaschützer argumentieren,
das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren,
wir sollen geschickt agieren
und geringe Emissionen garantieren.

Einige haben kleine Kinder,
die jetzt das Homeoffice verhindern.
Wer wird sich an sie erinnern?
Und sich um ihre Kinder kümmern?

Die Erste Welle flacht ab -
haben wir am Ende falsch gedacht?
Wir haben doch kaum Infizierte gehabt?
Haben die Virologen Falsches gesagt?

Die Adressen werden eingetragen,
der Atemschutz wird anbehalten.
Die Friseure beginnen
wieder Geld zu gewinnen.

Niclas, 9a
Corona ist der Name
überfällt uns im Schwarme.
Macht vor keiner Grenze halt,
bis überhaupt ein Mensch es schnallt.

Die Solidarität nimmt täglich ab,
Mit der Hoffnung geht’s den Berg hinab.
Aber auch in dieser finsteren Stunde
macht Menschlichkeit manchmal die Runde.

Die Schwachen leiden ganz extrem,
das hat man so noch nie gesehn.
Verstand und Zuhören wären jetzt nicht verkehrt,
Zum Glück gibt’s Virologen, die sind heiß begehrt.

Die 2. Welle kommt bestimmt,
dank Ungläubigkeit auch ganz geschwind.
Die Sorgen sind da und unüberhörbar,
die Hilfe muss kommen, das ist klar.

Erst jetzt bemerkt man die Wichtigkeit mancher Jobs,
die nicht-arbeitenden Menschen nehmen sie mit
Applaus jetzt hops.

Doch auch nach Corona muss sich was ändern,
sonst sind Krankenpfleger bald wieder an den
Gesellschaftsrändern.

Die Wirtschaft wird schrumpfen, leider wahr.
Zusammenarbeit wird nun unersetzbar.
Lasst uns alle mental zusammenstehen,
dann können wir das Ende des Virus bald schon
sehen.

Isblemet, 8b

Sie sind gefüllt von Sorgen, von Misstrauen und
Verzicht,
der jeden von uns gleichermaßen betrifft.
Doch das einzige, was jetzt zählt, ist, dass jeder sich an Vorgaben und Einschränkungen hält.

Ich weiß, es ist schwierig, und ich sehe die Besorgnis
von uns allen,
doch was jetzt ist, schaffen wir nur zusammen.
Obwohl meistens ist es so, dass man sieht, was man wirklich schätzt,
wenn es uns aus welchem Grund auch immer für
eine Weile verlässt.

Ich hoffe, dass wir durch diese Situation unser Leben auf eine andere Art betrachten
und wir wieder mehr auf das wirklich Wichtige
achten.

Dass wir uns auf die schönen kleinen Dinge
konzentrieren,
ohne den Überblick wegen des ganzen Stresses zu verlieren.

Dass wir den Popcorngeruch im Kino wieder
bemerken
oder wieder unsere Gesundheit im Fitnessstudio
stärken.

Dass wir die glücklichen und traurigen Momente
anderer Menschen spüren
oder wir in Theaterstücke gehen, die uns wirklich
berühren.

Ich hoffe, dass wir dies alles und so viel mehr nicht
mehr als selbstverständlich erachten,
sondern dankbarer und voller Liebe und Mitgefühl
das Leben unserer Mitmenschen wieder beachten.

Alma, 5d

Die Zeit wurden schwer.
Die Straßen wurden leer.

Das Leben ohne Freunde,
fühlt sich nicht nach Freude.

Lernen ohne Lehrer,
dass ist schwerer.

Die Angst ist stark.
Das Herz wird hart.

Mein Wunsch ist schwer,
daher gibt’s kein mehr.