Nahverkehr

Regio-Karten werden erst im Januar teurer – nicht schon im August

BZ-Redaktion

Der Regio-Verkehrsverbund Freiburg verschiebt die Preiserhöhung für die Monatskarten. Neu ist auch: Von Montag an kann in den meisten Bussen wieder an vorderen Türen eingestiegen werden.

Dank der jetzt von der Bundesregierung beschlossenen Mehrwertsteuersenkung bleiben im Regio-Verkehrsverbund Freiburg (RVF) die Ticketpreise vorerst stabil. Eigentlich sollten sie zum 1. August steigen, wie vom RVF Anfang Mai mitgeteilt worden war, was mitten in der Corona-Krise auf Unverständnis gestoßen war.


Begründet wurde die Preiserhöhung mit steigenden Personalkosten. Nun wird die Tarifanpassung, auch für die Regio-Karte, auf den 1. Januar 2021 verschoben.

"Aufgrund der Absenkung der Mehrwertsteuer sind unsere Unternehmen bereit, auf die zum Ausgleich der steigenden Betriebskosten benötigte Tarifanpassung bis zum Ende des Jahres zu verzichten", wird Florian Kurt, Geschäftsführer des RVF, in einer Pressemitteilung zitiert. "Die kurzfristige Umsetzung einer Preissenkung zum 1. Juli wäre wegen der notwendigen aufwändigen Umstellung sämtlicher Vertriebssysteme bei allen Verkehrsunternehmen nicht möglich gewesen", erklärt RVF-Geschäftsführerin Dorothee Koch. "Mit der Verschiebung der Tarifanpassung haben wir nun eine Lösung gefunden, von der unsere Fahrgäste so schnell wie möglich profitieren."

Fahrscheine sind ab Montag wieder in den Bussen erhältlich

Beim RVF hofft man, dass dies wieder zur verstärkten Nutzung von Bussen und Bahnen beiträgt. In der Corona-Krise waren die Fahrgastzahlen zurückgegangen. "Die eingesetzten Fahrzeuge werden von den Verkehrsunternehmen regelmäßig intensiv gereinigt und desinfiziert. In vielen Fahrzeugen wird eine Abtrennung der Fahrerkabine zum Schutz von Fahrgästen und Fahrpersonal eingebaut", so Kurt. In einer weiteren Pressemitteilung hatte der RVF angekündigt, dass von Montag, 15. Juni, an in den meisten Bussen der Unternehmen des Verbunds wieder an der vorderen Tür eingestiegen und auch ein Fahrschein erworben werden könne, was seit 14. März nicht mehr möglich war.

Dieser Schritt sei durch den Einbau von Scheiben oder Folien, die die Fahrerkabine vom Einstieg abtrennen, möglich. Bei der Freiburger Verkehrs AG (VAG) wurden demnach bereits 14 von 64 Bussen umgebaut. In den nachgerüsteten Bussen müsse beim Einstieg wieder ein gültiger Fahrschein vorgezeigt werden, in VAG-Bussen ab 21 Uhr. Da es für die unterschiedlichen Typen und Baujahre der Busse keine standardisierten Bauteile gebe, sondern Sonderanfertigungen notwendig seien, sei der Einbau aufwändig, so der RVF. Es sei deshalb nicht machbar, heißt es weiter, alle Busse zum selben Zeitpunkt damit auszustatten, dies solle aber in den nächsten Wochen geschehen.

Neben der Möglichkeit, Fahrscheine im Fahrzeug kaufen zu können, sei ein weiterer positiver Effekt, dass – je nach Umsetzung der Kabinen-Abtrennung – die Plätze unmittelbar hinter dem Fahrercockpit in vielen Bussen wieder freigegeben würden und sich Fahrgäste deshalb besser im Fahrzeug verteilen könnten.

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