BZ-Interview

Rettungsschwimmer tragen Deutsche Meisterschaften in Freiburg aus

Manuel Fritsch

Die 48. Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften der Rettungsschwimmer finden am Freitag und Samstag in Freiburg statt.Ute Nostadt von der Freiburger Ortsgruppe erklärt, worum es dabei geht.

Am Freitag und Samstag finden in Freiburg die 48. Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften im Rettungsschwimmen statt. Rund 1000 Athletinnen und Athleten messen sich in Disziplinen wie Retten einer Puppe mit Flossen und Gurtretter. Manuel Fritsch sprach mit Ute Nostadt, stellvertretende Vorsitzende der Freiburger Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die die Meisterschaft mitorganisiert hat.

BZ: Um was geht es bei den Mehrkampf-Meisterschaften?
Nostadt: In erster Linie geht es beim Rettungsschwimmen darum, Leben zu retten. Daraus hat sich vor knapp 50 Jahren eine Wettkampf-Variante entwickelt, damit wir im Training bleiben für den Rettungsdienst, aber auch um Nachwuchs anzuwerben und die Mitglieder zu halten. Die Disziplinen bilden sich dabei aus den real benötigten Rettungsdisziplinen: Puppe schleppen, oder Rettungsmittel wie den Gurtretter einsetzen. Der Wettkampf ist also die Abbildung dessen, was wir für den Rettungseinsatz bräuchten.
Ute Nostadt

(41) ist Stellvertretende Vorsitzende der Freiburger DLRG-Ortsgruppe und unter anderem im Rettungswachdienst am Opfinger See aktiv.

BZ: Leben retten als Sport – was von beidem steht dabei im Vordergrund?
Nostadt: Na ja, um jemanden retten zu können, muss man auch fit sein und die Techniken beherrschen. Daher ist nicht das eine wichtiger als das andere, sondern beides bedingt sich – das Retten und der Sport. Die Meisterschaften bei uns sind so angelegt, dass man die verschiedenen Disziplinen durchschwimmt und dafür Punkte erhält. Am Ende gibt es dann je Altersklasse Gesamtsieger. Die Disziplinen sind aber an einen realen Rettungseinsatz angelehnt. Da gibt es dann beispielsweise eine Abfolge verschiedener Rettungsteile. Da schwimmt man etwa ein Stück mit einer Puppe, man taucht ein Stück, schwimmt mit Flossen, man schwimmt mit Gurtretter und mit Hindernissen.

BZ: Wie kam der Wettbewerb nach Freiburg?
Nostadt: Die Meisterschaften finden jedes Jahr woanders statt. Wir haben uns als Ortsgruppe darauf beworben, dass sie nach Freiburg kommen. In Freiburg sind wir mit etwa 700 Mitgliedern eine große Ortsgruppe und haben mit dem Westbad ein wettkampffähiges Bad mit toller Ausstattung. Ursprünglich wollten wir die Wettkämpfe zum Stadtjubiläum veranstalten. Dann kam Corona dazwischen und hat die Vorbereitungen etwas schwieriger gemacht. Jetzt sind wir natürlich super glücklich, dass die Meisterschaften bei uns stattfinden können. Leider mit einem Wermutstropfen: Wir können dieses Jahr die Wettkämpfe nicht vor Publikum austragen. Und auch die große Abschlussfeier mit Siegerehrung fällt Corona zum Opfer.
Die Disziplinen

  • Altersklasse 12: 50 m Hindernisschwimmen; 50 m Kombiniertes Schwimmen; 50 m Flossenschwimmen
  • Altersklasse 13/14: 100 m Hindernisschwimmen; 50 m Retten einer Puppe; 50 m Retten einer Puppe mit Flossen
  • Altersklassen 15/16, 17/18 und Offene Altersklasse: 200 m Hindernisschwimmen (Obstacle Swim); 50 m Retten einer Puppe (Manikin Carry); 100 m Retten einer Puppe mit Flossen (Manikin Carry with Fins); 100 m Kombinierte Rettungsübung (Rescue Medley); 100 m Retten einer Puppe mit Flossen und Gurtretter (Manikin Tow with Fins); 200 m Super Lifesaver
  • Mannschaftsdisziplinen: Hindernisstaffel; Rückenlage ohne Armtätigkeit; Gurtretterstaffel; Rettungsstaffel; Puppenstaffel

Aber wir hoffen, dass die Stimmung darunter nicht zu sehr leidet und wir schöne Meisterschaften hinbekommen. Immerhin kommen an den zwei Tagen rund 1000 Schwimmer aus ganz Deutschland nach Freiburg, die jüngsten sind 12 Jahre alt und alle sind DLRG-Mitglieder. Und wir sind von der Ortsgruppe Freiburg und von benachbarten Ortsgruppen mit 100 Helfern vor Ort, die mitarbeiten und organisieren. Die bereiten etwa die Hindernisse vor, legen die Puppen – mit Wasser gefüllte Dummies – unter Wasser an den Punkten ab, von wo die Teilnehmer sie dann retten müssen. Da schwimmt man als Helfer die Strecken an einem Tag mehrfach ab – da sind wir richtig gefordert.