Ansturm

Post verschickt vor Weihnachten mehr als doppelt so viele Pakete

Rahel Schneider

Wer noch ein Paket zu Weihnachten verschicken will, sollte das heute tun: Es ist die letzte Möglichkeit, dass alles pünktlich ankommt. Auch in der Freiburger Postfiliale ist derzeit viel los.

"Besinnliche Weihnachtszeit" lautet die Botschaft derzeit auf den Postkarten, die noch kurz vor dem Fest in den Briefkästen landen. Hochsaison bedeutet diese Zeit für die Paket- und Briefzusteller bundesweit. Der Paketdienst DHL etwa zählt rund sechs Millionen zusätzliche Pakete pro Tag – mehr als doppelt so viele wie in den vorherigen Monaten. Die Jahresbilanz weist eine erneute Steigerung des Paketvolumens aus – Grund dafür ist vor allem der Online-Handel.


Neun Schalter sind offen

Bei dem Anblick der Warteschlange zückt eine ältere Dame fast reflexartig ihre Uhr. Eine Woche vor Weihnachten teilt sie sich den Innenraum der Postfiliale in der Eisenbahnstraße mit etwa dreißig anderen Leuten. Doch dann geht es erstaunlich schnell. Nach zehn Minuten hat Annelie Hahlweg ihr Päckchen abgegeben: "Das ging bisher immer ganz flott" meint sie. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinter den neun Schaltern arbeiten zügig, damit auch alle Geschenke pünktlich zu Heiligabend ankommen.

Das Weihnachtsgeschäft ist alle Jahre wieder eine Belastungsprobe für die Post- und Zustellerdienste: Bundesweit sind bei Deutschlands größtem Paketdienst DHL zurzeit 10 000 zusätzliche Arbeitskräfte im Einsatz, so der Pressesprecher der "Deutschen Post DHL Group" Gerold Beck in Stuttgart.

Hinzu kommen die Kolleginnen und Kollegen, die normalerweise im Bereitschaftsdienst sind. Diese arbeiten ebenfalls in der Weihnachtszeit, gemeinsam mit den regulären Arbeitskräften. Neben dem üblichen Fuhrpark sind in der Vorweihnachtszeit 12 000 weitere Fahrzeuge unterwegs. Bundesweit werden bei dem Konzern derzeit täglich rund 11 Millionen Pakete versendet – mehr als doppelt so viele wie sonst.

Ein Ende des Booms ist nicht in Sicht: Insgesamt seien im Vergleich zum Vorjahr sechs bis acht Prozent mehr Päckchen verschickt worden, so Sprecher Beck. Hauptsächlich sei dafür der Online-Handel verantwortlich, dessen Umsatz rasant wächst. "Viele Menschen bestellen sich ein Paar Schuhe in drei verschiedenen Farben und schicken zwei davon wieder retour", diesen Trend beobachte Beck schon seit einiger Zeit.

Der stärkste Andrang in den Filialen sei bereits vorüber, meint der Pressesprecher, "dennoch haben wir alle viel zu tun." Das Versenden und Abholen von Weihnachtspost in den Freiburger Postfilialen kann also auch in den letzten Tagen vor dem Fest noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Heute ist der letzte Tag um pünktlich zu sein

Um den größten Andrang zu vermeiden empfiehlt Beck, die Pakete zwischen 14 und 15 Uhr oder am Vormittag zwischen zehn und elf Uhr abzugeben. Und dann gibt es noch die rund 50 Packstationen und Paketshops in den Freiburger Stadtteilen. Die Zusteller liefern die Ware an die Packstationen, dort können die Pakete in den Automaten rund um die Uhr abgeholt werden.

Der heutige Freitag ist der letzte Tag, an dem DHL-Privatkunden ihre Päckchen innerhalb Deutschlands versenden können, damit diese noch pünktlich zum Weihnachtsfest ankommen. Bei dem Expressversand der Paketdienste DPD und UPS gilt als Abgabefrist der 23. Dezember bis 12 Uhr.