fudder-Interview

Programmierer sammelt auf einer Website die Öffnungszeiten für Freiburg

Selma Leipold

Weil er die Corona-Maßnahmen zu unübersichtlich fand, hat Freddy Greve eine Website gebaut, die alle Informationen für die Stadt Freiburg bündelt. Sie soll für alle leicht zugänglich und stets aktuell sein. fudder hat über die Website mit ihm gesprochen.

Was genau hat dich dazu motiviert, die Website ins Leben zu rufen, gab es ein spezifisches Ereignis?

Ja, das war nach den letzten Bund-Länder-Beratungen am 3. März 2021, als die ganzen neuen Corona-Maßnahmen verkündet wurden. Als es dann hieß, es wird Lockerungen geben, die allerdings inzidenzabhängig sein werden, wusste ich schon, das wird unübersichtlich werden. Gerade mit den Regelungen, dass Lockerungen erst greifen, wenn die Inzidenz über eine gewisse Dauer stabil bleibt und man dann eigentlich jeden Tag neu ausrechnen müsste, wie weit die Inzidenz in den vergangenen Tagen gestiegen, beziehungsweise gefallen ist, um dann daraus schließen zu können was hat denn jetzt geöffnet, mit wie vielen Leuten darf ich mich treffen.

Ich habe dann schnell gemerkt, dass ich keine Website finden konnte, auf der ich einen Inzidenzverlauf sehen konnte. Die Website des RKI zeigt beispielsweise immer nur die aktuelle Inzidenz von den Landkreisen an. Ursprünglich wollte ich einfach für mich selbst etwas haben, wo ich immer den Verlauf der Inzidenz sehen kann und so kam ich dann auf die Idee, wenn ich die Daten sowieso schon sammele, dann kann ich sie auch veröffentlichen und daraus dann auch die geltenden Reglungen ableiten.

Web: oeffnungszeiten-corona.de

Wie genau funktioniert denn die Website?

Aktuell umfasst die Website Baden-Württemberg. Das heißt, man kann auf der Startseite einfach die eigene Postleitzahl eingeben und dann werden für genau diesen Bereich die aktuellen Richtlinien angezeigt.
Freddy Greve ist 23 Jahre alt und arbeitet als Programmierer für ein Start-Up-Unternehmen in Köln, ursprünglich kommt er aus Freiburg. Normalerweise entwickelt er Softwares für Schulen, in der Corona-Zeit ist er besonders auf Programme fürs Homeschooling spezialisiert.

Gab es bei der Erstellung der Website Herausforderungen, beziehungsweise gibt es Dinge, die du noch verändern möchtest?

Probleme gab es insofern, dass sich Informationen zu Regelungen in verschiedenen Quellen teilweise widersprochen haben. Dadurch wusste ich natürlich nicht,was ich als richtige Information auf meine Seite stellen kann. Die größte Arbeit liegt dementsprechend also in der Recherche. Im Moment kann man auf der Website deshalb auch nur die Verordnungen für Baden-Württemberg einsehen. Ich möchte das noch für weitere Bundesländer machen, aber dafür muss ich natürlich erst mal alle Corona-Reglungen einzeln durchgehen und verstehen, um dann die Seiten entsprechend programmieren zu können. Das ist natürlich ein gewisser Aufwand, deswegen wird es noch dauern, bis die anderen Bundesländer kommen. Sie werden aber auf jeden Fall kommen.

Was ist dir bei deiner Website am wichtigsten?

Am wichtigsten ist mir, dass die Seite einfach verständlich ist. Dass man eben nicht erst ewig recherchieren muss, was aktuell erlaubt ist und was nicht. Die Informationen sollen für alle übersichtlich dargestellt sein. Ich möchte einfach Verwirrungen ausschließen.
Auch auf der Homepage der Stadt Freiburgist aufgelistet, welche Einschränkungen aktuell gelten.