Ausverkauf

Das Freiburger Modehaus Kaiser verkauft seine Dekoration

Carolin Johannsen

Im Juni schließt das Modehaus Kaiser in Freiburg. Der Räumungsverkauf ist in vollem Gang. Nun kann auch die Schaufensterdekoration erworben werden. Der Andrang beim Lagerverkauf ist groß.

Makellos weiße Haut, lange Beine und perfekte Proportionen hat die Dame, die Beate Sawetzki aus der Tür trägt. "Die Schaufensterpuppe ist für meinen eigenen Einzelhandel", sagt sie. Sawetzki ist extra für den Deko-Verkauf im Lager von Kaiser Mode aus Titisee-Neustadt angereist. Eine halbe Stunde vor dem offiziellen Verkaufsbeginn stand sie schon mit hunderten anderen Menschen auf dem Parkplatz Schlange, um eine der Puppen zu ergattern.

Die Schaufensterpuppen sind beliebt. Egal ob männlich oder weiblich, mit oder ohne Kopf, stehend oder sitzend – innerhalb von Minuten haben alle Puppen einen neuen Besitzer gefunden. "Die hier ist für meine Schwester", sagt Silke Appelgrün. "Die möchte die Puppe als Deko auf ihre Terrasse stellen". Die Denzlingerin hält die weibliche Schaufensterpuppe im Arm, während sie in der Schlange zur Kasse wartet.

Der Andrang ist größer als erwartet

Schon eine Stunde vor Verkaufsbeginn seien die Ersten angekommen, berichtet Verkaufsleiterin Leila Heller. Sie und ihr Team koordinieren den Verkauf. Dass der Andrang schon am Montagmorgen so groß sein würde, hatte sie nicht erwartet. Doch der Parkplatz ist voll und die Menschen im Geschäft sind eng aneinandergedrängt. Sie stehen zwischen meterhohen Kunstblumen, Liegestühlen, Deko-Leitern, Diskokugeln. "Normalerweise haben wir regelmäßig unsere Dekoration verkauft", sagt Leila Heller. Wegen Corona seien die letzten Verkäufe allerdings ausgefallen und im Lager habe sich einiges angesammelt.

Eine Mutter hat den Kinderwagen, in dem ihre Tochter sitzt, vollgestopft mit Kunstpflanzen und balanciert noch mehr Deko auf dem Arm. Ein älteres Paar begutachtet eine große Vase. Eine junge Frau trägt bunte Leuchtröhren und einen Kunststoff-Papagei zur Kasse. Fast 45 Minuten dauert es vom Ende der Schlange bis an die Kasse.

Manchen Kunden dauert das Warten zu lange

Nicht alle Kunden halten durch. Sie legen ihre Ware zur Seite und verlassen das Geschäft. Die anderen Wartenden nutzen das als Gelegenheit, nebenbei zu stöbern und sich mit den anderen zu unterhalten, wo sie die neue Dekoration platzieren wollen.



Ein Mann in Shorts und T-Shirt fächert seiner neben ihm in der Schlange wartenden Begleitung mit einem meterlangen Plastikblatt Luft zu.

In der Schlange wartet auch Bettina Kind. Sie ist mit einer Freundin zum Ausverkauf gekommen. Ihre Tasche ist gefüllt mit Deko – "eigentlich brauche ich nichts", sagt sie und lacht. Sie sei "nur aus Neugierde" gekommen. Nach etwa einer Stunde legt sich das Gedränge ein wenig. Mitarbeitende räumen in den Gängen auf. "Die besten Stücke sind sicher schon weg", sagt Leila Heller. Bis Samstag wird sie täglich von 10 bis 17 Uhr das Lager an der Tullastraße öffnen. So lange, bis alles leer ist.

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